Die Rhetorik der Gewohnheit

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Details

Der alte Streit zwischen Philosophie und Rhetorik über die Möglichkeiten rationaler Selbstbestimmung ist alles andere als entschieden. Gewohnheit und Konventionen, die klassischen Opponenten der Vernunft, spielen in der Ökonomie menschlichen Handelns und Wissens keinesfalls nur eine negative Rolle. Vielmehr stehen sie für einen Geltungsanspruch ein, der Identität, auch soziale, nicht über Natur und Verstand, sondern über gewachsene Orientierung in der Zeit, über Geschichte, definiert. Memoria und actio, die beiden oft vernachlässigten Aufgaben des Redners, verweisen auf die performative Dimension, die Wissen über ein habitualisiertes Gedächtnis, über Wiederholung, dem Körper einschreibt. Solches Wissen kann nicht gelehrt, sondern nur geübt werden und ist noch Grundlage des kulturellen Gedächtnisses. Ausgehend von der antiken Rhetorik wird das breite Funktionsspektrum der Gewohnheit und seine Leistung für die Modellierbarkeit des Menschen am Beispiel der mittelalterlichen Monastik und Adelserziehung bis hin zur frühneuzeitlichen Schwankliteratur verfolgt. Im Fokus stehen nicht nur Formen des Handelns, sondern auch des Wissens, wie sie die Topik traditionell verwaltet und die im Rahmen einer «Epistemologie des Exemplarischen» neue Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben.

Autorentext
Professor fur ältere deutsche Sprache und Literatur an der Universität zu Köln. Veröffentlichungen zu Ordnungen des Wissens in der fruhen Neuzeit, zur Kultursemiotik des Mittelalters und zur Funktion der Topik im mittelalterlichen Erzählen.

Inhalt
Vorwort von Christian Kiening Einleitung Theoretischer Rahmen Antike Rhetorik als Paradigma Rhetorische Wahrscheinlichkeit und christliche Wahrheit Worte und Taten Monastische Erziehung Vollkommenheit: puer senex Christliche Bildung des Adels Das Gedächtnis des Herzens Der Hof: Adelserziehung Indifferenzzonen von Natur und Gewohnheit

Weitere Informationen

  • Allgemeine Informationen
    • Sprache Deutsch
    • Untertitel Zur Habitualisierung des Wissens in der Vormoderne
    • Autor Udo Friedrich
    • Titel Die Rhetorik der Gewohnheit
    • Veröffentlichung 30.11.2021
    • ISBN 978-3-0340-1647-6
    • Format Paperback
    • EAN 9783034016476
    • Jahr 2021
    • Größe H195mm x B130mm
    • Gewicht 166g
    • Herausgeber Chronos Verlag
    • Auflage 1. A.
    • Genre Deutsche Sprach- & Literaturwissenschaft
    • Lesemotiv Verstehen
    • Anzahl Seiten 132
    • GTIN 09783034016476

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