Beeinträchtigte Arbeitskraft

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Details

Unter dem Gesichtspunkt eines klassischen Kosten-­Nutzen-Kalküls scheint es für Arbeitgeber wenig profitabel, Arbeitskräfte mit Leistungseinschränkungen zu beschäftigen. Weshalb tun sie es trotzdem? Die Studie geht dieser Frage nach und beleuchtet die Entwicklung der Arbeitsintegration von Menschen mit Behinderung seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs in der Schweiz mit besonderer Berücksichtigung des Verhältnisses zwischen Invalidenversicherung und Arbeitgeber. Das Buch gibt einen Einblick in die Geschichte der beruflichen Eingliederung aus wohlfahrts-, wirtschafts- und unternehmenshistorischer Perspektive. In der historischen und soziologischen Forschung wird die Arbeitsintegra­tion von Menschen mit Behinderung vornehmlich aus der Perspektive des Sozialstaats und der Betroffenen untersucht. Die Rolle der Arbeitgeber bleibt häufig unterbelichtet. Diese Studie schliesst eine Forschungslücke und analysiert die berufliche Eingliede­rung auf zwei Ebenen: Zum einen werden Debatten um die Eingliederungspolitik der Invalidenversicherung (IV) beleuchtet, insbesondere die Aushandlungsprozesse zwischen der staatlichen IV und den Arbeitgeberorganisationen. Zum anderen werden auf der Mikroebene ­Haltung und Praktiken einzelner Unternehmen betrachtet. Die Ökonomie der Konventionen, die von einer Vielfalt ökonomischer Rationalitäten ausgeht, dient als Theorie-­ und Analyserahmen. Aufgrund welcher Kalküle sind Arbeit­geber bereit, Arbeitskräfte mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit zu beschäftigen, und auf welche Rechtfertigungsmuster rekurrierte die IV, um Menschen mit Behinderung als wertvolle Transaktionsobjekte an die Unternehmen zu «verkaufen»?

Autorentext
Alan Canonica ist promovierter Historiker und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Departement Soziale Arbeit der Hochschule Luzern.

Inhalt
Vorwort und Dank Beeinträchtigte Arbeitskraft Einleitung Arbeitsintegration unter liberalen Vorzeichen Theoretischer Rahmen: die Ökonomie der Konventionen Die Institutionalisierung der beruflichen Eingliederung (19451959) Praktiken der beruflichen Eingliederung in der Nachkriegszeit Menschen mit Behinderung als potenzielle Arbeitskräfte «Der rechte Mann am rechten Platz»: Berufsberatung für Menschen mit Behinderung «Produktive Glieder des Volkskörpers» Die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung zwischen ökonomischem Kalkül und bürgerlicher Wohltätigkeit Berufliche Eingliederung ohne sozialstaatliche Einmischung Die systematische Anwerbung von Menschen mit Behinderung durch Unternehmen Die Invalidenversicherung: Regulierungen eines Eingliederungskonzepts der «Freiwilligkeit» Die Realisierung des Projekts Invalidenversicherung Die IV als Eingliederungsversicherung Die Arbeitgeberverbände im Entstehungsprozess der IV Die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung in der Hochkonjunktur (19601973) Die Invalidenversicherung als Erfolgsmodell Erste Vermittlungserfahrungen der IV-Regionalstellen Ausbau des Eingliederungsapparats 1. IVG-Revision: Der beruflichen folgt die soziale Integration Mobilisierung der «Arbeitskraftreserven» Akuter Arbeitskräftemangel in der freien Wirtschaft Der Aufbau innerbetrieblicher Integrationsstrukturen Latente Krisendiskurse und Wandel des Arbeitsmarkts Kontingentierung ausländischer Arbeitskräfte als Chance? Probleme im Vollzug des IVG Erste Indizien für eine erschwerte Arbeitsintegration Krisendebatten, Reformagenden und Sparkurse «nach dem Boom» (19741991) Die «Arbeitskraftreserven» scheiden aus dem Arbeitsmarkt aus Vermittlungsschwierigkeiten bei veränderten Arbeitsmarktbedingungen Die Behörden ergreifen Massnahmen 2. IVG-Revision: Viertelrenten anstelle von «Soziallöhnen» Die Arbeitgeber unter öffentlichem Druck Der Arbeitsmarkt rückt in den Fokus der behindertenpolitischen Debatten Der gute Wille der Arbeitgeber schwindet Bedeutungsverlust der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung für die Unternehmen Die ersten Krisendiskurse Freiwilligkeit versus Behindertenquoten Die Kritik an der IV nimmt zu Erklärungen und Responsibilisierung für die Schwierigkeiten der IV Berufliche Eingliederung im Zeichen der Wirtschaftlichkeit (19922008) Die IV wird reformiert 3. IVG-Revision: Reorganisation mit kantonalen IV-Stellen 4. und 5. IVG-Revision: Die IV erfindet sich neu Die IV als ökonomisierte Sozialversicherung Arbeitsmarktliche Herausforderungen in einem schwierigen Umfeld Umbruch im Schweizer Wirtschaftssystem Psychische Erkrankungen als neues Leitthema Wandel in den Konzeptionen unternehmerischer sozialer Verantwortung Arbeitgeberverbände: vom persönlichen Engagement zur sozialstaatlichen Kooperation Unternehmen zwischen Management und sozialer Verantwortung Schlussbetrachtung Thematisch gegliederte Ergebnisse Ausblick und Forschungsdesiderata Forschungsdesign, Methoden und Quellen Abkürzungen Quellen und Literatur

Weitere Informationen

  • Allgemeine Informationen
    • GTIN 09783034015622
    • Auflage 1. A.
    • Sprache Deutsch
    • Größe H240mm x B160mm x T19mm
    • Jahr 2020
    • EAN 9783034015622
    • Format Fester Einband
    • ISBN 978-3-0340-1562-2
    • Veröffentlichung 30.06.2020
    • Titel Beeinträchtigte Arbeitskraft
    • Autor Alan Canonica
    • Untertitel Konventionen der beruflichen Eingliederung zwischen Invalidenversicherung und Arbeitgeber (19452008)
    • Gewicht 566g
    • Herausgeber Chronos Verlag
    • Anzahl Seiten 224
    • Lesemotiv Verstehen
    • Genre Arbeits-, Wirtschafts- & Industriesoziologie

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