Schreiben und Streichen

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Literatur beginnt mit der Streichung, wie das Wortspiel von der 'litté-rature' (Jean Bellemin-Noël) pointiert besagt. Der praktisch-produktive Gegenpol zum Fortgang des Schreibens ist mithin nicht das Nicht-Schreiben, sondern das Streichen. Streichungen finden im Schreibprozess selbst statt und markieren dynamische Momente zwischen Zurücknahme und Wiederaufnahme. Den Ausgangspunkt der hier versammelten und nach der historischen Folge ihrer Gegenstände angeordneten Beiträge bildet jeweils die dokumentarische Materialität. Sie durchmessen das ganze Spektrum des Zusammenhangs von Schreiben und Streichen in der modernen Literatur: Formen und Funktionen, Materialien und Sinneffekte, historische Bedingungen, rhetorische und poetische Modelle, individuelle und kulturelle Prozesse und Brüche, medienspezifische, persönliche und politische Zensur.

Klappentext

Literatur beginnt mit der Streichung, wie das Wortspiel von der »litté-rature« (Jean Bellemin-Noël) pointiert besagt. Der praktisch-produktive Gegenpol zum Fortgang des Schreibens ist mithin nicht das Nicht-Schreiben, sondern das Streichen. Streichungen finden im Schreibprozess selbst statt und markieren dynamische Momente zwischen Zurücknahme und Wiederaufnahme. Den Ausgangspunkt der hier versammelten und nach der historischen Folge ihrer Gegenstände angeordneten Beiträge bildet jeweils die dokumentarische Materialität. Sie durchmessen das ganze Spektrum des Zusammenhangs von Schreiben und Streichen in der modernen Literatur: Formen und Funktionen, Materialien und Sinneffekte, historische Bedingungen, rhetorische und poetische Modelle, individuelle und kulturelle Prozesse und Brüche, medienspezifische, persönliche und politische Zensur.


Inhalt
Uwe Wirth: Logik der Streichung Hubert Thüring: Streichen als Moment produktiver Negativität im modernen Schreiben. Eine kulturhistorische Einordnung in Hypothesen und mit Stichproben bei Kafka und Nietzsche Marcel Lepper: Friedrich Hölderlin: 'Der Lorbeer' (1788) Streichungen im Marbacher Quartheft Felix Christen: Streichen und Schweigen. Bemerkungen zur Sprachabwendung bei Friedrich Hölderlin Rüdiger Nutt-Kofoth: Zwischen Autorstreichung und Fremdstreichung. Zum Problem des Schreibens in Alternativen bei Annette von Droste-Hülshoff mit allgemeinen Überlegungen zur Systematisierung der 'Streichung' Claas Morgenroth: 'Zugleich sollte auch mein Name ganz ausgerottet werden aus dem Gedächtnis der Menschen'. Schreiben und Streichen in Heinrich Heines 'Lutezia' Hans-Jürgen Schrader: Bessern, tilgen, Verwertung markieren. Streichungsbefunde aus Raabs Literatur-'Handwerk' Thomas Richter: 'diese amorphe Sache'. Versuch einer Systematisierung der Streichungen in Rilkes Entwurfshandschrift zu den 'Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge' Alexander Honold: Vermächtnis und Widerruf. Robert Musils Dementi des Schreibens Lucas Marco Gisi: Selbst-/Verordnete Streichungen? Hans Morgenthalers Poetik der Auslöschung am Beispiel des Romans 'Gadscha Puti' Angela Thut, Christian Walt: 'Das muss besser gesagt sein'. Techniken der Überarbeitung in Robert Walsers Mikrographie Christa Baumberger: Streichen Kürzen Redigieren. Friedrich Glausers und Josef Halperins (Zusammen-)Arbeit an 'Gourrama' Sandro Zanetti: Durchstreichen und dann? (Beckett, Kafka, Celan, Schmidt) Ulrich Weber: Friedrich Dürrenmatt ermordet einen Pappkameraden. Striche und Streiche im Spätwerk Dürrenmatts Irmgard M. Wirtz: Lesen und Streichen. Erica Pedrettis Tagebuch-Palimpseste Friederike Kretzen: Heimweh des Gestrichenen Gestrichenes Heimweh Erica Pedretti: Schreiben & Überstreichen Etienne Barilier: S'évanouir, s'épanouir

Weitere Informationen

  • Allgemeine Informationen
    • Sprache Deutsch
    • Editor Lucas Marco Gisi, Hubert Thüring, Irmgard M. Wirtz
    • Titel Schreiben und Streichen
    • Veröffentlichung 30.11.2011
    • ISBN 978-3-0340-1062-7
    • Format Paperback
    • EAN 9783034010627
    • Jahr 2011
    • Größe H220mm x B140mm x T25mm
    • Untertitel Zu einem Moment produktiver Negativität
    • Gewicht 530g
    • Auflage 30.11.2011
    • Genre Sprach- & Literaturwissenschaften
    • Lesemotiv Verstehen
    • Anzahl Seiten 360
    • Herausgeber Chronos Verlag
    • GTIN 09783034010627

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