Das sowjetische Jahrhundert

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Details

Der große Osteuropa-Historiker Karl Schlögel erzählt von der untergegangenen sowjetischen Welt in ihrem Jahrhundert. Er ist dabei, wenn die Megabauten des Kommunismus eingeweiht und die Massengräber des stalinschen Terrors freigelegt werden. Er erkundet die Weite des Eisenbahnlandes und die Enge der Gemeinschaftswohnung. Seine Archäologie legt Überlebensorte im Alltag frei die Moskauer Küche oder die Warteschlange. Die Orte des Glücks und der kleinen Freiheit fehlen nicht. So entsteht das Panorama einer Zivilisation, die mehr war als das politische System und ohne die "die Zeit danach", in der wir heute leben, nicht zu verstehen ist.

Karl Schlögel lädt mit seiner Archäologie des Kommunismus zu einer Neuvermessung der sowjetischen Welt ein. Wir wussten immer schon viel darüber, wie "das System" funktioniert, weit weniger über die Routinen des Lebens in außergewöhnlichen Zeiten. Aber jedes Imperium hat seinen Sound, seinen Duft, seinen Rhythmus, der auch dann noch fortlebt, wenn das Reich aufgehört hat zu existieren. Karl Schlögel sondiert das Terrain, die historischen Schichten in einem von Krieg, Revolution und Bürgerkrieg gezeichneten Land. Er lässt noch einmal die frühe sowjetische Moderne Revue passieren, die Schlachtfelder der Arbeit und der Verbrannten Erde. Er interessiert sich für Paraden der Macht ebenso sehr wie für die Rituale des Alltags, er erkundet die Weite des Eisenbahnlandes und die Enge der Gemeinschaftswohnung, in der Generationen von Sowjetmenschen ihr Leben zubrachten. Seine Archäologie legt soziale Orte frei, die einmal Überlebensorte im Alltag gewesen sind die Moskauer Küche oder die Warteschlange mit der in ihr verausgabten Lebenszeit, der Kulturpark, die Datscha, die Ferien an der Roten Riviera. In allem ob im Mobiliar, im Duft des Parfums, im Verstummen des Glockenklangs oder in der Stimme des Radiosprechers hat das "Zeitalter der Extreme" seine Spur hinterlassen.

Autorentext
Karl Schlögel lehrte bis zu seiner Emeritierung Osteuropäische Geschichte, zuerst an der Universität Konstanz, seit 1995 an der Europäischen Universität Viadrina. Er ist Autor zahlreicher bedeutender Bücher zur sowjetischen und osteuropäischen Geschichte und darüber hinaus ein engagierter Publizist. 2016 erhielt er für sein Buch "Terror und Traum. Moskau 1937" den Preis des Historischen Kollegs, der sich als deutscher Historikerpreis etabliert hat. Für sein Werk "Das sowjetische Jahrhundert", das er als Fellow der Carl Friedrich von Siemens Stiftung in München schrieb, erhielt er 2018 den Preis der Leipziger Buchmesse, 2024 den Gerda Henkel Preis. Im Oktober 2025 erhält er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

Weitere Informationen

  • Allgemeine Informationen
    • Sprache Deutsch
    • Autor Karl Schlögel
    • Titel Das sowjetische Jahrhundert
    • Veröffentlichung 15.09.2025
    • ISBN 978-3-406-84355-6
    • Format Kartonierter Einband
    • EAN 9783406843556
    • Jahr 2025
    • Größe H217mm x B139mm x T42mm
    • Untertitel Archäologie einer untergegangenen Welt. Friedenspreis des deutschen Buchhandels 2025 für Karl Schlögel
    • Gewicht 840g
    • Auflage 2. A.
    • Genre Regional- und Ländergeschichte
    • Lesemotiv Auseinandersetzen
    • Anzahl Seiten 912
    • Herausgeber C.H. Beck
    • GTIN 09783406843556

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