Das Wilde und das Zivilisierte

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Details

Ausgehend vom Paradigmenwechsel der (negativen) Robinsonade, den William Golding 1954 mit 'Herr der Fliegen' begründet hat, untersucht die Autorin eskalierende Inselszenarien der aktuellen Jugendliteratur. Im Spannungsfeld von Robinsonade, Utopie und Dystopie werden die Wechselwirkungen von Isolation, Eskalation, Identität und Kollektiv dargestellt und in Auslöser, Indikatoren und Formen der Eskalation differenziert. In den dargestellten Texten stehen 'insula amoena' und 'insula terribilis' zivilisiert und wild einander antagonistisch gegenüber. Die Entscheidung zugunsten des 'beast within' wird durch psychische und physische Degeneration der Figuren deutlich und durch die textimmanente Tabula rasa begründet. Dabei wird dem romantischen Verständnis des wilden Kindes, dessen Urzustand mit dem Naturzustand der Insel korrespondiert, eine Absage erteilt, es weicht einem barbarischen Menschenbild. Die jugendliterarische Insel ist so kein Ort mehr der Utopie, sondern der Eskalation.

Autorentext
Christina Ulm Magistra phil., ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Studien- und Beratungsstelle für Kinder- und Jugendliteratur (STUBE) in Wien. Sie studierte die Unterrichtsfächer Deutsch und Geschichte an der Universität Wien, ist Redaktionsmitglied und Rezensentin der Fachzeitschrift '1000 und 1 Buch' und publiziert zur Kinder- und Jugendliteratur.

Klappentext

Was lange Zeit ein Ort der Idylle war, wird zum Ort der Eskalation. Kinder oder Jugendliche stranden auf einer natürlichen oder synthetischen, einer paradiesischen oder desolaten Insel und überschreiten zivilisatorische Grenzen. Ausgehend vom Paradigmenwechsel der (negativen) Robinsonade, den William Golding 1954 mit Herr der Fliegen eingeleitet hat, untersucht die Autorin Inselszenarien der aktuellen Jugendliteratur und zeigt deren «Verwilderung». Mit Blick auf das Spannungsfeld von Robinsonade, Utopie und Dystopie analysiert die Studie die Wechselwirkungen von Isolation, Eskalation, Identität und Kollektiv. Differenziert betrachtet werden Auslöser, Indikatoren und Formen der Eskalation. Die Jugendrobinsonaden der Gegenwart sind durch Dichotomien strukturiert: insula amoena und insula terribilis - Zivilisiertes und Wildes - stehen einander antagonistisch gegenüber. Die Entscheidung zugunsten des gewaltvollen Wilden, des beast within, wird durch psychische und physische Degeneration der Figuren deutlich und durch die textimmanente Tabula rasa begründet. Dabei wird dem romantischen Verständnis des wilden Kindes, dessen Urzustand mit dem Naturzustand der Insel korrespondiert, eine deutliche Absage erteilt. Es weicht einem barbarischen Menschenbild, das durch Teufelsallegorien gesteigert und im Motiv des Kannibalismus metaphorisch aufgelöst wird. Die Entwicklung der Robinsonade zur Dystopie scheint diesen jugendliterarischen Texten immer schon eingeschrieben.


Inhalt
Vorgedanken: 'Wir Barbaren' Zur Einführung Methodische Hinweise Textkorpus Vorgehensweise Gattungsbestimmung Die Robinsonade Die Jugendrobinsonade Die Gruppenrobinsonade Zentrale Dichotomien der Insel Gegenraum / Mikrokosmos insula amoena / insula terribilis Utopie / Dystopie zivilisiert / wild Theoretische Vorstufen Die kritische Gruppenrobinsonade Inhumane Menschenbilder Die Anti-Robinsonade Die negative Robinsonade Auslöser der Eskalation Besetzung Beschaffenheit der Insel Überleben Aggressor Externe Bedrohung Spielcharakter Indikatoren der Eskalation Namen Gegenstände Kleidung Maskierung Das Tier Exkurs: Die Höhle Sexualität Formen der Eskalation Konkrete Gewalt Krieg Teufelsallegorien Kannibalismus Gegenentwurf: Eine Insel

Weitere Informationen

  • Allgemeine Informationen
    • Sprache Deutsch
    • Titel Das Wilde und das Zivilisierte
    • Veröffentlichung 30.04.2014
    • ISBN 978-3-0340-1234-8
    • Format Fester Einband
    • EAN 9783034012348
    • Jahr 2014
    • Größe H225mm x B155mm
    • Autor Christina Ulm
    • Untertitel Eskalierende Inselszenarien der aktuellen Jugendliteratur
    • Gewicht 245g
    • Genre Sprach- & Literaturwissenschaften
    • Lesemotiv Verstehen
    • Anzahl Seiten 144
    • Herausgeber Chronos Verlag
    • GTIN 09783034012348

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