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'Haltet gut Jontef und seid herzlichst geküsst'
Details
Rund sieben Milliarden Feldpostbriefe und Postkarten schickten die Soldaten der deutschen Armee im Ersten Weltkrieg nach Hause. Gut sechzig davon verfasste der junge Elsässer Kaufmann Henri Levy aus der Perspektive eines einfachen Soldaten an der Ostfront. Als 24-jähriger Mann wurde Henri Levy in die königlich-preussische Armee eingezogen. An der Ostfront war er in den Jahren 19161918 als Krankenwärter im Feldlazarett und als Offizierskoch im Einsatz. Seine Feldpostbriefe an die Eltern berichten von den materiellen Bedürfnissen eines Frontsoldaten, den Schwierigkeiten eines traditionell-religiösen Juden im Armeedienst und vom zermürbend-banalen Kriegsalltag. Feldpostbriefe und Postkarten sind seit längerer Zeit Forschungsthema in Fachkreisen. Sie bilden als Kontrast zur offiziellen und offiziösen Kriegspropaganda einen einzigartigen Quellenkörper. Obwohl inhaltlich und formal zumeist von einer frappanten Gleichförmigkeit, weisen sie aufgrund des sozialen und familiären Umfelds der Briefschreiber dennoch einen stark persönlichen Charakter auf.
Autorentext
Jg. 1965, Dr. phil., ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Staatsarchiv Zürich und freischaffende Historikerin mit Schwerpunkt russische und jüdische Geschichte sowie Geschichte der ArbeiterInnen im 19. und 20. Jahrhundert.
Klappentext
Rund sieben Milliarden Feldpostbriefe schickten die Soldaten der deutschen Armee im Ersten Weltkrieg nach Hause. Gut sechzig davon verfasste der junge Elsässer Kaufmann Henri Levy, damals einfacher Soldaten an der Ostfront. 24-jährig wurde Henri Levy in die königlich-preussische Armee eingezogen. An der Ostfront war er in den Jahren 1916-1918 als Krankenwärter im Feldlazarett und als Offizierskoch im Einsatz. Seine Feldpostbriefe an die Eltern im elsässischen Biesheim berichten von den materiellen Bedürfnissen eines Frontsoldaten, den Schwierigkeiten eines traditionell-religiösen Juden im Armeedienst, vom zermürbend-banalen Kriegsalltag und von der Sehnsucht nach dem familiären Umfeld. Kurz nach Kriegsende und nach seiner Rückkehr ins Elsass wanderte Levy (1890-1962) in die Schweiz aus. Anfang 1920 fand er im solothurnischen Derendingen im Textilgeschäft seines Schwiegervaters eine neue Existenz. Später übernahm er die Geschäftsführung des Konfektionsgeschäfts, das über Jahrzehnte das kleinstädtische Geschäftsleben an der Aare mitprägte. Levy war eines der wenigen des Hebräischen mächtigen Mitglieder der lokalen Israelitischen Kultusgemeinde und wirkte über Jahrzehnte als Vorbeter. Karin Huser erzählt die Biografie des Protagonisten Levy, gibt einen Einblick in die Situation der Elsässer Juden am Vorabend des Ersten Weltkriegs und beleuchtet die Korrespondenz aus verschiedenen Perspektiven. Alle Briefe und Postkarten sind im Anhang ediert. Feldpostbriefe und Postkarten bilden als Kontrast zur offiziellen und offiziösen Kriegspropaganda ein einzigartiges Quellenkorpus. Obwohl inhaltlich und formal zumeist von einer frappanten Gleichförmigkeit, weisen sie aufgrund des sozialen und familiären Umfelds der Briefschreiber dennoch einen stark persönlichen Charakter auf. Die hier edierten Feldpostbriefe sind denn auch wegen ihres jüdischen Bezugs besonders spannend.
Inhalt
Quellenkritische Bemerkungen Feldpostbriefe als Forschungsgegenstand Charakteristik von Feldpostbriefen Die Briefthemen Henri Levys Kriegsalltag Die religiöse Praxis Militärurlaub im Schatten des Abschiednehmens Begegnung mit den Juden im Schtetl Funktion der Feldpostnachrichten Bleierne Gleichförmigkeit und doch individuell Eine jüdische Biografie im Elsass Historischer und soziokultureller Hintergrund Das 'Reichsland Elsass-Lothringen' Die 'Zabern-Affäre' Die rechtliche Situation der Juden Kriegsvorkehrungen Die Familie des Kantors Das Ende des Biesheimer Rabbinats Henri Levy Der Krieg bricht aus Die Juden im Kaiserreich und der Erste Weltkrieg Das Elsass im Krieg Der Kriegsverlauf Henri Levy rückt ein Tagebuch vom 10. August bis 8. Dezember 1914 Verlegung an die Ostfront Henri Levys Feldpostbriefe und Postkarten von der Ostfront Formales zur vorliegenden Edition Briefe und Postkarten 1916 Briefe und Postkarten 1917 Briefe und Postkarten 1918 Friedensverhandlungen Henri Levys Leben nach dem Krieg Neues Zuhause im Schweizer Mittelland Flüchtlingshilfe
Weitere Informationen
- Allgemeine Informationen
- GTIN 09783034012300
- Sprache Deutsch
- Größe H230mm x B160mm x T19mm
- Jahr 2014
- EAN 9783034012300
- Format Fester Einband
- ISBN 978-3-0340-1230-0
- Veröffentlichung 31.05.2014
- Titel 'Haltet gut Jontef und seid herzlichst geküsst'
- Autor Karin Huser
- Untertitel Feldpostbriefe des Elsässer Juden Henri Levy von der Ostfront (19161918)
- Gewicht 390g
- Herausgeber Chronos Verlag
- Anzahl Seiten 167
- Lesemotiv Auseinandersetzen
- Genre Neuzeit bis 1918