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Aura und Auratisierung
Details
Stimmung, Atmosphäre, Ereignis oder Authentizität Begriffe wie diese, die noch im ausgehenden 20. Jahrhundert als kaum mehr theorietauglich angesehen wurden, erfreuen sich neuerdings wieder zunehmender Beliebtheit im geistes- und kulturwissenschaftlichen Diskurs. Wenig profitiert hat von dieser Konjunktur der Begriff der Aura. Obwohl man ihn im Hintergrund dieser Konzepte vermuten kann, obwohl ihn Walter Benjamin in seinem für die neuere Ästhetikdiskussion grundlegenden Aufsatz Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit aus den späten 1930er Jahren an prominenter Stelle eingeführt hat, spielt er in der gegenwärtigen Medientheorie keine nennenswerte Rolle. Die Beiträge des vorliegenden Bandes aus Literatur-, Geschichts-, Kunst-, Musik- und Filmwissenschaft schlagen einen anderen Weg ein. Sie versuchen auf der Basis einer kritischen Relektüre des Textes von Walter Benjamin, das diskursive Potenzial des Begriffs Aura auszuloten, ihn für interdisziplinäre Perspektiven einer historischen Mediologie neu zu erschließen und insbesondere Möglichkeiten einer medialen Auratisierung zu erörtern. Das Sprechen über Aura, so die These, rückt einerseits grundlegende epistemologische und phänomenologische Fragen in den Blick, die den Zusammenhang von Genese und Kommunikation von Sinn betreffen. Andererseits kann der Begriff für die Konzeptionierung einer Geschichtlichkeit des Medialen ebenso fruchtbar gemacht werden wie für eine Beschreibung der Medialität von Geschichte. Der Begriff der Aura lässt sich so an einer Schnittstelle verschiedener Felder der aktuellen medientheoretischen Diskussion situieren.
Autorentext
Marcus Sandl ist wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Neuere Geschichte der Universität Konstanz.
Klappentext
Stimmung, Atmosphäre, Ereignis oder Authentizität - Begriffe wie diese, die noch im ausgehenden 20. Jahrhundert als kaum mehr theorietauglich angesehen wurden, erfreuen sich neuerdings wieder stärkerer Beliebtheit im geistes- und kulturwissenschaftlichen Diskurs. Wenig profitiert hat von dieser Konjunktur der Begriff der Aura. Obwohl man ihn im Hintergrund dieser Konzepte vermuten kann, obwohl ihn Walter Benjamin in seinem für die neuere Ästhetikdiskussion grundlegenden Aufsatz Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit aus den späten 30er Jahren an prominenter Stelle eingeführt hat, spielt er in der gegenwärtigen Medientheorie keine nennenswerte Rolle. Die Beiträge des vorliegenden Bandes - aus Literatur-, Geschichts-, Kunst-, Musik- und Filmwissenschaft - schlagen einen anderen Weg ein. Sie versuchen auf der Basis einer kritischen Relektüre des Textes von Walter Benjamin, das diskursive Potential des Begriffs Aura auszuloten, ihn für interdisziplinäre Perspektiven einer historischen Mediologie neu zu erschliessen und insbesondere Möglichkeiten einer medialen zu erörtern. Das Sprechen über Aura, so die These, rückt einerseits grundlegende epistemologische und phänomenologische Fragen in den Blick, die den Zusammenhang von Genese und Kommunikation von Sinn betreffen. Andererseits kann der Begriff für die Konzeptionierung einer Geschichtlichkeit des Medialen ebenso fruchtbar gemacht werden wie für eine Beschreibung der Medialität von Geschichte. Der Begriff der Aura lässt sich so an einem Brennpunkt situieren, an einer Schnittstelle verschiedener Felder der aktuellen medientheoretischen Diskussion.
Inhalt
Ulrich Johannes Beil, Cornelia Herberichs, Marcus Sandl: Benjamins Aura-Konzept und die historische Mediologie. Ansätze, Kontexte, Perspektiven I Beatrice Trînca: Auratisierung mittelalterlich. Zur Vor- und Frühgeschichte eines wissenschaftlichen Begriffs mit Anmerkungen zu Hildegard von Bingen und Gertrud von Helfta Manfred Kern: Aura aurea. Zur Vorstellung des Unikalen in der mittelalterlichen Poesie Cornelia Herberichs: Der Erzähler ist uns keineswegs durchaus gegenwärtig. Zu Benjamins Aura-Konzept in narratologischer Perspektive und zur Auratisierung legendarischen Erzählens im Väterbuch Susanne Baumgartner: Heiligkeit und Aura in Konrads von Würzburg Silvester Christine Hediger / Brigitte Kurmann-Schwarz: Reliquie und Skulptur im Glasfenster. Intermediale Auratisierung am Beispiel von Notre-Dame de la Belle-Verrière II Marcus Sandl: Luthers Aura. Bekenntnis und Geschichte in der Reformation Federico Italiano: Auratisierung des Nordens. Die Pygmäen und die Carta Marina (1539) des Olaus Magnus Marius Rimmele: Das Prinzip Schrein. Aspekte medialer Auratisierung beim Triptychon Jan Behnstedt: Macht, Zwang, Vertrauen. Intermediale Auratisierung staatlicher Schuld ein Finanzprojekt aus dem Siebenjährigen Krieg III Christian Kiening: Philologische Aura der Schrift um 1900. Das Beispiel Ludwig Traubes Stephan Baumgartner: Aura und Anerkennung in Hebbels Michel Angelo Christoph Gardian: 'Europa hat die Pace verloren'. Zur Auratisierung des Affektiven in Robert Müllers Tropen Robert Suter: Bluff und Autosuggestion. Wege zum Erfolg in der Weimarer Republik (Walter Benjamin, Johannes Baader, Emile Coué, Walter Serner) IV Nadejda Lebedeva: Die 'bestimmte Unbestimmbarkeit'. Aura, Schein und Musik in der Ästhetischen Theorie Adornos Daniel Wiegand: Vom Zauber des Lichts. Intermediale Lichtinszenierungen um 1900 und die auratische Wirkung des Kinos Mattia Lento: Luigi Pirandellos Quaderni di Serafino Gubbio operatore oder der vermeintliche Verfall der Aura am Anfang der Filmgeschichte Ulrich Johannes Beil: Mediale Auren. Walter Benjamin und Fotografien von Thomas Struth, Gregory Crewdson und Carlos Goldgrub
Weitere Informationen
- Allgemeine Informationen
- Sprache Deutsch
- Untertitel Mediologische Perspektiven im Anschluss an Walter Benjamin
- Titel Aura und Auratisierung
- Veröffentlichung 06.03.2014
- ISBN 978-3-0340-1027-6
- Format Kartonierter Einband
- EAN 9783034010276
- Jahr 2014
- Größe H225mm x B156mm x T30mm
- Gewicht 730g
- Herausgeber Chronos Verlag
- Editor Ulrich Johannes Beil, Cornelia Herberichs, Marcus Sandl
- Auflage 30.09.2013
- Genre Deutsche Sprach- & Literaturwissenschaft
- Lesemotiv Verstehen
- Anzahl Seiten 456
- GTIN 09783034010276