Kritik des narrativen Selbst

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Das Selbst steht heute ohne Frage im Mittelpunkt sämtlicher Reflexionen: da lautet es, man solle sich auf sich selbst' besinnen, seine Beziehung zu sich selbst' pflegen, Selbst'verantwortung übernehmen, oder gar der Manager seiner Selbst' werden. Soziale Netzwerke, Lebenslauf, Krankenakten, Fingerabdrücke, DNS-Datenbanken etc. rücken das Selbst in den Fokus des Interesses. Allen gleichermaßen unterliegt ein unüberhörbarer Imperativ, der von uns verlangt, Individuum zu sein und uns als solches narrativ über eine Lebensgeschichte verfügbar zu machen. Was aber heißt es, Individuum zu sein? Warum brauchen wir eine Lebensgeschichte? Warum müssen wir uns unentwegt mit uns selbst beschäftigen? Wie aus dem Zirkel der Selbstthematisierung aussteigen? Als ein praxisfähiger Umgang mit dem Aufruf zur Selbstbeschäftigung wurden zahlreich von der Rezeption Michel Foucaults Untersuchungen zu den Technologien des Selbst ("Formen, in denen das Individuum auf sich selbst einwirkt und sich selbst zum Kunstwerk macht") erörtert. Eine analytische Korrelation sozialer Zeitverhältnisse im Anschluss an Niklas Luhmann und Armin Nassehi mit den dadurch erwachsenden Anforderungen an das Individuum legt die Technologien des Selbst jedoch als ein gesellschaftliches Funktionserfordernis offen, das sich im Zuge medialer Revolutionen und damit korrelierender gesellschaftsstruktureller Umwälzungen sehr schnell und unter den Füßen der Individuen zu ändern vermag.

Autorentext
Tanja Prokic studierte Philosophie, Neuere deutsche Literatur und Kunstgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Abschluss erfolgte 2006. Seit 2007 ist sie Promotionsstipendiatin des Elite Netzwerk Bayerns.

Weitere Informationen

  • Allgemeine Informationen
    • Titel Kritik des narrativen Selbst
    • Veröffentlichung 30.06.2011
    • ISBN 978-3-89913-844-3
    • Format Fester Einband
    • EAN 9783899138443
    • Jahr 2011
    • Autor Tanja Prokic
    • Untertitel Von der (Un)Möglichkeit der Selbsttechnologien in der Moderne. Eine Erzählung
    • Genre Sprach- & Literaturwissenschaften
    • Lesemotiv Verstehen
    • Anzahl Seiten 260
    • Herausgeber Ergon
    • GTIN 09783899138443

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