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Fadenbruch oder der letzte Schuss
Details
In der Hochkonjunktur produzierte die Weberei Wängi aus eineinhalb Millionen Kilogramm Garn jährlich rund zwölf Millionen Quadratmeter Gewebe und exportierte ihre Erzeugnisse in die ganze Welt. 340 Personen fanden ein Auskommen und erarbeiteten fur die Gemeinde jeden dritten Steuerfranken. Bis Anfang der 1990er-Jahre konnte die Weberei ihre Erträge jährlich steigern. Dann setzten auch fur das Thurgauer Unternehmen Ruckschläge ein. Nach 180-jährigem Bestehen musste die Baumwollweberei 2003 ihre Tore fur immer schliessen. Zwanzig ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Spulerin, Weberin, Schlichter, Saalmeister, Verkäufer, Logistiker, Betriebsleiter, Personalchef, Finanzdirektor und Unternehmer erzählen, wie sie die Zeit von der Expansion bis zum Niedergang der Weberei Wängi miterlebten und worauf sie stolz sind, wenn sie an ihre oft lebenslange Tätigkeit in der Textilindustrie zuruckdenken. Ihre Ausfuhrungen spiegeln die wirtschaftspolitischen Herausforderungen und vermitteln ein detailliertes Bild von den einzelnen Schritten der Gewebeproduktion: von der Garnbeschaffung uber die Webvorbereitung bis zum Webprozess und dem Verkauf der Stoffe. Das Buch ermöglicht es, in die vielfältige Welt der industriellen Weberei in der Schweiz einzutauchen und die letzten Zeitzeugnisse einer untergehenden Branche zu vernehmen.
Autorentext
lic. phil., Fachjournalistin, arbeitete als Redaktorin und Produzentin fur verschiedene Schweizer Medien. Sie ist in Wängi (TG) als Tochter einer Weberin und eines Webermeisters aufgewachsen.
Inhalt
Vorwort Teil 1: Das Jahrhundert der Stierlins (18231918) «Es ist nun einmal meine Pflicht». Georg Michael Stierlin (17861856) «Was jeden Freund des Vaterlands beschäftigt». Johann Caspar Bachmann (18021848) «Mehr Landwirt als Industrieller». Jakob August Stierlin (18181898) «Der Staat möge sich hüten, zu weit zu gehen». Conrad Albert Schweitzer (18181896) «Eine Persönlichkeit von grosser Tatkraft». Paul Joachim Stierlin (18901956) Teil 2: Die Jahrzehnte der Weberei Wängi und der Wängi Mesh (19182012) «Der letzte Mann muss mit bestem Können mithelfen». Willy J. Maurer, Disponent, Direktor, Mitglied des Verwaltungsrates 19241969 «Verkauft, ich bringe dann das benötigte Garn schon herein». Walter Binkert, vom Röhrliputzer zum Chefeinkäufer 19381988 «Man war jemand, wenn man arbeiten gehen konnte». Pia Sandmeier-Müller, Weberin 19401968 «Dann war ich auf einmal auch Kummergehilfe». Paul Hasler, Obermeister 19411989 «Wir Nachkriegsitaliener fühlten uns willkommen und akzeptiert». Mafalda Binkert-Sant, Andreherin 19461957 «35 Jahre lang lief alles gut». Adolf Läubli, Werkstattmeister 19541989 «Ich konnte damals mit 400 Franken Lohn gut leben». Adolf Ulbert, Disponent 19551994 «Es lag mir daran, bescheiden zu bleiben». Ursula Sulzer-Stierlin, Unternehmerin 19571988 «Ich wollte Fortschritte sehen». Hans Höpli, Monteur, Einziehmeister, Unternehmer 19581964, 19721990 «Eine Weberei, auf deren Erneuerungskraft man heute noch stolz sein könnte». Jürg Maurer, Assistent, Direktor, Delegierter des Verwaltungsrates 19601994 «Niemand setzte sich mehr für die Arbeiter in Wängi ein». Max Fuchs, Webereimaschinenvorrichter, Saalmeister 19632001 «Ich war ein Arbeiter im Verwaltungsbereich». Franz Kislig, Finanzchef, Vizedirektor 19641994 «Wir lagen über Jahre in den vordersten Rängen». Henri Müller, Betriebsorganisator, stellvertretender Betriebsleiter 19641999 «Ich musste sofort Verantwortung übernehmen». Hanspeter Schärer, vom Disponenten zum Unternehmer 19681994 «Mich hat die Lage der Arbeiterinnen und Arbeiter immer sehr beschäftigt». Hans Rudolf Stettler, Techniker, Personalchef 19691982 «Je schwieriger sich das Gewebe verkaufen liess, desto komplizierter wurde die Produktion». Theodor Kalberer, vom Vorrichter zum Vorwerkobermeister 19722005 «Ich habe den Kunden nie ein X für ein U vorgemacht». Edwin Keller, Verkaufschef 19731989 «Der Betrieb musste gewaltig umlernen». Hans Rudolf Figi, Betriebsleiter, Einkaufschef 19791994 «Wir halfen einander, wo wir konnten». Rocco und Rocchina Forgione, Schlichter und Zettlerin 19822003 «Zeigen, dass die Weberei kein führungsloses Schiff ist». Peter Naegeli, interimistischer Geschäftsführer 1994 «Sie haben mit der grossen Kelle angerichtet». Viktor Boller, Verwaltungsrat 19802006 «Müssten wir heute bei null starten, wäre unsere Situation sehr schwierig». Thomas Boller, Verwaltungsratspräsident 19962012 Anmerkungen Die Textilindustrie im Laufe der Zeit Abbildungsnachweis Quellen und Literatur
Weitere Informationen
- Allgemeine Informationen
- GTIN 09783034016803
- Auflage 1. A.
- Sprache Deutsch
- Größe H240mm x B160mm x T20mm
- Jahr 2022
- EAN 9783034016803
- Format Fester Einband
- ISBN 978-3-0340-1680-3
- Veröffentlichung 30.04.2022
- Titel Fadenbruch oder der letzte Schuss
- Autor Pia Somogyi-Sandmeier
- Untertitel Vom Untergang der Schweizer Textilindustrie: die Weberei Wängi (TG)
- Gewicht 1088g
- Herausgeber Chronos Verlag
- Anzahl Seiten 280
- Lesemotiv Verstehen
- Genre Arbeits-, Wirtschafts- & Industriesoziologie