9645 Kilometer Erinnerung

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Details

Das Schweigen der Väter und Großväter ist eine kollektive Erfahrung der Nachkriegsgenerationen. Was die Soldaten, die heimkehrten, in den Jahren des Krieges verübt, gesehen und durchgemacht hatten, erfuhren die Nachgeborenen selten und, wenn überhaupt, nur in knappen Ausschnitten. Auch Helena Schätzle hat diese Erfahrung gemacht, reagierte darauf jedoch mit einem ungewöhnlichen Projekt. Die kurzen Berichte ihres Großvaters, der am 2. Weltkrieg teilgenommen hatte und 1946 aus russischer Kriegsgefangenschaft geflohen war, nahm sie zum Anlaß einer weiten Reise. Auf den Spuren seiner Kriegsodyssee fuhr sie 9645 Kilometer kreuz und quer durch Osteuropa, um zu ergründen, welche Erinnerungen dort noch vorhanden sind und welchen Anblick die Orte des einstigen Geschehens heute bieten.Sie trifft auf Menschen, die damals vor Ort waren und die ihr von Vertreibung, von Tod und Überleben, vom Fliehen, Bleiben und Durchkommen erzählen. Sie berichten von der Angst der Frauen vor den Soldaten, schildern die Bedingungen eines Gefangenentransports oder erinnern sich daran, wie flüchtenden Soldaten Unterschlupf gewährt wurde. Über 60 Jahre liegen zwischen den Erlebnissen des Großvaters und der fotografischen Spurensuche der Enkelin, eine Zeitspanne, in der individuelles und kollektives Erinnern miteinander verschmelzen. Es sind eindringliche Bilder, die Helena Schätzle von Menschen und Orten aufnimmt, konzentrierte Portaits ohne Pathos und große Geste.Und es gelingt ihr, die Menschen zum Sprechen zu bringen, Menschen, die nicht nur die Erfahrungen ihres Großvaters auf vielfältige Weise teilen und ergänzen, sondern von denen der Betrachter auch weiß, daß sie die letzten Zeitzeugen dieses Krieges sind. In Verbindung mit Helena Schätzles Fotos werden diese Erinnerungen zu einer bewegenden vielstimmigen Erzählung.

Autorentext
Helena Schätzle, geb. 1983, studierte Visuelle Kommunikation mit Schwerpunkt Fotografie an der Kunsthochschule Kassel. In der Folge arbeitete sie vier Jahre schwerpunktmäßig in Indien, wo sie für eine Menschenrechtsorganisation fotografierte. Ihre Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet, u.a. durch 'gute aussichten', 'The Aftermath Project', 'Epson Award', 'Inge Morath Award'. Ausstellungen hatte sie in Hamburg, Washington, Kassel, Köln, Mumbai, Stuttgart, Berlin. Helena Schätzle arbeitet als freie Fotografin für verschiedene Magazine und Zeitungen. Sie lebt in Kassel.

Klappentext

Das Schweigen der Väter und Großväter ist eine kollektive Erfah­rung der Nachkriegsgenerationen. Was die Soldaten, die heimkehrten, in den Jahren des Krieges verübt, gesehen und durchgemacht hatten, erfuhren die Nachgeborenen selten und, wenn überhaupt, nur in knappen Ausschnitten. Auch Helena Schätzle hat diese Erfahrung gemacht, reagierte darauf jedoch mit einem ungewöhnlichen Projekt. Die kurzen Berichte ihres Großvaters, der am 2. Weltkrieg teilgenommen hatte und 1946 aus russischer Kriegs­gefangenschaft geflohen war, nahm sie zum Anlaß einer weiten Reise. Auf den Spuren seiner Kriegsodyssee fuhr sie 9645 Kilometer kreuz und quer durch Osteuropa, um zu ergründen, welche Erin­nerungen dort noch vorhanden sind und welchen Anblick die Orte des einstigen Geschehens heute bieten.Sie trifft auf Menschen, die damals vor Ort waren und die ihr von Vertreibung, von Tod und Überleben, vom Fliehen, Bleiben und Durchkommen erzählen. Sie berichten von der Angst der Frauen vor den Soldaten, schildern die Bedingungen eines Gefangenen­trans­ports oder erinnern sich daran, wie flüchtenden Soldaten Unter­schlupf gewährt wurde. Über 60 Jahre liegen zwischen den Erlebnissen des Großvaters und der fotografischen Spurensuche der Enkelin, eine Zeitspanne, in der individuelles und kollektives Erinnern miteinander verschmelzen. Es sind eindringliche Bilder, die Helena Schätzle von Menschen und Orten aufnimmt, konzentrierte Portaits ohne Pathos und große Geste.Und es gelingt ihr, die Menschen zum Sprechen zu bringen, Men­schen, die nicht nur die Erfahrungen ihres Großvaters auf vielfältige Weise teilen und ergänzen, sondern von denen der Betrachter auch weiß, daß sie die letzten Zeitzeugen dieses Krieges sind. In Ver­bin­dung mit Helena Schätzles Fotos werden diese Erinnerungen zu einer bewegenden vielstimmigen Erzäh­lung.

Weitere Informationen

  • Allgemeine Informationen
    • Sprache Englisch, Deutsch
    • Gewicht 885g
    • Autor Helena Schätzle
    • Titel 9645 Kilometer Erinnerung
    • Veröffentlichung 31.05.2012
    • ISBN 978-3-907142-71-4
    • Format Fester Einband
    • EAN 9783907142714
    • Jahr 2012
    • Größe H280mm x B215mm x T22mm
    • Herausgeber NIMBUS
    • Anzahl Seiten 168
    • Auflage 05.2012
    • Genre Fotografie, Film & TV
    • Lesemotiv Auseinandersetzen
    • GTIN 09783907142714

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