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Gesellschaft im Bad
Details
Im Spätmittelalter war die Kur in einem Heilbad eine wichtige Methode zur Behandlung von Krankheiten und zur Pflege der Gesundheit. Dies machte das Heilbad zu einem Treffpunkt aller Gesellschaftsschichten. Die damalige Zeit nimmt Verhaltensmuster der heutigen 'Wellness-Bewegung' vorweg. Der wachsende Zulauf zu den Natur- und Heilbädern in der Zeit vom 14. bis 16. Jahrhundert ist bekannt. Zahlreiche Heilquellen im Gebiet der Schweiz wurden entdeckt und als Bäder erschlossen. Diesen Erschliessungsprozess untersuchte die bisherige Forschung vorwiegend auf der Ebene der Ereignis- und Sozialgeschichte. Die vorliegende Studie versucht den Erfolg der Bäder aus medizinischen, sozioökonomischen und herrschaftsbezogenen Faktoren zu erklären: Was war im Mittelalter an Wissen über die Gesundheitspflege im Bad vorhanden? Wer verbreitete das balneotherapeutische Wissen? Welche Erwartungen hatten die Menschen an die Heilbäder? Wie war das Konsum- und Kommunikationsverhalten der Badegäste? Wie viel Geld gaben die Badenden verschiedener sozialer Schichten für Badefahrten aus? Schliesslich interessieren die wirtschaftliche Bedeutung eines Bades und die Rolle der Territorialherrschaft bei der Erschliessung, Nutzung und Konfliktregelung im Zusammenhang mit dem Bad. Die Entwicklungen werden exemplarisch am Beispiel von Bad Pfäfers gezeigt und mit anderen Bädern verglichen. Die vorliegende Untersuchung liegt auf der Schnittstelle der Medizin-, Sozial-, Kultur- und Territorialgeschichte. Die Auswertung von bis anhin unerschlossenem Quellenmaterial sowie veränderte methodische Ansätze und Fragestellungen geben neue Einblicke in ein Thema, das die Aufmerksamkeit der Menschen immer wieder von Neuem auf sich zieht.
Autorentext
Pius Kaufmann
geboren 1962, studierte Allgemeine Geschichte an der Universität Zürich. Er unterrichtet Geschichte an der Kantonsschule Zug.
Inhalt
TEIL I: GESUNDHEITSPFLEGE IM BAD: WISSEN UND PRAXIS 1. Einführung 2. Anfänge des Pfäferser Bades Auffindung der Heilquelle von Pfäfers Interesse der Gelehrten an den Thermen 3. Rolle der Ärzte bei der Nutzung der Badetherapien im Allgemeinen und bei der Erschliessung der Pfäferser Therme im Besonderen Motive für eine Badetherapie aus Patientensicht Wasserbäder zu medizinischen Zwecken ein historischer Überblick Praxis der künstlich hergestellten Wasserbäder im 16. Jahrhundert Ärztliche Consilia zum Besuch der Pfäferser Therme 4. Verbreitung des balneotherapeutischen Wissens zum Pfäferser Bad Rezeption der Monografie Hemmerlis zu Pfäfers Rezeption der Monografie des Paracelsus zu Pfäfers 5. Wunderglaube und Heilkulte 6. Zusammenfassung TEIL II. RAHMENSTRUKTUREN UND MÖGLICHKEITEN FÜR BADEFAHRTEN 1. Einführung 2. Kanoniker an Domkapiteln und an weltlichen Kollegiatstiften Badeurlaub in den Statuten: Entwicklung der normativen Strukturen Probleme bei der Umsetzung der Bäderstatute im Alltag 3. Klosterangehörige 4. Herrschaftsträger Bäder im diplomatischen Kontext Badegeschenke und Netzwerke 5. Arme Leute Stellenwert der Badefahrten im Fürsorgewesen Probleme bei der Realisierung von Badefahrten 6. Zusammenfassung TEIL III: DURCHFÜHRUNG DER BADEFAHRT, AUFENTHALT IM NATURBAD 1. Einführung 2. Aufbruch und Reise zum Naturbad Badewünsche: feliciter laves Unterwegs zum Bad 3. Aufenthalt im Naturbad Unterkunft Verpflegung Badegesellschaften Heilquelle als Quelle des Heils: Gottesdienst im Naturbad Konsum im Bad, Kosten der Badefahrten 4. Rückkehr aus dem Bad Betrachtungen zum Bad im Rückblick Personen von Stand lassen ihre Wappen zurück: Memorisierung des Badeaufenthaltes Rückkehr unter schwierigen und erfreulichen Vorzeichen 5. Zusammenfassung TEIL IV: NATURBAD ALS WIRTSCHAFTLICHER UND HERRSCHAFTSBEZOGENER FAKTOR IM TERRITORIALSTAAT 1. Einführung 2. Zugriff der Territorialherrschaft auf die Heilquellen Rechtliche Grundlagen Untersuchung und Bewertung einer Heilquelle durch die Territorialherrschaft Stellenwert der Naturbäder als Wirtschaftsfaktor 3.Verwaltung der Bäder durch die Territorialherrschaft Einbindung lokaler Akteure durch Ressourcenübertragung Badeordnungen und Rechtsprechung im Bad Mandate bei Seuchen 4. Konflikte bei der Durchsetzung territorialer Staatlichkeit in den Naturbädern Gegensätzliche Standpunkte bei der Erhebung des Badegeldes in Pfäfers Streit um Qualität und Preise des Weines im Bad Bruch des Land- und Religionsfriedens im Bad 5. Zusammenfassung SCHLUSSFOLGERUNGEN: GESELLSCHAFT IM BAD (13001610)
Weitere Informationen
- Allgemeine Informationen
- GTIN 09783034009539
- Sprache Deutsch
- Größe H225mm x B155mm x T38mm
- Jahr 2009
- EAN 9783034009539
- Format Fester Einband
- ISBN 978-3-0340-0953-9
- Veröffentlichung 20.03.2009
- Titel Gesellschaft im Bad
- Autor Pius Kaufmann
- Untertitel Die Entwicklung der Badefahrten und der "Naturbäder" im Gebiet der Schweiz und im angrenzenden südwestdeutschen Raum (1300-1610)
- Gewicht 855g
- Herausgeber Chronos Verlag
- Anzahl Seiten 458
- Lesemotiv Verstehen
- Genre Mittelalter
- Auflage 03.2009