Ausgrenzung, Internierung, Deportation

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Im Herbst 1938 wandte sich das Mussolini-Regime mit einer Serie von Gesetzesdekreten gegen die Juden, die in der Folge systematisch aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ausgegrenzt wurden. Ein im faschistischen Italien seit Jahren latenter Antisemitismus wurde auf ein ebenfalls schon virulentes Rassenkonzept aufgepfropft. Wie es dazu kam und welche Folgen dies konkret für die Betroffenen hatte, dokumentiert der Autor anhand von umfangreichem Archivmaterial. Er verfolgt zwei Perspektiven: jene des Staats- und Parteiapparats, der sich anschickte, seine Verfolgungsabsichten mit Hilfe eines immer ausgefeilteren Regelwerks umzusetzen, sowie jene der jüdischen Opfer, die sich mit den Massnahmen des Regimes zu arrangieren oder sich ihnen zu entziehen versuchten. Insbesondere nach der Besetzung des Landes im Herbst 1943 wurde dies immer schwieriger, weil das spätfaschistische Regime mit den nationalsozialistischen Besatzern kooperierte und jetzt auch die Juden in Italien von der deutschen Vernichtungsmaschinerie erfasst wurden.

Inhalt
1.Teil Thema, Quellen, Literatur 1. Das Thema 2. Die Quellen 3. Ein Blick auf die Literatur 2. Teil Der italienische Faschismus als Gegner der Juden 4. Die italienische Rassenpolitik aus der Täterperspektive 4.1 Die institutionelle Ebene zum Zeitpunkt der rassenpolitischen Wende Die 'DemoRazza' und die Judenzählung ('il censimento degli ebrei') Die Polizeigeneraldirektion gegenüber den ersten Schwierigkeiten bei der Umsetzung der antijüdischen Massnahmen 4.2 Die Phase der Ausgrenzung Das Definitions- und Regelwerk der 'DemoRazza' Die 'discriminazione': eine positiv intendierte Form der Diskriminierung Das Schicksal der ausländischen Juden bis zum Kriegseintritt Italiens am 10. Juni 1940 4.3 Die Phase der Internierung und Konzentrierung Der gescheiterte Versuch der Zwangsarbeit für einheimische Juden Die Lager für ausländische Juden und andere 'Missliebige' Die Juden in der italienischen Besatzungszone in Frankreich Das Internierungsproblem vor und nach Mussolinis Sturz 4.4 Deportation und Vernichtung 4.5 Die Beziehungen zwischen Deutschen und Italienern in der Salò-Phase am Beispiel der Provinz Udine 5. Auswirkungen der italienischen Rassenpolitik auf die Betroffenen 5.1 Vorbemerkung 5.2 Ausgrenzung in der Erinnerung von Zeitzeugen 5.3 Internierung, Konzentrierung und Segregation 5.4 Deportation und Ermordung 6. Die Innensicht der faschistischen Rassenpolitik 3. Teil Aussenperspektiven des italienischen Faschismus 7. Das Fallbeispiel der italienisch-deutschen Polizeibeziehungen 8. Zur Vergleichbarkeit von Faschismus und Nationalsozialismus 8.1 Victor Klemperer und der italienische Faschismus 8.2 Ideologische Grundlagen und ihre Umsetzung 8.3 Abgrenzung und Ausgrenzung 8.4 Ein breites Spektrum von Verhaltensweisen 9. Schlussfolgerungen: mehr Fragen als Antworten 9.1 Die Bedeutung von Rassismus und Antisemitismus im italienischen Faschismus 9.2 Nationalsozialismus und Faschismus: Ähnliche Entwicklungsstufen und unterschiedliche Ausprägungen

Weitere Informationen

  • Allgemeine Informationen
    • GTIN 09783034006415
    • Sprache Deutsch
    • Auflage 10.2004
    • Größe H227mm x B156mm x T20mm
    • Jahr 2004
    • EAN 9783034006415
    • Format Paperback
    • ISBN 978-3-0340-0641-5
    • Veröffentlichung 31.10.2004
    • Titel Ausgrenzung, Internierung, Deportation
    • Autor Carlo Moos
    • Untertitel Antisemitismus und Gewalt im späten italienischen Faschismus (19381945)
    • Gewicht 444g
    • Herausgeber Chronos Verlag
    • Anzahl Seiten 272
    • Lesemotiv Verstehen
    • Genre Sachbücher 20. Jahrhundert (bis 1945)

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