Das sowjetische Massenfest

CHF 39.30
Auf Lager
SKU
LDC8VFKRUBG
Stock 1 Verfügbar
Geliefert zwischen Di., 10.02.2026 und Mi., 11.02.2026

Details

Das Massenfest war ein Herrschaftsmittel der Bolschewiki.

Feste dienten als Instrument, politische Ziele zu popularisieren und die Untertanen zu formen. Durch Paraden und Aufmärsche vermittelte der Propagandastaat seine kulturellen Standards und seine Weltanschauung. Mit dem Fest präsentierte die bolschewistische Inszenierungsdiktatur ihre Leistungen und visualisierte die neue gesellschaftliche Ordnung. Festexperten entwickelten »rote« Rituale und Kommissionen planten aufwendige Choreografien. Nach Stalins Tod entideologisierten sich die Feste zunehmend und verlagerten sich in den privaten Raum.

Malte Rolfs mehrfach ausgezeichnete Studie verfolgt, wie Regionales, Traditionelles und Privates die zeremoniellen Praktiken prägten und sich mit offiziellen Normen zu einer hybriden Festkultur verbanden. Die Feiertage des roten Kalenders erhielten eine gesellschaftliche Bedeutung, die ihr Weiterleben auch nach dem Ende der Sowjetunion sicherte.

Autorentext
Malte Rolf, Prof. Dr., Historiker, ist Professor für die Geschichte Mittel- und Osteuropas an der Universität Bamberg.

Klappentext

Das Massenfest war Herrschaftsmittel der Bolschewiki. Feste dienten ihnen als Instrument, politische Ziele zu popularisieren und Menschen zu manipulieren. Aber sie waren auch ein Medium, durch das sich die Politik des Regimes erst realisierte. Durch Paraden und Aufm che vermittelte der Propagandastaat seine kulturellen Standards und seine Weltanschauung. Mit dem Fest pr ntierte die bolschewistische Inszenierungsdiktatur ihre Leistungen und visualisierte die neue gesellschaftliche Ordnung, indem es Freunde und Feinde, Aufsteiger und Ausgesto ne in den Marschkolonnen voneinander trennte. Daher waren diese Feste keine Veranstaltungen, die von Kommunisten f r Kommunisten ausgerichtet wurden, sondern Orte, an denen das Volk seine Verbundenheit mit der F hrung bekunden sollte. Das sowjetische Fest diente zur Herstellung einer neuen Zeit, der rote Kalender sollte den alten Rhythmus durchbrechen und die Lebensweisen der Untertanen ver ern. In diesem Sinn ist das Fest eine Form der Vergemeinschaftung, der Begegnung von Herrschaft und Volk. Massenfeste nahmen einen zentralen Platz im kulturellen Haushalt der Sowjetunion ein. Ihrer Bedeutung entsprachen auch die Vorbereitungen. Festexperten entwickelten neue Rituale und Kommissionen planten aufw ige Choreographien. Am 1. Mai, am Jahrestag der Oktoberrevolution oder am Tag der Ernte sollten die Untertanen vergessen, woher sie kamen, sie sollten sich einreihen in eine neue Gemeinschaft und dem Alten den R cken kehren. Dabei war die Festorganisation nicht nur eine Sache des Moskauer Zentrums. In Regionen wie Vorone und Westsibirien versuchten die neuen Machthaber, die sowjetischen Feste mit wichtigen lokalen Ereignissen wie den Siegen im B rgerkrieg zu verkn pfen. Diese inszenierte Festgemeinschaft lie sich jedoch nicht in das Leben der Bauern einf gen. Niemand mochte einen roten Erntetag feiern, wenn es nichts zu ernten gab. Der Erfolg der Massenfeste war in den St en ungleich gr r. Hier wurde noch in den 1930er Jahren die deklarierte Festnorm des Parteistaats zur Normalit der urbanen Bewohner. Damit begann eine innere Sowjetisierung , in der offizielle Feierformen zur Geltung kamen, die traditionelle Elemente absorbierten und eine hybride sowjetische Festkultur entstehen lie n. In den Jahren nach Stalins Tod entideologisierten sich die Feste zunehmend und verlagerten sich in den privaten Raum. W end die ffentlichen Rituale in den 1960er Jahren ihren Sinn verloren, schufen private Feierlichkeiten nun jenen gesellschaftlichen Zusammenhang, von dem die Bolschewiki stets getr t hatten. Aber es waren weiterhin die Festtage des roten Kalenders, die hier befeiert wurden. Das sowjetische Fest behielt seine Bedeutung bis 1991 und dar ber hinaus.

Weitere Informationen

  • Allgemeine Informationen
    • Sprache Deutsch
    • Titel Das sowjetische Massenfest
    • Veröffentlichung 31.03.2006
    • ISBN 978-3-936096-63-7
    • Format Fester Einband
    • EAN 9783936096637
    • Jahr 2006
    • Größe H240mm x B166mm x T43mm
    • Autor Malte Rolf
    • Gewicht 881g
    • Auflage 1. Aufl. 03.2006
    • Genre 20. Jahrhundert (bis 1945)
    • Lesemotiv Auseinandersetzen
    • Anzahl Seiten 454
    • Herausgeber Hamburger Edition
    • GTIN 09783936096637

Bewertungen

Schreiben Sie eine Bewertung
Nur registrierte Benutzer können Bewertungen schreiben. Bitte loggen Sie sich ein oder erstellen Sie ein Konto.
Made with ♥ in Switzerland | ©2025 Avento by Gametime AG
Gametime AG | Hohlstrasse 216 | 8004 Zürich | Schweiz | UID: CHE-112.967.470
Kundenservice: customerservice@avento.shop | Tel: +41 44 248 38 38