Gefühlsmedien

CHF 92.50
Auf Lager
SKU
NN6BKQD2D1L
Stock 49 Verfügbar
Geliefert zwischen Fr., 30.01.2026 und Mo., 02.02.2026

Details

«Erbare, tugendreiche [] freundliche und hertzallerliebste, verthrauhtte jungfraw brautt» schreibt der Nürnberger Kaufmann Balthasar Paumgartner 1582 an seine Verlobte Magdalena Behaim. Es ist der Auftakt einer sechzehnjährigen, 169 Briefe umfassenden Korrespondenz, welche einen einzigartigen Einblick in damalige Arbeits- und Besitzverhältnisse, Geschlechterrollen und Verwandtschaftsbeziehungen bietet. Wie hierbei über Gefühle geschrieben wurde, war stark von zeitgenössischen Bedingungen des Briefmediums um 1600 geprägt. Der medien- und emotionsgeschichtliche Zugang ermöglicht einen neuen Blick auf den Briefwechsel, welcher bis heute als Meilenstein in der historischen Entwicklung ehelicher Gefühle gilt.

Autorentext
Petra Hornung Gablinger studierte Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft und Geschichte an der Universität Zürich und promovierte hier Anfang 2017 zu Emotionen in frühneuzeitlichen Privatbriefen. Von 2011 bis 2013 war sie Doktorandin im NCCR «Mediality» (Universität Zürich).

Klappentext

«Erbare, tugendreiche [...] freundliche und hertzallerliebste, verthrauhtte jungfraw brautt» schreibt der Nürnberger Kaufmann Balthasar Paumgartner 1582 an seine Verlobte Magdalena Behaim. Es ist der Auftakt einer sechzehnjährigen, 169 Briefe umfassenden Korrespondenz, welche einen einzigartigen Einblick in damalige Arbeits- und Besitzverhältnisse, Geschlechterrollen und Verwandtschaftsbeziehungen bietet. Wie hierbei über Gefühle geschrieben wurde, war stark von zeitgenössischen Bedingungen des Briefmediums um 1600 geprägt. Der medien- und emotionsgeschichtliche Zugang ermöglicht einen neuen Blick auf den Briefwechsel, welcher bis heute als Meilenstein in der historischen Entwicklung ehelicher Gefühle gilt.


Inhalt

Einleitung
I. Der eheliche Briefwechsel Paumgartner als Angelpunkt
II. Emotions- und mediengeschichtliche Ansätze
III. Untersuchungszugang
IV. Die Briefe der Nürnberger Patrizierfamilien Behaim und Paumgartner um 1600
V. Aufbau

Die Briefe und ihre Funktionsweise
I. Der soziale Wert des Briefes

  1. Kommunikative Normallage im Kaufmannsmilieu
  2. Schreiben lernen und Bildung
  3. Briefe schreiben: Das «Conceptionale» des Lukas Friedrich Behaim
    II. Das Transportwesen im Wandel
  4. Das institutionalisierte, anonymisierte Botenwesen
  5. Botengänge durch Bekannte und Familie
  6. Frauen als Mittlerinnen
    III. An der Schwelle von Geheimhaltung und Teilnahme
  7. Geheime Briefe
  8. Gemeinschaftsbriefe
  9. Exkurs: Anna Büschler und Erasmus von Limpurg - geheime Liebesbriefe?

    IV. Formale Merkmale der Briefe

  10. Sprachliche Merkmale
  11. Adressierung auf der Briefaussenseite
    V. Zwischenfazit

    Die Briefe als Beziehungen
    I. Liebe, Ehe, Verwandtschaft

  12. Familiale Beziehungen in Briefen
  13. Ehe und Liebe
    II. Partnerwahl
  14. Heiratsfreunde, Tanten als Fürsprecherinnen und andere Akteure
  15. Der richtige Partner: Kriterien
  16. Eheschliessungen im Spiegel einer breiteren Öffentlichkeit
    III. Eheanbahnung und Liebeswerben
  17. Liebesbriefe nach Nürnberg - und an wen?
  18. Hochzeit feiern
    IV. Verheiratete Familien als emotional community
  19. Freund und Feind
  20. Grußkultur

    V. Das Ehepaar Paumgartner

  21. Ökonomische Partner
  22. Ethos Sparsamkeit
  23. Das Haus, oder: variable Haushalte
  24. Vom Ende einer Ehe
    VI. Die Ehe und ihre Beziehungsgeflechte
  25. Geschwister: Konflikte mit Bruder Caspar Paumgartner
  26. Der Vater Balthasar Paumgartner senior
  27. Die Mutter Magdalena Behaim (geb. Römer)
    VII. Zwischenfazit

    Die Briefe als Gefühlsmedien
    I. Gefühle - medialisiert

  28. «... mitt einem kleinen brieflin besuchen»: Möglichkeiten des Briefmediums
  29. Grenzen geschriebener Gefühle
    II. Briefe schreiben als emotionale Praxis
  30. Hände, Schrift, Handschrift
  31. Schriftbildlichkeit
  32. Schreibprozesse: Entstehungsmomente und der Körper
  33. Aufmerksamkeit über Briefe
    III. Eine Sprache der Intimität - nicht nur zwischen Ehepartnern
  34. Der appellative Charakter von Anreden und Bitten
  35. Die Briefe als Herzensangelegenheit
  36. Der Tod - eine kollektive Erfahrung
  37. Nähe angesichts des Todes: Trauer um Friedrich Behaim
  38. Im Zwiespalt mit dem Schriftregime: der Tod des Sohnes Balthasar
    IV. Erinnern und Vergessen
  39. Zeit und Zeiten
  40. Räume
  41. Der Körper
    V. Dinge in den Briefen, oder: emotionale Objekte
  42. Nähe über Textilien
  43. Intime Geschenke und der Körper
  44. Exkurs: Ursula Frehers Brautbriefe - Materialisierung von Liebe
  45. Melonen, Strümpfe und ein Pony: affektiver Warenverkehr
    VI. Zwischenfazit

    Die Briefe bei Georg Steinhausen
    I. Gefühle für Georg Steinhausen

  46. Emotionsgeschichtliche Annäherung(en)
  47. Georg Steinhausen: Stationen und Werke
    II. Geschichtsschreibung und Geschichtsforschung
  48. Quellenmaterial und die Arbeit im Archiv
  49. Das »Archiv für Kulturgeschichte«: kulturgeschichtliche Totale und diverse Leserschaft
  50. Populäre Geschichtsschreibung: Darstellung und Vermittlung
    III. Der Briefwechsel im Spiegel von Georg Steinhausens Arbeiten
  51. Der Kaufmann, oder: von gutem und schlechtem Wirtschaften
  52. Ehe, Verwandtschaft und der Ort der Frau
    IV. Der Historiker als emotionales Wesen
  53. Der Brief - romantisiertes Relikt
  54. Georg Steinhausen und seine Geschichte der Gefühle
    V. Zwischenfazit

    Schlusswort

Weitere Informationen

  • Allgemeine Informationen
    • GTIN 09783034014342
    • Sprache Deutsch
    • Größe H225mm x B155mm
    • Jahr 2018
    • EAN 9783034014342
    • Format Kartonierter Einband
    • ISBN 978-3-0340-1434-2
    • Veröffentlichung 02.03.2018
    • Titel Gefühlsmedien
    • Autor Petra Hornung Gablinger
    • Untertitel Das Nürnberger Ehepaar Paumgartner und seine Familienbriefe um 1600
    • Gewicht 450g
    • Herausgeber Chronos Verlag
    • Anzahl Seiten 276
    • Lesemotiv Verstehen
    • Genre Neuzeit bis 1918

Bewertungen

Schreiben Sie eine Bewertung
Nur registrierte Benutzer können Bewertungen schreiben. Bitte loggen Sie sich ein oder erstellen Sie ein Konto.
Made with ♥ in Switzerland | ©2025 Avento by Gametime AG
Gametime AG | Hohlstrasse 216 | 8004 Zürich | Schweiz | UID: CHE-112.967.470
Kundenservice: customerservice@avento.shop | Tel: +41 44 248 38 38