Doppelbruder

CHF 49.30
Auf Lager
SKU
6DELBQ3VNH3
Stock 44 Verfügbar
Geliefert zwischen Mi., 28.01.2026 und Do., 29.01.2026

Details

Eine junge Frau will unbedingt Mutter werden. Alles hat sie ge­ plant: die Empfängnis durch einen Unbekannten, die vaterlose Erziehung, die Vorhänge im Kinderzimmer, den Namen des Kin­ des: Titou. Doch beim Ultraschalltermin erfährt sie zu ihrem Entsetzen, dass sie Zwillinge erwartet. Sie will aber nur ein Kind, einen einzigen Sohn. Nach der Geburt wird sie die Existenz des zweiten Kindes verleugnen und es in der Wohnung verstecken. Ihr Motto: Alles für Titou, nichts für «den Anderen». Während der eine an der übermäßigen Mutterliebe beinahe erstickt, vege­ tiert der andere eingeschlossen in der Waschkammer dahin. Das Blatt wendet sich erst, als der pubertierende Titou beschließt, seine überbehütende Mutter auf Abstand zu zwingen und sie mit der Realität des geheimen Bruders zu konfrontieren.

Autorentext
Violaine Bérot, geboren in einem Dorf in den französischen Pyrenäen, erwarb nach dem Philosophiestudium an der Universität Toulouse ein Diplom als Informatikerin und begann eine erfolgreiche Berufs­ karriere. Im Alter von dreißig Jahren zog sie sich in die Pyrenäen zurück, wo sie fortan Ziegen züchtete und sich seither dem Schreiben widmet. Am liebsten schreibt sie, wenn sie als Writer in Residence eingeladen ist, da sie so die notwendige Distanz zum persönlichen Umfeld findet.

Klappentext
Ich fühlte mich richtig gut. Eines Morgens wurde es Zeit, in die Klinik zu gehen und auf einem Bildschrim das süsse Gesicht meines Sohnes anzuschauen. Ich verbrachte eine ganze Weile im Bad, um mich für unser Treffen hübsch zu machen. Mein kleiner Bub war der erste Typ, für den ich schön sein wollte.

Leseprobe
Die Dame vom Ultraschall Meine Aufgabe ist der Ultraschall. Den ganzen Tag lang kommen die Schwangeren zu mir herein, ich lasse sie sich erst ausziehen und später wieder anziehen, ich höre ihnen zu, wenn sie beim Anblick ihres unförmigen Winzlings in Entzückensschreie aus­ brechen, und ich rechne nach, wie viele ich noch hereinholen muss, bevor mein Tag zu Ende ist. Die da kam ziemlich spät. Nach ihr hatte ich nur noch drei andere. Heutzutage kommen sie ja immer öfter mit dem glücklichen Papa. Sie dagegen war allein. Ich bat sie, sich auszuziehen und hinzulegen. Sie redete nicht. Ehrlich gesagt, gefiel mir das. Ich half ihr auf den Untersuchungsstuhl. Sie starrte auf den Bildschirm, dass ihr fast die Augen aus dem Kopf fielen. Ich fing mit meiner Arbeit an. Ich sah sofort, was nicht zu übersehen war. Sie dagegen wollte natürlich so unbedingt etwas sehen, dass sie gar nichts sah. Das ist immer so. Immer muss ich es ihnen sagen. Also habe ich es ihr gesagt. Sie wurde schrecklich bleich, dann starrte sie mich an, als hielte sie mich für eine Lügnerin. Am liebsten hätte ich ihr rechts und links eine geklebt, um ihr Respekt beizubringen. Ich blieb vollkommen beherrscht. Ich erklärte ihr alles aus­ führlich und zeigte es ihr auf dem Bildschirm, und sie war ge­zwungen, mir zu glauben. Sie zog sich wieder an. Ich erinnerte sie daran, dass sie noch mal nach vorne zur Anmeldung musste, um die Untersuchung zu bezahlen. Diese Mädels kenne ich, die nutzen glatt die Gelegenheit, um einen zu beklauen. Die Mutter Zwei auf einmal! Dieser Dreckskerl hat mir zwei auf einmal gemacht! Ich wollte ein Kind, und soviel ich weiß, ist das für einen Typen kein Hexenwerk, einem Mädel ein Kind zu machen. Aber nein, der Kerl musste einen auf dicken Maxe machen und noch einen drauflegen. Zwei auf einmal ... Am liebsten hätte ich sie erschlagen, die blöde Kuh in ihrem weißen Kittel, wie sie mir das verkündet hat, mit ihrem Lächeln im Gesicht. Ich bin dann heim. Es ging mir gar nicht gut. In meinem Zimmer stand Titous Wiege, dazu die brandneuen Vorhänge, der superweiche, kleine Teddy und der Schrank mit den hübsch gefalteten Kindersachen darin. Es ging mir hundeelend. Ich legte mich hin und versuchte, mich zu beruhigen. Ich legte die Hände auf meinen Bauch. Ich spürte, wie Titou sich bewegte. Ich war sicher, dass es Titou war und nicht der Andere. Der Andere war gut beraten, keinen Mucks von sich zu geben. Wenn ich die Lage zusammenfasste, hatte ich nicht mal die Qual der Wahl. Titou war der Sohn, den ich gewollt hatte. Ab­ zutreiben stand also nicht zur Debatte. Ich hatte ja Titou in meinem Bauch, und bis zur Geburt würde er es dort, auf mein Ehrenwort, schön warm haben. Aber hätte ich einen Trick gekannt, um den Anderen ver­ schwinden zu lassen, ich hätte es auf der Stelle ausprobiert. Nur fand ich keinen Trick, um den Anderen abzumurksen, ohne dass Titou auch was abbekommen hätte. Mir blieb also nichts anderes übrig, als abzuwarten.

Weitere Informationen

  • Allgemeine Informationen
    • Sprache Deutsch
    • Gewicht 295g
    • Autor Violaine Bérot
    • Titel Doppelbruder
    • Veröffentlichung 31.05.2019
    • ISBN 978-3-9524752-1-8
    • Format Fester Einband
    • EAN 9783952475218
    • Jahr 2019
    • Größe H222mm x B138mm
    • Herausgeber PEARLBOOKSEDITION
    • Anzahl Seiten 128
    • Lesemotiv Entspannen
    • Übersetzer Katja Meintel
    • Illustrator Manù Hophan
    • Genre Erzählende Literatur & Romane
    • GTIN 09783952475218

Bewertungen

Schreiben Sie eine Bewertung
Nur registrierte Benutzer können Bewertungen schreiben. Bitte loggen Sie sich ein oder erstellen Sie ein Konto.
Made with ♥ in Switzerland | ©2025 Avento by Gametime AG
Gametime AG | Hohlstrasse 216 | 8004 Zürich | Schweiz | UID: CHE-112.967.470
Kundenservice: customerservice@avento.shop | Tel: +41 44 248 38 38