Katholische Aufklärung, Volksfrömmigkeit und "Religionspolicey"

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Details

Im Rahmen von aufklärungsgeprägten Bestrebungen zur Läuterung und Beschneidung der Volksfrömmigkeit unterwarfen die preußischen Behörden 1816 das nordrheinische Wallfahrtswesen einem strengen Regelwerk. 1826 verbot der Kölner Erzbischof Graf Spiegel mit staatlicher Billigung und Rückendeckung mehrtägige und bistumsüberschreitende Wallfahrtzüge.

Das Wallfahren war seit der Aufklärung eine staatlich und kirchenamtlich missbilligte Volksfrömmigkeitsform, die sich jedoch weiterhin großer Beliebtheit erfreute. Nachdem schon in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts die Kölner Kurfürsten und zeitweilig auch die nachfolgende französische Verwaltung mehrtägige Wallfahrtsprozessionen untersagt hatten, unterwarfen nach dem Wiener Kongress, der das Rheinland Preußen überantwortete, die preußischen Behörden das nordrheinische Wallfahrtswesen 1816 einem einschnürenden Regelwerk, um mittels rigider klerikaler und polizeilicher Kontrolle die Einhaltung von «Zucht und Ordnung» und langfristig eine Verminderung der Wallfahrtszüge zu erreichen. Als sich jedoch diese Reduzierungshoffnung wegen des ungebrochenen Wallfahrtsdrangs der katholischen Bevölkerung nicht erfüllte, verbot 1826 der neue Kölner Erzbischof Graf Spiegel, ein Vertreter der katholischen Aufklärung, mehrtägige oder die Bistumsgrenzen überschreitende Wallfahrtszüge. In verwaltungsinternen Verfügungen beauftragte der Staat seine Exekutivorgane mit der Durchsetzung des kirchlichen Wallfahrtsverbots auf dem Gebiet des Erzbistums Köln.

Autorentext

Volker Speth, 1955 geboren und in der Nähe von Köln lebend, ist Bibliothekar und promovierter Historiker.


Inhalt

Inhalt: Der preußische Staat im Rheinland Die katholische Kirche im Rheinland Die religionspoliceyliche Regulierung des Wallfahrtswesens Normennichteinhaltung Normeneinhaltung Normendurchsetzungsprobleme Normendurchsetzung Normenvollzugsdefizite Normenvollzug Policeyrechtliche Regelungen und Regelungsvorschläge Wallfahrtskonjunkturen und Wallfahrerquantitäten Das Sozialprofil der Wallfahrer Diskussionen und Reflexionen Mentalitäten und Meinungen Das Wallfahrtsverbot von 1826.

Weitere Informationen

  • Allgemeine Informationen
    • GTIN 09783631650318
    • Sprache Deutsch
    • Größe H216mm x B153mm x T43mm
    • Jahr 2013
    • EAN 9783631650318
    • Format Fester Einband
    • ISBN 978-3-631-65031-8
    • Veröffentlichung 18.12.2013
    • Titel Katholische Aufklärung, Volksfrömmigkeit und "Religionspolicey"
    • Autor Volker Speth
    • Untertitel Das rheinische Wallfahrtswesen von 1814 bis 1826 und die Entstehungsgeschichte des Wallfahrtsverbots von 1826, 2. Auflage
    • Gewicht 1028g
    • Herausgeber Peter Lang
    • Anzahl Seiten 720
    • Lesemotiv Verstehen
    • Genre Geschichts-Lexika
    • Features Dissertationsschrift
    • Auflage 13002 A. 2. Auflage

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