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Die Stadt St. Gallen seit dem Zweiten Weltkrieg
Details
Bis heute gibt es kein Werk, das die Geschichte der Stadt St. Gallen vom Zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart in all ihren Facetten darstellt. Das Buch des Historikers und langjährigen NZZ-Regionalkorrespondenten Peter Stahlberger schliesst diese Lucke. Es basiert auf intensiver Forschungsarbeit namentlich im St. Galler Stadtarchiv, dazu je nach Thema in der städtischen Baudokumentation, im Staatsarchiv, im Bischöflichen Archiv und im Archiv fur Frauen-, Geschlechter- und Sozialgeschichte Ostschweiz. Gleichwohl ist es in gut lesbarer, die verschiedenen Aspekte zu einer schlussigen Erzählung verknupfenden Form gehalten. Die drei Teile des Buches ergeben sich aus der zeitlichen Abfolge der Ereignisse und Entwicklungen. Der erste Teil schildert in 11 Kapiteln den Übergang von der Krisen- und Kriegszeit zur Nachkriegszeit in den 1940er-Jahren. Im 14 Kapitel umfassenden Teil 2 geht es in thematischen Längsschnitten um die Wachstumsphase ab Mitte des 20. Jahrhunderts, die trotz einigen Ruckschlägen bis heute anhält. Der dritte Teil nimmt in drei Kapiteln die Herausforderungen in den Blick, die sich der Stadt in Zeiten der Globalisierung und des zunehmenden Standortwettbewerbs stellen. Teil 1: Übergang von der Krisen- und Kriegszeit zur Nachkriegszeit in den 1940er-Jahren Auffällig ist, dass die zuvor während Jahrzehnten ruckläufige Bevölkerungszahl der Stadt St. Gallen (75 000 Personen 1910, noch 62 000 bei der Volkszählung 1941) mitten im Krieg wieder anzusteigen begann. Ein Hauptgrund dafur lag in der vom Bund zu Kriegsbeginn eingefuhrten Erwerbsersatzordnung, die mit Familienund Kinderzulagen das Heiraten und kinderreiche Haushalte gleichsam prämierte. In St. Gallen fuhrte der «Babyboom» allerdings auch zu Problemen: Weil nach dem abrupten Ende der Stickereiblute fast nichts mehr gebaut worden war, herrschte in der unmittelbaren Nachkriegszeit eine extreme Wohnungsnot. Prekär waren auch die Raumverhältnisse in den Kindergärten und Schulen, was zu teils unkonventionellen Lösungen wie der Verlegung des Unterrichts in Kirchen oder Pfadfinderheime zwang. Teil 2: Anhaltendes Wachstum seit Mitte des 20. Jahrhunderts Die in den 1950er-Jahren einsetzende Hochkonjunktur ermöglichte es der Stadt und zwang sie aufgrund des andauernden Bevölkerungswachstums , ihre Infrastruktur den veränderten Verhältnissen anzupassen. Nebst Wohnsiedlungen und Schulanlagen entstanden nun unter anderem Energieversorgungs-, Abfallentsorgungsund Gewässerschutzbauten, ein neues Rathaus sowie als teuerstes und technisch anspruchsvollstes Werk das Autobahnteilstuck von Winkeln bis ins Neudorf. Gerade der Ausbaustandard und die Linienfuhrung der Autobahn waren jedoch lange Zeit umstritten. Und ganz allgemein wuchs mit der Zeit das Unbehagen uber die steigende Umweltbelastung und die mit dem Wohlstand einhergehende Konsumorientierung. Zeichen dieses Unbehagens waren die Auffächerung des Parteienspektrums und die vor allem von jungen Leuten artikulierten Forderungen nach mehr Freiräumen und nach grosszugigerer öffentlicher Unterstutzung alternativer Kulturformen. Tatsächlich erhöhte die Stadt ab den 1980er-Jahren ihr Engagement im Kulturbereich. Sie schuf zum Beispiel die Stelle eines Kulturbeauftragten, gestaltete die ehemalige Graben-Turnhalle zum Kulturlokal um, ermöglichte dem Verein Kinok den Aufbau eines Arthouse-Kinos, richtete in der Reithalle Ateliers fur Kunstlerinnen und Kunstler ein, stellte das Lagerhaus fur Museen zur Verfugung und erwarb später das Palace als Ort fur Konzerte und weitere Kulturanlässe. Teil 3: Aktuelle Herausforderungen durch Globalisierung und Standortwettbewerb Die Stadt zählt aktuell gut 82 000 Einwohnerinnen und Einwohner. Ihre Planungen indes sind darauf ausgerichtet, dass es dereinst 100 000 sein werden und dass sich die Zahl der Arbeitsplätze etwa in derselben Grössenordnung bewegt. Ist das realistisch oder Wunschdenken? Zumindest theoretisch wäre es möglich, die gesteckten Ziele durch den Zusammenschluss mit Nachbargemeinden zu erreichen. Wie aber ein Versuchsballon vor rund 15 Jahren zeigte, fehlt es fur solche Fusionen an Partnern. Die Stadt setzt deshalb auf Innenverdichtung, das heisst auf bauliche Ergänzungen, Erweiterungen und Erneuerungen innerhalb bereits eingezonter Gebiete. Unabhängig vom Erfolg solcher Bemuhungen sind aus Sicht der Hauptstadt zudem Anpassungen am innerkantonalen Finanzausgleich nötig, um eine fairere Verteilung der sogenannten Zentrumslasten und nach Möglichkeit eine Verringerung der Steuerfussunterschiede zwischen St. Gallen und den fiskalisch attraktiveren Regionsgemeinden zu erreichen.
Autorentext
Historiker und Journalist
Weitere Informationen
- Allgemeine Informationen
- Autor Peter Stahlberger
- Titel Die Stadt St. Gallen seit dem Zweiten Weltkrieg
- Veröffentlichung 31.10.2025
- ISBN 978-3-7291-1208-7
- Format Fester Einband
- EAN 9783729112087
- Jahr 2025
- Genre Regional- und Ländergeschichte
- Lesemotiv Auseinandersetzen
- Anzahl Seiten 464
- Herausgeber VGS Verlagsgenossenschaft, St. Gallen
- GTIN 09783729112087