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Gericht als Angebot
Details
Die Lektüre von Gerichtsakten hat einen eigentümlichen Reiz. Das vorliegende Buch geht anhand der Gerichtsquellen der Klosterherrschaft Engelberg um 1600 der Frage nach, welche Erkenntnisse aus Gerichtsquellen gewonnen werden können. Das ausgesprochen dicht überlieferte Schriftgut der kleinen Klosterherrschaft Engelberg und die für vormoderne Verhältnisse erstaunlich einfach gehandhabte gerichtliche Zuständigkeit erlauben aufschlussreiche Einblicke in die Produktion gerichtlicher Unterlagen und in die Funktion der gerichtlichen Arbeit. Das Gericht wird von der Obrigkeit ebenso in Anspruch genommen wie von den Untertanen. Ausschlaggebend für die Gerichtsnutzung ist das gerichtliche Angebot, und zwar nicht nur für den zivilrechtlichen, sondern auch für den strafrechtlichen Bereich. Die Attraktivität dieses 'service public' erst schafft die Nachfrage. Das Buch erzählt von der Wiederherstellung verletzter Ehre mit dem Instrument des 'Aberwandels', von der pragmatischen Behandlung von Diebstahl oder Ehebruch und vom Handlungsspielraum unverheirateter Frauen auf dem Heiratsmarkt und lotet dabei das Erkenntnispotential vormoderner Gerichtsakten aus.
Autorentext
Michael Blatter leitet seit 2008 das Stadtarchiv Sursee
Klappentext
Die Lektüre von Gerichtsakten hat einen eigentümlichen Reiz. Das vorliegende Buch geht anhand der Gerichtsquellen der Klosterherrschaft Engelberg um 1600 der Frage nach, welche Erkenntnisse aus Gerichtsquellen gewonnen werden können. Das ausgesprochen dicht überlieferte Schriftgut der kleinen Klosterherrschaft Engelberg und die für vormoderne Verhältnisse erstaunlich einfach gehandhabte gerichtliche Zuständigkeit erlauben aufschlussreiche Einblicke in die Produktion gerichtlicher Unterlagen und in die Funktion der gerichtlichen Arbeit. Das Gericht wird von der Obrigkeit ebenso in Anspruch genommen wie von den Untertanen. Ausschlaggebend für die Gerichtsnutzung ist das gerichtliche Angebot, und zwar nicht nur für den zivilrechtlichen, sondern auch für den strafrechtlichen Bereich. Die Attraktivität dieses «service public» erst schafft die Nachfrage. Das Buch erzählt von der Wiederherstellung verletzter Ehre mit dem Instrument des «Aberwandels», von der pragmatischen Behandlung von Diebstahl oder Ehebruch und vom Handlungsspielraum unverheirateter Frauen auf dem Heiratsmarkt und lotet dabei das Erkenntnispotential vormoderner Gerichtsakten aus.
Inhalt
- Fragestellung 1.1. Verlockende Quellen: Montaillou 1.2. Frage 1.3. Geschichtsschreibung mit Gerichtsquellen 1.4. Gegenstand und Zeitraum der Untersuchung 2. Politik 2.1. Eigenständigkeit im Mittelalter 2.2. Bevormundung unter den Innerschweizer Schirmorten 2.3. Erneute Eigenständigkeit seit Abt Benedikt Sigerist 2.4. Die Engelberger Unruhen zu Beginn des 17. Jahrhunderts 3. Wirtschaft 3.1. Vieh- und Alpwirtschaft 3.2. Klosterwirtschaft 4. Gesellschaft 4.1. Bevölkerungszahl 4.2. Gesellschaftsstruktur 5. Schriftgut 5.1. Schriftgut der Talleute 5.2. Schriftgut der Talgemeinde 5.3. Schriftgut des Klosters 6. Gericht 6.1. Hohe und niedere Gerichtsbarkeit 6.2. Richter und Gerichtsschreiber6 .3. Gerichtsnutzung 7. Ehrverletzung 7.1. 'Aberwandel' Wiederherstellung verletzter Ehre 7.2. Gerichtsbiografie von Barbara Barmettlen 7.3. Ehrverletzungen und Ehre 8. Diebstahl 8.1. Rechtsnormen 8.2. Rechtspraxis 9. Sexualität 9.1. Ehrverletzende Beschimpfungen 9.2. Rechtsnormen 9.3. 'Bluomen' Jungfräulichkeit vor Gericht 9.4. Prostitution 9.5. Gerichtsbiografie von Ammann Baltzer Dilger 9.6. Ehebruch 10. Obrigkeit 10.1. Klagend oder nicht klagend 10.2. Anklage wegen Gotteslästerung 10.3. Anklage wegen Wirtens 10.4. Anklage wegen Holzschlagens 10.5. Anklage wegen Viehweide 10.6. Anklage wegen Musikspielens 10.7. Anklage wegen Finanzen 10.8. Anklage wegen Diebstahls 10.9. Anklage wegen Ehebruchs 10.10. Anklage wegen Friedbruchs oder Gewalt 10.11. Anklage wegen Ehrverletzung gegenüber der Obrigkeit 11. Schluss 11.1. Frage 11.2. Gerichtliches Schriftgut 11.3. 'Zivilrechtstrichter' 11.4. 'Strafrechtstrichter' 11.5. Leben der Talleute
Weitere Informationen
- Allgemeine Informationen
- GTIN 09783034011129
- Sprache Deutsch
- Größe H240mm x B155mm x T23mm
- Jahr 2012
- EAN 9783034011129
- Format Kartonierter Einband
- ISBN 978-3-0340-1112-9
- Veröffentlichung 21.08.2012
- Titel Gericht als Angebot
- Autor Michael Blatter
- Untertitel Schriftgutverwaltung und Gerichtstätigkeit in der Klosterherrschaft Engelberg 15801622
- Gewicht 620g
- Herausgeber Chronos Verlag
- Anzahl Seiten 280
- Lesemotiv Verstehen
- Genre Mittelalter
- Auflage 21.08.2012