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Das viktorianische Zeitalter und der Tod
Details
Der viktorianische Tod und seine Rituale stehen in enger Verbindung zum Körper und Leichnam, der wiederum gekoppelt ist an Vorstellungen eines Lebens nach dem Tod. Der tote Körper des viktorianischen Zeitalters wird sozial, moralisch, politisch oder ökonomisch aufgeladen und instrumentalisiert, auch von der Königin selbst. Nach dem Tod Alberts ruft Viktoria ein beispielloses Memorial Projekt für ihren Gatten ins Leben und zelebriert ihr nahezu vierzigjähriges Witwentum. Für Frankenstein und Dracula ist der Tod das konstituierende Element ihrer Monstrosität. Wollstonecraft Shelley kritisiert die sie umgebende patriarchale Gesellschaft. Der Tod wird zum Kuppler, das idyllische, bürgerliche Heim zur Wüste erklärt, die weder geistig wertvolle Früchte hervorbringen kann, noch gesellschaftstaugliche Menschen gebiert. Ihren "modernen" Prometheus zeigt sie als egomanen, selbstverliebten, feigen und todbringenden Anatomen, von dem eine kulturelle Gefahr ausgeht. Gegen Ende des Jahrhunderts, in Stokers Dracula, wandelt sich der Arzt vom Monster-Macher (Viktor Frankenstein) zum Heiler (Abraham van Helsing) einer dekadenten Kulturnation. Stoker verbindet sich mit seinem Nervenarzt und verarbeitet Max Nordaus Theorien in seinem einzigen Roman. Als Kritiker verweist er auf den moralischen und didaktischen Wert der Kunst. Nicht zufällig projiziert er seinen archaischen, sexuellen Vampir ins viktorianische London. Draculas Vernichtung löst die als unheilvoll empfundene Verbindung von Tod und Sexualität und einem körperlichen Überleben nach dem Tod. In Dracula und am Ende des Zeitalters verlieren die Rituale um die Toten an Bedeutung. Die toten Körper des viktorianischen Zeitalter lösen sich zunehmend in Rauch auf und mit ihnen verschwindet eine Erinnerungskultur, die wie keine andere Ersatzkörper kreiert hat.
Autorentext
Stephanie Bertel Pohl, geb. Noack, wurde am 21. August 1971 in Mönchengladbach geboren. Das vorliegende Buch wurde am 16.12.2019 als Promotionsarbeit angenommen. Die Disputation fand Corona bedingt am 23. April 2021 statt. Mit diesem Buch verarbeitet die Autorin ihre Faszination für den Tod als letztes Geheimnis des Lebens.
Weitere Informationen
- Allgemeine Informationen
- GTIN 09783347350496
- Sprache Deutsch
- Auflage 1
- Größe H216mm x B153mm x T36mm
- Jahr 2021
- EAN 9783347350496
- Format Fester Einband
- ISBN 978-3-347-35049-6
- Titel Das viktorianische Zeitalter und der Tod
- Autor Stephanie Bertel Pohl
- Untertitel Ein Epochenportrait mit Analysen zu Frankenstein und Dracula
- Gewicht 769g
- Herausgeber tredition
- Anzahl Seiten 456
- Lesemotiv Entdecken
- Genre Kunst & Literatur