Cesare Ripa und die Begriffsbilder der Frühen Neuzeit

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Details

Kaum ein Werk hat die allegorischen Bildwelten der Frühen Neuzeit mehr beeinflusst als Cesare Ripas "Iconologia". Sie erlebte seit der Erstausgabe 1593 zahlreiche Erfolge, die sich nicht nur an den weit verbreiteten Ausgaben und Übersetzungen messen lassen, sondern vor allem an den Spuren, die Ripas Bildenzyklopedie zunächst in Bildern, Fresken, Architekturen, und irgendwann auch in der Werbegrafik, in Spiel karten, Dekorationen etc. hinterlassen hat. Ripas konsequente Personifizierung abstrakter Begriffe bündelt einerseits die Traditionen der Antike und des Mittelalters, doch durch die Verbindung bildpraktischer Ansprüche mit einer differenzierten theoretischen Reflexion wird die "Iconologia" zu einem Schlüsselwerk der Bilddiskurse in der Frühen Neuzeit. Damit berührt Ripas Bildtheorie Grundfragen der europäischen Bildkultur, die erst die Moderne mit ihrer Inszenierung eines radikalen Bruches zunächst nach 1800, dann aber vor allem im 20. Jahrhundert obsolet gemacht hat.
Der Band fragt nach den poetologischen und bildgeschichtlichen Folgen der "Iconologia" weit über das direkte Wirkungsfeld Cesare Ripas hinaus und versucht eine neue Verortung des Ausdrucksmittels Personifikation für die Bild-Diskurse nach 1600.
Beiträge von Anthony Colantuono, Heiko Damm, Regina Deckers, Christiane Hertel, Bärbel Küster, Thomas Leinkauf, Eckhard Leuschner, Cornelia Logemann, Elisabeth OyMarra, Stefano Pierguidi, Rudolf Preimesberger, Cristina Ruggero, Charlotte Schoell Glass, Claudia Sedlarz, Eva Struhal und Michael Thimann.

Autorentext

Michael Thimann ist seit 2012 Inhaber des Lehrstuhls für Kunstgeschichte an der Georg-August-Universität Göttingen. Nach dem Studium der Kunstgeschichte, Archäologie und Literaturwissenschaft folgte 2000 die Promotion zum Thema Lügenhafte Bilder. Ovids favole und das Historienbild in der italienischen Renaissance, bevor er sich 2008 mit einer Arbeit über Christus und Apoll. Friedrich Overbeck und die Bildkonzepte des 19. Jahrhunderts an der Universität Basel habilitierte. Seit 2010 ist er Mitherausgeber der Gesammelten Schriften von Aby Warburg. Cornelia Logemann war von 2008 bis 2013 Leiterin der Nachwuchsgruppe »Prinzip >Personifikation 7 - 8 Vorbemerkung 9 - 21 Cesare Ripa und die Begriffsbilder der Frühen Neuzeit (Michael Thimann) 23 - 39 Analysen zum Vorwort der Iconologia (Thomas Leinkauf) 41 - 55 Enigma, Rhetorical Syllogism and the Aesthetic of Strangeness in Ripa's Iconologia (Anthony Colantuono) 57 - 75 Tradition und Variation (Regina Deckers) 77 - 116 »Similar but Different« (Christiane Hertel) 117 - 148 The English Ripa (Bärbel Küster) 149 - 165 Ripas Rom, Ripas Roma (Eckhard Leuschner) 167 - 198 Mantel der Bilder Mantel der Gedanken (Cornelia Logemann) 199 - 220 Medialität des Sinns und die Materialität der Bilder (Elisabeth Oy-Marra) 221 - 240 »E se noi riconosciamo bene la mente dell'Artefice« (Stefano Pierguidi) 241 - 274 Anwendungen (Rudolf Preimesberger) 275 - 299 Filippo Juvarra illustriert die Geroglifici sopra l'Iconologia del cavalier Ripa (1734) (Cristina Ruggero) 301 - 309 Cesare Ripa in Hamburg (1932) (Charlotte Schoell-Glass) 311 - 334 Frühe deutsche Ripa-Rezeption bei Harsdörffer, Masen und Greflinger (Claudia Sedlarz) 335 - 360 A Visual Riddle (Eva Struhal) 361 - 367 Bildnachweise 369 - 372 Autorenverzeichnis 373 - 382 Namenindex

Weitere Informationen

  • Allgemeine Informationen
    • GTIN 09783037341346
    • Sprache Deutsch
    • Editor Michael Thimann, Cornelia Logemann
    • Größe H246mm x B172mm x T28mm
    • Jahr 2011
    • EAN 9783037341346
    • Format Fester Einband
    • ISBN 978-3-03734-134-6
    • Veröffentlichung 30.11.2011
    • Titel Cesare Ripa und die Begriffsbilder der Frühen Neuzeit
    • Untertitel und die Begriffsbilder der Frühen Neuzeit
    • Gewicht 998g
    • Herausgeber Diaphanes Verlag
    • Anzahl Seiten 384
    • Lesemotiv Verstehen
    • Genre Epochen- & Kunstgeschichte
    • Auflage 09.11.2011

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