Selbsttäuscherische Hoffnung

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Details

Ein Leben ohne Hoffnung, so will es eine verbreitete Intuition, ist nicht lebenswert wenn ein Leben ohne Hoffnung überhaupt möglich ist. Der landläufigen Ansicht nach ist Hoffnung ein Gut. Doch dass die Dinge nicht so einfach liegen, zeigt sich bereits an der ältesten abendländischen Geschichte zur Hoffnung, dem Pandoramythos bei Hesiod. Der Mythos stellt Hoffnung als Übel dar, als Teil einer Strafe, die Zeus den Menschen auferlegt. Diese Wertung der Hoffnung widerspricht der Intuition vieler Interpreten und war Anlass, den Mythos in verschiedenster Weise so zu interpretieren, dass Hoffnung nicht mehr als Übel dasteht. Hoffnung kann jedoch in vielerlei Weise defizitär sein. Wir sprechen etwa davon, dass Hoffnungen täuschen oder trügen. In harmlosen Fällen heißt das nicht mehr, als dass sich diese Hoffnungen nicht erfüllen und zu hoffen daher aussichtslos wäre. In weniger harmlosen Fällen wirft man dem Hoffenden vor, er müsste selbst wissen, dass seine Hoffnung sich nicht erfüllen werde, und habe sich nur durch seinen Wunsch, das Erhoffte möge eintreten, zu dem Glauben verführen lassen, es könne eintreten. Ein solcher Vorwurf ist keineswegs abseitig, Hoffnung steht in einem kontingenten, doch engen Zusammenhang mit Selbsttäuschung. Hoffnung beinhaltet einen Wunsch nach dem Erhofften und trägt damit die Motivation in sich, die Aussichten auf das Eintreten des Erhofften den eigenen Wünschen entsprechend einzuschätzen. Es ist dieser Zusammenhang, der Hesiod zu seinem harten Urteil über die Hoffnung gebracht haben könnte. Und es ist dieser Zusammenhang, dessen sorgfältiger Analyse dieses Buch gewidmet ist.

Autorentext

Roland Bluhm, Selbsttäuscherische Hoffnung geb. 1974, Studium der Philosophie und der Germanistik an der Universität Hamburg, dem King's College London, der Universität Bielefeld, der Universität Regensburg und der Universität Göttingen. Zurzeit Lehrkraft für besondere Aufgaben an der TU Dortmund.

Weitere Informationen

  • Allgemeine Informationen
    • Sprache Deutsch
    • Titel Selbsttäuscherische Hoffnung
    • Veröffentlichung 31.10.2012
    • ISBN 978-3-89785-773-5
    • Format Kartonierter Einband (Kt)
    • EAN 9783897857735
    • Jahr 2012
    • Größe H233mm x B154mm x T22mm
    • Autor Roland Bluhm
    • Untertitel Eine sprachanalytische Annäherung
    • Gewicht 492g
    • Auflage 2012
    • Genre Philosophie
    • Lesemotiv Auseinandersetzen
    • Anzahl Seiten 280
    • Herausgeber Mentis Verlag GmbH
    • GTIN 09783897857735

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