Die armenische Frage und die Schweiz (1896-1923) /La Question arménienne et la Suisse (1896-1923)

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Mitte der 1890er Jahre kam es in der osmanischen Türkei zu Pogromen an den Armeniern, deren Opferbilanz diejenigen an den Juden im russischen Reich um ein Vielfaches übertraf. Zwanzig Jahre später liess die jungtürkische Regierungsclique die Armenier aus ihrem jahrtausendealten Siedlungsgebiet in den osmanischen Ostprovinzen deportieren und zu einem grossen Teil vernichten. Damit lieferte sie Nazi-Deutschland ein «erfolgreiches», da nie wirklich sanktioniertes Beispiel für die Ausrottung eines «andersartigen», als schädlich dargestellten Volksteils. Es ist Zeit geworden für eine gründliche Aufarbeitung der armenischen Frage, inklusive des Völkermords von 1915. Die «revisionistische» Seite, allen voran die offizielle damalige wie heutige türkische Historiographie, kann nach dem Ende des Kalten Krieges nicht mehr länger mit dem «Konsens des Schweigens» der Fachwelt zu diesem Thema rechnen. Handkehrum liefert keine Terrorgruppe mehr (wie die armenische Asala in den 1970er und 1980er Jahren) den Vorwand zur Zurückhaltung gegenüber einer sachlichen, bedingungslosen Offenlegung des Geschehens. Die Schweiz hat einen wesentlichen Teil zur Bewältigung dieser Aufgabe beizutragen. Nicht nur hatte eine bedeutende osmanisch- und russisch-armenische Exilgemeinde sie vor hundert Jahren zu ihrem intellektuellen Zentrum gewählt, sondern hier entstand auch eine bemerkenswerte helvetische Solidaritätsbewegung, die von der Empörungswelle des Jahres 1896 und dem Aufbau von Hilfswerken bis zum jahrzehntelangen Einsatz für die Heimatlosen nach dem Ersten Weltkrieg anhielt. Die armenische Frage hat in engagierten Kreisen auch zu einer wertvollen Auseinandersetzung mit dem damals für die Schweiz noch ganz fremden Islam geführt, namentlich im «Schweizer Spital» der südostanatolischen Stadt Urfa. Die Beiträge von namhaften europäischen, armenischen, türkischen und kurdischen Historikerinnen und Historiker beschränken sich nicht auf den Schauplatz Schweiz; sie geben auch ­ nicht zuletzt auf der Grundlage schweizerischer Augenzeugnisse ­ einen guten Einblick in die nicht immer einfach fassbaren Vorgänge auf osmanischen Schauplätzen. Sie tun dies auf einer Quellenbasis, die erst seit kurzem in diesem Umfang zugänglich ist.

Klappentext

Mitte der 1890er Jahre kam es in der osmanischen Türkei zu Pogromen an den Armeniern, deren Opferbilanz diejenigen an den Juden im russischen Reich um ein Vielfaches übertraf. Zwanzig Jahre später liess die jungtürkische Regierungsclique die Armenier aus ihrem jahrtausendealten Siedlungsgebiet in den osmanischen Ostprovinzen deportieren und zu einem grossen Teil vernichten. Damit lieferte sie Nazi-Deutschland ein «erfolgreiches», da nie wirklich sanktioniertes Beispiel für die Ausrottung eines «andersartigen», als schädlich dargestellten Volksteils. Es ist Zeit geworden für eine gründliche Aufarbeitung der armenischen Frage, inklusive des Völkermords von 1915. Die «revisionistische» Seite, allen voran die offizielle damalige wie heutige türkische Historiographie, kann nach dem Ende des Kalten Krieges nicht mehr länger mit dem «Konsens des Schweigens» der Fachwelt zu diesem Thema rechnen. Handkehrum liefert keine Terrorgruppe mehr (wie die armenische Asala in den 1970er und 1980er Jahren) den Vorwand zur Zurückhaltung gegenüber einer sachlichen, bedingungslosen Offenlegung des Geschehens. Die Schweiz hat einen wesentlichen Teil zur Bewältigung dieser Aufgabe beizutragen. Nicht nur hatte eine bedeutende osmanisch- und russisch-armenische Exilgemeinde sie vor hundert Jahren zu ihrem intellektuellen Zentrum gewählt, sondern hier entstand auch eine bemerkenswerte helvetische Solidaritätsbewegung, die von der Empörungswelle des Jahres 1896 und dem Aufbau von Hilfswerken bis zum jahrzehntelangen Einsatz für die Heimatlosen nach dem Ersten Weltkrieg anhielt. Die armenische Frage hat in engagierten Kreisen auch zu einer wertvollen Auseinandersetzung mit dem damals für die Schweiz noch ganz fremden Islam geführt, namentlich im «Schweizer Spital» der südostanatolischen Stadt Urfa. Die Beiträge von namhaften europäischen, armenischen, türkischen und kurdischen Historikerinnen und Historiker beschränken sich nicht auf den Schauplatz Schweiz; sie geben auch ­ nicht zuletzt auf der Grundlage schweizerischer Augenzeugnisse ­ einen guten Einblick in die nicht immer einfach fassbaren Vorgänge auf osmanischen Schauplätzen. Sie tun dies auf einer Quellenbasis, die erst seit kurzem in diesem Umfang zugänglich ist.

Weitere Informationen

  • Allgemeine Informationen
    • GTIN 09783905313055
    • Auflage 1999
    • Editor Hans L Kieser
    • Sprache Französisch, Deutsch
    • Genre Neuzeit-Sachbücher bis 1918
    • Lesemotiv Auseinandersetzen
    • Größe H155mm x B225mm x T30mm
    • Jahr 1999
    • EAN 9783905313055
    • Format Paperback
    • ISBN 978-3-905313-05-5
    • Titel Die armenische Frage und die Schweiz (1896-1923) /La Question arménienne et la Suisse (1896-1923)
    • Gewicht 630g
    • Herausgeber Chronos Verlag
    • Anzahl Seiten 300

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