Wir verwenden Cookies und Analyse-Tools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internet-Seite zu verbessern und für Marketingzwecke. Wenn Sie fortfahren, diese Seite zu verwenden, nehmen wir an, dass Sie damit einverstanden sind. Zur Datenschutzerklärung.
Fränkische Geschichten erzählt von Rudi Friedrich 2023
Details
Im Januar, wenn es draußen richtig kalt geworden war, wurde bei uns daheim alles für den Schlachttag vorbereitet. Der Metzger wusste Bescheid und der Fleischbeschauer hatte auch schon seine
Georg liebte seinen Schnupftabak. Wenn er seine Schnupperdose nicht gleich fand, wurde er nervös. Wer hat denn wieder meinen Schnupftabak weggenommen? Wir Buben wollten in einem unbeobachteten Moment eine priese Schnupftabak ausprobieren. Weil das beißende Tabakaroma uns so sehr von der Nase bis in unser Gehirn stieg, konnten wir beide unser hatschi nicht unterdrücken und niesten drauflos. Großvater lachte. Gell des steigt gang gewaltig in Nebenhöhlen eurer Nasen. Heute hatten wir uns selber verraten. Einige Tage später wollten wir das Experiment nochmals ausprobieren. Wir schnappten uns die auf dem Fenstersims liegende Dose und versteckten uns in der Scheune. Ich drückte meine Augen zu und nahm eine ordentliche Priese von dem verlockenden Genussmittel. Das Niesen zu unterdrücken war unmöglich. Dann kam mein Bruder dran. Weil wir allerdings das Scheunentor quietschen hörten, verhielten wir uns mucksmäuschenstill und Opa bewegte sich wieder nach draußen. Wo ist meine Schnupftabaksdose, hörten wir ihn vor sich hin aussprechen. Wir schlichen uns in seine Stube und legten die anscheinend lebenswichtige Büchse auf seinen aufgeklappten Schreibtisch. Großvater suchte jetzt überall. In seiner Werkstatt, im Ziegenstall, neben dem Hasenstall. Endlich stakste er in seine Stube. Er suchte auch hier so lange, bis er seine selbstgemachte Kuhhorndose fand. Nach langer Suche erblickte es seine geliebten Tabakbehälter. Aus einem Rinderhorn fertigte er eigenhändig seine einmalig schöne Schnupftabaksdose. Das Unikat gehörte zu ihm, wie seine Westentasche, in der er stets Trockenobst dabei hatte. Hutzeln und Tabak, das war seine Schwäche. Im Boden der Büchse setzte er eine Scheibe Nussbaumholz ein. Ebenso fertigte er einen Deckel aus dem gleichen Material an der Oberseite seines wertvollen Behältnisses. Den Deckel schusterte er etwas konisch so zusammen, dass er stramm auf der Dosenöffnung saß. Der kostbare Tabak sollte ja nicht ausgeschüttet werden.
Autorentext
Zuerst beginnt dein Werk durch einen Gedanken, danach wird sich dein Gedanke zu einer Idee verfestigen und dann kommen die mutigen Schritte des Tuns. Damit das noch nie dagewesene ein großer Wurf wird, ist deine Vorstellungskraft entscheidend. Stell dir vor, dass viele Leute von deinem Vorhaben begeistert sind und dir sogar applaudieren. Applaus muss es aber nicht unbedingt gleich zu Beginn deiner neuen Schöpfung geben. Rechne damit, dass deine Idee ignoriert oder sogar belächelt wird. Es wird jedoch die Zeit kommen, da du triumphieren wirst. In unserer modernen Welt werden wir nicht nur komponieren können. Beides komponieren und konsumieren werden wir ausüben.
Weitere Informationen
- Allgemeine Informationen
- GTIN 09783757506087
- Größe H190mm x B125mm x T30mm
- EAN 9783757506087
- Titel Fränkische Geschichten erzählt von Rudi Friedrich 2023
- Autor Augsfeld Haßfurt Knetzgau , Rudolf Friedrich , Rudi Friedrich
- Untertitel Unterfränkische Geschichten 2023
- Gewicht 518g
- Herausgeber epubli
- Anzahl Seiten 532
- Lesemotiv Orientieren
- Genre Familie
- Altersempfehlung 1 bis 18 Jahre