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Damit die Chemie stimmt
Details
Weibliche und männliche Geschlechtshormone sind heute allgegenwärtig. Als körpereigene Substanzen scheinen sie unser Wesen und Verhalten zu determinieren und ihr Einsatz als Arzneimittel ist geradezu selbstverständlich. Doch die Geschichte dieser Stoffe ist vergleichsweise jung. Noch vor hundert Jahren nahm man an, dass in den Eierstöcken und Hoden je eine geschlechtsspezifische chemische Substanz gebildet werde. Die Autorin rekonstruiert, wie in wenigen Jahren aus den vermuteten inneren Sekreten Sexualhormone wurden, die das Schweizer Chemieunternehmen Ciba mit Indikationen und Dosierungen ausstattete und als Medikamente massenindustriell produzierte. Nicht nur die Entstehungsgeschichte von sieben Keimdrüsen- und Hormonpräparaten wird so nachgezeichnet, sondern thematisiert werden auch die experimentelle Arbeit im Industrielabor, die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und auswärtigen Forschern, Kooperationen von konkurrierenden Firmen und der Vorrang von technischem vor therapeutischem Wissen.
Autorentext
Ausgezeichnet
Die Dissertation von Christina Ratmoko wurde 2008 mit dem «Henry-E.-Sigerist-Preis» der Schweizerischen Gesellschaft für Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften ausgezeichnet.
Klappentext
Als das Schweizer Chemieunternehmen Ciba in Basel 1918 zwei Extrakte aus tierischen Eierstöcken zur Behandlung von Menstruationsstörungen auf den Markt brachte, stellte sich die Firmenleitung auf ein erfolgreiches Geschäft ein. Dass weibliche Sexualhormone am Ende des 20. Jahrhunderts die bestverkauften Arzneimittel sein würden, übertraf jedoch alle Erwartungen. Das Buch untersucht die Anfänge der Herstellung von weiblichen und männlichen Hormonen. Es rekonstruiert, wie diese Substanzen zu Medikamenten mit Indikationen und Dosierungen, zu Objekten der massenindustriellen Produktion wurden.
Verschiedene Entdeckungen im jungen Feld der Hormonforschung wurden in den wissenschaftlichen Labors der Ciba gemacht. Diese Erkenntnisse transferierte das Unternehmen in die Produktion und Vermarktung von sieben weiblichen und männlichen Keimdrüsen- und Hormonpräparaten, die zwischen 1918 und 1938 lanciert wurden. Anhand der Entstehungsgeschichte der Hormonpräparate Agomensin, Sistomensin, Prokliman, Androstin, Perandren, Ovocyclin und Lutocyclin beleuchtet die Untersuchung verschiedene Aspekte von Arzneimittelentwicklungen. Sie zeigt, wie die Wissenschaftler in den Labors der pharmazeutischen Abteilung forschten und wie die Ciba mit auswärtigen Wissenschaftlern wie etwa mit dem ETH-Professor und Nobelpreisträger Leopold Ruzicka zusammenarbeitete, um zu kommerziell verwertbarem Wissen in Form von Produkten und Verfahren zu gelangen. Die neuen Ciba-Spezialitäten wurden mit überbordenden therapeutischen Heilsversprechen ausgestattet und geradezu als Wundermittel angepriesen. Doch waren die vermeintlichen Wunder geschlechtsspezifisch: weibliche Hormone sollten der Regulierung und Stabilisierung des weiblichen Körpers, männliche Hormone der Stärkung und Optimierung des männlichen Körpers dienen.
Der Vergleich der Entstehungsgeschichten der sieben Ciba-Hormonpräparate macht deutlich, dass die Medikamente auf unterschiedlichen Wegen zur Markteinführung fanden und die Entwicklung von neuen Arzneimitteln keinem einheitlichen Modell folgte.
Weitere Informationen
- Allgemeine Informationen
- Sprache Deutsch
- Editor David Gugerli
- Titel Damit die Chemie stimmt
- Veröffentlichung 31.05.2010
- ISBN 978-3-0340-1008-5
- Format Paperback
- EAN 9783034010085
- Jahr 2010
- Größe H225mm x B155mm x T25mm
- Autor Christina Ratmoko
- Untertitel Die Anfänge der industriellen Herstellung von weiblichen und männlichen Sexualhormonen 19141938
- Gewicht 479g
- Auflage 05.2010
- Genre 20. Jahrhundert (bis 1945)
- Lesemotiv Verstehen
- Anzahl Seiten 288
- Herausgeber Chronos Verlag
- GTIN 09783034010085