Der Witz der Kunst

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Details

Kunst und Witz teilen beide eine Reihe von überraschenden Eigenschaften, nicht nur die sprichwörtliche Verknappung, die wie die Ökonomie des Witzes auch oft jene der Kunst ausmacht. Oft sind es Dekontextuierungen, Bedeutungsvertauschungen, Paradoxa und Ungereimtheiten, Chiasmen und Widersprüche, die zu den bevorzugten Mitteln beider gehören. Und wie der Gehalt eines Witzes durch seine Analyse eskamotiert wird, so erdrosselt nicht selten die Interpretation die Kunst, das Werk, sein Ereignis, indem sie diese auf ihre Deutung festlegt. Kein Kunstwerk geht in seiner Hermeneutik auf, wie umgekehrt jede noch so detaillierte Entzifferung der Pointe eben den »Witz« der Sache tilgt.

In ihrem viel zu früh unterbrochenen Denken ging es Mira ­Fliescher stets darum, Kunst, ästhetisches Denken, gewitzte ­Inversion und Strenge der dekonstruktiven Arbeit aufeinander zu beziehen und im besten Sinne miteinander »ins Spiel zu bringen«. Die hier versammelten Texte zeugen von der außerordentlichen Kraft eines Denkens, dessen Grundnote das ­anstimmt, was die Welt heute vielleicht am Nötigsten hat: die Unendlichkeit einer kritischen Urteilskraft.


Autorentext
Mira Fliescher (19712017) studierte Kunstgeschichte, Film- und Fernsehwissenschaft und Philosophie an der Ruhr-Universität Bochum. Nach einem Stipendium am Graduiertenkolleg Identität und Differenz an der Universität Trier promovierte sie an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig im Fach Kunstwissenschaft zu »Signaturen der Alterität«. Von 20112013 war sie Postdoc am Graduiertenkolleg Sichtbarkeit und Sichtbarmachung. Hybride Formen des Bildwissens in Potsdam. 20142016 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Zürcher Hochschule der Künste, 20162017 Assistentin am kunsthistorischen Institut der Universität Graz. Ihre Forschungsschwerpunkte waren ästhetisches Denken, Verzeichnung, Signatur, Autorschaft, Alterität und die Eigenart des Denkens der Kunst. Wichtigste Publikationen sind: Signaturen der Alterität (2013), Der Witz der Kunst (2020) sowie zus. mit Florian Dombois, Dieter Mersch und Julia Rintz Ästhetisches Denken. Nichtpropositionalität, Episteme, Kunst (2014).

Inhalt
7 - 14 Vorwort: Dekonstruktion und ästhetisches Denken (Dieter Mersch, Thomas Morsch, Julia Rintz) 15 - 64 Der »Witz« der Kunst (Mira Fliescher) 65 - 138 Ver-Zeichnungen. Ikonische Praxis der Differenz (Mira Fliescher) 139 - 174 Signatur | Malerei | Alterität (Mira Fliescher) 175 - 208 Digitaler Austausch: Herausforderungen von Geist und Gabe des Gesichts (Mira Fliescher)

Weitere Informationen

  • Allgemeine Informationen
    • Autor Mira Fliescher
    • Titel Der Witz der Kunst
    • Veröffentlichung 31.12.2019
    • ISBN 978-3-0358-0254-2
    • Format Kartonierter Einband (Kt)
    • EAN 9783035802542
    • Jahr 2019
    • Größe H222mm x B143mm x T20mm
    • Untertitel Modelle ästhetischen Denkens
    • Gewicht 408g
    • Herausgeber Diaphanes Verlag
    • Genre Kunst
    • Lesemotiv Verstehen
    • Anzahl Seiten 208
    • GTIN 09783035802542

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