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Helfen als Verpflichtung
Details
Armut, Hunger und Not waren die Grundübel Anfang des 19. Jahrhunderts. Auf Initiative von philanthropisch gesinnten Bürgern wurde 1812 die Hülfsgesellschaft Winterthur gegründet mit dem Ziel, die Not der armen Bevölkerung in Winterthur und Umgebung zu lindern. Im Laufe ihrer Geschichte lancierte sie zahlreiche sozial fortschrittliche Projekte, die später als selbstverständliche Aufgaben in den Sozialstaat integriert wurden. Die Hülfsgesellschaft Winterthur verstand sich in ihren Anfangszeiten als Vereinigung von liberal gesinnten 'Menschenfreunden', die die gröbsten Auswüchse des sozialen und wirtschaftlichen Wandels lindern helfen wollte. Dazu gehörte nicht nur die Bekämpfung von Armut, Wohnungsnot, Tuberkulose oder Alkoholismus, sondern von Anfang an die Förderung von begabten Jugendlichen. Denn eine gute Bildung wurde als beste Versicherung gegen Armut betrachtet. Heute selbstverständliche soziale Einrichtungen wie Kindergärten oder Altersheime waren ebenfalls Pionierwerke der Hülfsgesellschaft. Obwohl die Hülfsgesellschaft eher liberal-konservativ ausgerichtet war, war sie bis in die jüngste Zeit Katalysator für notwendige und wegweisende soziale Projekte, die oft Mühe hatten, andere Geldgeber zu finden. Die Schilderung von Einzelschicksalen zeigt exemplarisch, wieso die individuelle Unterstützung bis heute eine Notwendigkeit geblieben ist. Die Geschichte der Hülfsgesellschaft ist auch ein Stück Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Stadt Winterthur. So lässt sich zeigen, wie diese Institution immer auch geprägt war von der Entwicklung der Stadt und welche Rückwirkungen diese auf die Tätigkeit der Hülfsgesellschaft hatte.
Autorentext
Thomas Buomberger geb. 1952, nach einer Banklehre Studium von Geschichte, Publizistik und englischer Literatur an der Universität Zürich, Abschluss mit Dissertation. Während 14 Jahren Redaktor beim Schweizer Fernsehen. Seit 2001 selbständige Tätigkeit als Journalist, Historiker, Projektentwickler. Autor mehrerer Bücher und Dokumentarfilme.
Klappentext
Die Neutralität ist die wichtigste aussenpolitische Maxime des schweizerischen Bundesstaates. Ihre Auslegung und Umsetzung waren jedoch immer umstritten. Im Spannungsfeld unterschiedlicher politischer Kräfte wurde sie fortwährend neu gedeutet und im Hinblick auf die internationale Situation und auf innenpolitische Konstellationen modifiziert. Gilbert Grap geht in seinem Buch dem Volksbund für die Unabhängigkeit der Schweiz (VUS) nach, der sich massiv in diese Debatten einmischte. 1921 von rechtskonservativen, germanophilen Kreisen gegründet, bekämpfte er den Beitritt der Schweiz zum Völkerbund und das daraus folgende Konzept der «differenziellen Neutralität». Beeindruckt durch den Landesstreik von 1918 - der grössten innenpolitischen Krise - und beeinflusst durch neue nationalistische Strömungen, die sich nach dem Ersten Weltkrieg auch in andern Ländern zeigten, forderte er die Rückkehr zu einer kompromisslosen «integralen Neutralität». Er lehnte Liberalismus und Sozialismus ab und votierte für eine starke Armee zur Verteidigung der nationalen Souveränität. Damit verbunden war der Kampf gegen «geistige Überfremdung». Immer stärker profilierte sich der VUS als Avantgarde einer nationalen Erneuerungsbewegung. 1933 bekannten sich einige seiner massgeblichen Exponenten offensiv zum antisemitischen, antidemokratischen Gedankengut des «Frontenfrühlings». In bisher kaum erforschten Quellen wie zum Beispiel Protokollen und Schriften des VUS recherchierte der Historiker Gilbert Grap minutiös die Spur des VUS in die Schweizer Politik und Gesellschaft bis ins Jahr 1934. Das Buch bietet einen neuen Blick auf die Schweiz der Zwischenkriegszeit. Es stellt Debatten zur Neutralität dar und vermittelt damit einen neuen Zugang zu den heutigen Kontroversen um die Aussenpolitik der Schweiz.
Inhalt
Einleitung Zeit des Umbruchs: Winterthur im 19. Jahrhundert Armut als Lebensform Die Hülfsgesellschaft: Wohlfahrtsorganisation und Sozialunternehmen Philanthropie und Unternehmertum Neue Aufgaben durch die Industrialisierung Die Wohnungsmisere Das Jahrhundert der Katastrophen und des wirtschaftlichen Fortschritts Alte und Gebrechliche Die Jugend regt sich Alkoholismus und andere Süchte Die Volkskrankheit Tuberkulose Die Hülfsgesellschaft als Katalysator Zusammenfassung
Weitere Informationen
- Allgemeine Informationen
- GTIN 09783034011020
- Auflage 24.11.2011
- Sprache Deutsch
- Größe H215mm x B205mm x T28mm
- Jahr 2011
- EAN 9783034011020
- Format Kartonierter Einband
- ISBN 978-3-0340-1102-0
- Veröffentlichung 24.11.2011
- Titel Helfen als Verpflichtung
- Autor Thomas Buomberger
- Untertitel Die Hülfsgesellschaft Winterthur 18122012
- Gewicht 1220g
- Herausgeber Chronos Verlag
- Anzahl Seiten 352
- Lesemotiv Verstehen
- Genre Arbeits-, Wirtschafts- & Industriesoziologie