Buchführung für die Ewigkeit

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Details

Wie waren Gedenkpraktiken, Güterverwaltung und Geschichtsschreibung im Mittelalter miteinander verbunden? Anhand von Überlieferungsverbünden und Intertextualitätsbeziehungen zwischen nekrologischem, urbarialem und historiographischem Schriftgut aus dem Gebiet der heutigen Schweiz untersucht Rainer Hugener, wie zur administrativen Bewältigung des Totengedenkens neue Formen der Buchführung aufkamen, die nicht nur dem Seelenheil der Verstorbenen dienten, sondern auch der Herrschaftsdurchsetzung und dem Verwaltungsausbau. Mit Schlachtjahrzeiten und anderen Gedenkfeiern wurden zudem Geschichtsbilder verbreitet, die das historische Selbstverständnis im Untersuchungsraum nachhaltig geprägt haben. Die Studie betont die Bedeutung des kirchlichen Gedenkwesens für die Entwicklung 'moderner' Verwaltungspraktiken und eröffnet zugleich einen neuen Zugang zu den Mythen über die Entstehung der Eidgenossenschaft. Abgerundet wird die Arbeit durch ein Inventar der Nekrologien und Jahrzeitbücher aus schweizerischen Klöstern und Kirchen.

Autorentext
Rainer Hugener, geboren 1976, Studium der Geschichte und Germanistik, danach Assistent am Historischen Seminar der Universität Zürich, seit 2011 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Staatsarchiv des Kantons Zürich mit einem Editionsprojekt im Rahmen der Sammlung Schweizerischer Rechtsquellen.

Klappentext

Wie waren Gedenkpraktiken, Güterverwaltung und Geschichtsschreibung im Mittelalter miteinander verbunden? Die reichhaltige Überlieferung aus dem Gebiet der heutigen Schweiz lässt erkennen, wie verschiedene Formen des liturgischen Gebetsgedenkens zunächst im klösterlichen Umfeld entwickelt, sodann von Dom- und Kollegiatstiften adaptiert und schliesslich auch an städtischen und ländlichen Pfarrkirchen übernommen wurden. Es zeigt sich, dass die entsprechenden Bemühungen nicht nur dem Seelenheil der Verstorbenen dienten, sondern auch der Herrschaftsdurchsetzung und dem Verwaltungsausbau. Mit Schlachtjahrzeiten und anderen Gedenkfeiern wurden Geschichtsbilder verbreitet, die das historische Selbstverständnis im Untersuchungsraum nachhaltig geprägt haben. Anhand von Überlieferungsverbünden und Intertextualitätsbeziehungen zwischen nekrologischem, urbarialem und historiographischem Schriftgut untersucht Rainer Hugener, wie zur administrativen Bewältigung des Totengedenkens neue Formen der Buchführung aufkamen und auf weitere Anwendungsbereiche übertragen wurden. Die Studie betont die Bedeutung des kirchlichen Gedenkwesens für die Entwicklung «moderner» Verwaltungspraktiken und eröffnet zugleich einen neuen Zugang zu den Mythen über die Entstehung der Eidgenossenschaft. Abgerundet wird die Arbeit durch ein Inventar der Nekrologien und Jahrzeitbücher aus schweizerischen Klöstern, Stiften und Kirchen.


Inhalt
Vorwort 1 Einleitung 1.1 Fragen und Forschungsfelder 1.2 Gedenkwesen und Geschichtswissenschaft 1.3 Untersuchungsmaterial 1.4 Zeitrahmen und Untersuchungsraum 1.5 Überlieferungssituation und Archivlandschaft 1.6 Editionen und Gattungskonstruktion 1.7 Aufbau und Vorgehen 2 Formen und Funktionen der Gedenküberlieferung 2.1 Verbrüderungsbücher und Nekrologien 2.2 Vom Nekrolog zum Jahrzeitbuch 2.3 Von den Klöstern an die Pfarrkirchen 2.4 Herstellung, Aufbewahrung und Gebrauch 2.5 Zusammenfassung 3 Verwaltungstechniken und Administrationskultur 3.1 Nekrologien und Rödel 3.2 Vom Nekrolog zum Urbar 3.3 Jahrzeitbücher und Urbarien 3.4 Zusammenfassung 4 Gedenkpraktiken und Geschichtskultur 4.1 Jahrzeitbuch und Chronik 4.2 Von der Familienjahrzeit zur Schlachtgedenkfeier 4.3 Kirchliches Gedenken und kommunales Bewusstsein 4.4 Schlachtenkanon und Befreiungstradition 4.5 Zusammenfassung 5 Schlusswort 6 Abkürzungen 7 Gedenkaufzeichnungen aus dem Gebiet der Schweiz 303 8 Bibliographie 8.1 Editionen 8.2 Darstellungen Register

Weitere Informationen

  • Allgemeine Informationen
    • Sprache Deutsch
    • Untertitel Totengedenken, Verschriftlichung und Traditionsbildung im Spätmittelalter
    • Autor Rainer Hugener
    • Titel Buchführung für die Ewigkeit
    • Veröffentlichung 01.01.2014
    • ISBN 978-3-0340-1196-9
    • Format Kartonierter Einband
    • EAN 9783034011969
    • Jahr 2014
    • Größe H230mm x B160mm x T38mm
    • Gewicht 875g
    • Herausgeber Chronos Verlag
    • Auflage 30.10.2013
    • Genre Deutsche Sprach- & Literaturwissenschaft
    • Lesemotiv Verstehen
    • Anzahl Seiten 486
    • GTIN 09783034011969

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