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Der Berufswahlprozess von Jugendlichen mit arabischem oder türkischem Migrationshintergrund im Spannungsfeld von Gesellschaft und Familie
Details
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Interaktionen zwischen Schüler*innen mit Migrationshintergrund und ihren Eltern im Kontext des Berufswahlprozesses. Hierfür wurden Interviews mit Jugendlichen der zweiten Generation sowie deren Eltern aus arabischsprachigen Ländern oder der Türkei durchgeführt. Das Ziel der Untersuchung ist es, den Widerspruch zwischen der familiären Orientierung und der Seltenheit von Berufswahlgesprächen zu beleuchten. Die zentrale Fragestellung lautet, wie sich Jugendliche und ihre Eltern in diesem Prozess verhalten.
Autorentext
Safyah Hassan, M. Ed., wurde 1986 in Berlin geboren. Ihr Lehramtsstudium an der Universität Potsdam schloss die Autorin im Jahre 2014 mit dem akademischen Grad des Master of Education erfolgreich ab. Während ihres Studiums arbeitete die Autorin bereits mit Jugendlichen mit Migrationshintergrund in verschiedenen Freizeiteinrichtungen und an Schulen, so dass sie dort umfassende praktische Erfahrungen sammeln konnte. Nicht zuletzt waren es ihre eigene Herkunft und ihre persönlichen Erfahrungen, die sie dazu motivierten, sich der Thematik des vorliegenden Buches zu widmen.
Leseprobe
Textprobe:1. Einleitung Menschen und insbesondere Schülerinnen mit Migrationshintergrund sind seit mehreren Jahren vielfach Inhalt bildungspolitischer Diskussionen. Spätestens seit dem so genannten PISA-Schock im Jahr 2001, der durch die schlechten Ergebnisse von Deutschlands Schülerinnen im internationalen Vergleich bei der PISA-Studie ausgelöst wurde, ist der Migrationshintergrund, wenn es um den Bildungserfolg junger Menschen geht, ein wichtiges Merkmal. Es gibt zahlreiche empirische Untersuchungen, die sich mit dieser Zielgruppe auseinandersetzen. Zu den untersuchten Forschungsgebieten gehören u.a. die Sprachkompetenz von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund, ihre Situation bezüglich der Chancengleichheit bzw. der (institutionellen) Diskriminierung in Bildungseinrichtungen sowie die Integration Zusammenhängen (Mücke 2010, Haug 2008, SVR 2013, SVR 2014, Skrobanek 2007, Frindte et al. 2011, Haug et al. 2009). Besonders häufig wird hier der Aspekt der (Aus-)Bildung aufgegriffen (vgl. z.B. BMBF 2014, Stürzer et al. 2012).Mehr als jeder vierte Mensch in Deutschland (27,5 %) hat heute einen Migrationshintergrund. Bei jüngeren Menschen ist der Anteil, vor allem in größeren Städten, höher (vgl. Statistisches Bundesamt 2023, S. 39). In Berlin sind es 34,9 %. Bei der betrachteten Zielgruppe der Jugendlichen liegt der Prozentsatz höher, bei 39,9 % (10 - 15 Jahre) bzw. bei 36,7 % (15 - 20 Jahre) (vgl. Statistisches Bundesamt 2023, S. 39). Die hohen Anteile der Bevölkerung mit Migrationshintergrund unterstreichen die Relevanz der Auseinandersetzung mit dieser Zielgruppe in der Bildungsforschung.Die Situation gewann auch im öffentlichen Diskurs eine neue Aktualität und Brisanz seit der großen Zuwanderungsströme nach Deutschland von asylsuchenden Menschen in den Jahren 2014 bis 2016. Vor allem Menschen aus Syrien, dem Irak und Afghanistan suchten zu dieser Zeit Schutz in Deutschland. Die Thematik wird insbesondere in Bezug auf die Integration durch Bildung, Ausbildung und eine erfolgreiche Platzierung auf dem Arbeitsmarkt auch in Zukunft von Bedeutung bleiben.1.1ProblemstellungDie Ergebnisse verschiedener Untersuchungen zeigen, dass Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund in der Schule, auf dem Ausbildungs- und dem Arbeitsmarkt schlechtere Chancen haben als altersgleiche Menschen ohne Migrationshintergrund (bspw. Siegert 2008, Beicht/Granato 2010, Seebaß/Siegert 2011, Lorenz/Gentrup 2017; Bonefeld et al. 2017). Zudem kommen sie nicht selten gleichzeitig aus sozial schwachen Familien. Dass der sozioökonomische Status von Eltern einen Einfluss auf die Bildungs- und Ausbildungschancen von Kindern und Jugendlichen hat, ist bekannt und belegt (bspw. durch Schulleistungsstudien wie PISA und IGLU). Für die Jugendlichen mit einem nicht deutschen Hintergrund ergibt sich dadurch oft eine doppelte Belastung, die ihnen die Integration auf dem Ausbildungs- und später auch Arbeitsmarkt erheblich erschweren kann. Neben dem negativen Einfluss auf die (Aus-)Bildungschancen lassen sich auch andere Gemeinsamkeiten zwischen Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund und denen aus bildungsbenachteiligten Elternhäusern finden. So spielen die Familien und das soziale Umfeld bei beiden Gruppen eine wichtige Rolle, wobei die Eltern oftmals nicht dazu in der Lage sind, ihre Kinder hinsichtlich der Berufsorientierung bzw. Berufswahl oder allgemein bei schulischen Belangen zu unterstützen (vgl. Lentner 2011, S. 4; Meier 2009, S. 59).Der Einfluss der Eltern auf den Prozess der Berufsorientierung und der Berufswahl ist im Vergleich zu anderen Sozialisationsinstanzen am größten (bspw. Beinke 2002, Hentrich 2011, Lentner 2011, Neuenschwander 2013). Somit steht den Jugendlichen ein wichtiger Teil der Unterstützung in diesem Prozess nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung. LENTNER beschreibt, dass gerade die Jugendlichen mit türkischen Wurzeln eine besondere Skepsis in Bezug auf die Erreichung ihres Traumberufes aufweisen u
Weitere Informationen
- Allgemeine Informationen
- GTIN 09783959356343
- Sprache Deutsch
- Genre Qualitative & empirische Sozialforschung
- Größe H220mm x B155mm x T25mm
- Jahr 2025
- EAN 9783959356343
- Format Kartonierter Einband (Kt)
- ISBN 978-3-95935-634-3
- Veröffentlichung 03.03.2025
- Titel Der Berufswahlprozess von Jugendlichen mit arabischem oder türkischem Migrationshintergrund im Spannungsfeld von Gesellschaft und Familie
- Autor Safyah Hassan
- Gewicht 634g
- Herausgeber disserta verlag
- Anzahl Seiten 400