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'Man hat es doch hier mit Menschen zu tun!'
Details
Seit Beginn der Nachkriegszeit wurde Liechtenstein verstärkt zum Zielland von Zuwanderern aus ganz unterschiedlichen Kontexten. Gründe, nach Liechtenstein zuzuwandern, gab es einige: Die prosperierende Wirtschaft und die damit verbundene gute Arbeitsmarktlage, die Liebe oder aber auch der Zwang, aus der alten Heimat in eine neue flüchten zu müssen. Der Ausländeranteil war in Liechtenstein im Vergleich zu seinen Nachbarstaaten schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts relativ hoch. Seit den 1970er Jahren hat er sich bei rund einem Drittel der Wohnbevölkerung eingependelt. Die Studie geht der Frage nach, wie die liechtensteinische Gesellschaft mit den verschiedenen Migranten- und Flüchtlingsgruppen umging. Wer galt in Liechtenstein als 'fremd'? In Bezug auf wen sprach die liechtensteinische Gesellschaft von 'Überfremdung'? Und wem wurde der Zugang zur Gesellschaft Liechtensteins erleichtert, ermöglicht oder auch verwehrt? Gegliedert in drei Formen der Zuwanderung, nämlich die Heiratsmigration, die italienische Arbeitsmigration und die Flüchtlingsmigration, bereitet die Studie eine Vielzahl von staatlichen, institutionellen, aber auch privaten Quellen auf und spannt den Bogen von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis in die Gegenwart.
Autorentext
Martina Sochin ist Forschungsbeauftragte am Liechtenstein-Institut und freischaffende Historikerin.
Klappentext
Seit Beginn der Nachkriegszeit wurde Liechtenstein verstärkt zum Zielland von Zuwanderern aus ganz unterschiedlichen Kontexten. Gründe, nach Liechtenstein zuzuwandern, gab es einige: Die prosperierende Wirtschaft und die damit verbundene gute Arbeitsmarktlage, die Liebe oder aber auch der Zwang, aus der alten Heimat in eine neue flüchten zu müssen. Der Ausländeranteil war in Liechtenstein im Vergleich zu seinen Nachbarstaaten schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts relativ hoch. Seit den 1970er Jahren hat er sich bei rund einem Drittel der Wohnbevölkerung eingependelt. Die Studie geht der Frage nach, wie die liechtensteinische Gesellschaft mit den verschiedenen Migranten- und Flüchtlingsgruppen umging. Wer galt in Liechtenstein als «fremd»? In Bezug auf wen sprach die liechtensteinische Gesellschaft von «Überfremdung»? Und wem wurde der Zugang zur Gesellschaft Liechtensteins erleichtert, ermöglicht oder auch verwehrt? Gegliedert in drei Formen der Zuwanderung, nämlich die Heiratsmigration, die italienische Arbeitsmigration und die Flüchtlingsmigration, bereitet die Studie eine Vielzahl von staatlichen, institutionellen, aber auch privaten Quellen auf und spannt den Bogen von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis in die Gegenwart.
Inhalt
I Zur Konstruktion von Fremdheit 1 Heranführung und Fragestellung 2 Forschungsstand und Quellenlage 3 Methodischer Zugang und Aufbau 4 Fremdheit als Konstrukt 5 Typologie Heiratsmigration Arbeitsmigration Fluchtmigration II Einführung in die Migrationsgeschichte Liechtensteins seit der Mitte des 19. Jahrhunderts 1 Das 19. Jahrhundert Liberale Zuwanderungspolitik 2 Jahrhundertwende bis 1945 Ausländerrechtliche Anlehnung an die Schweiz 3 1945 bis heute Wirtschaftliche Notwendigkeit, restriktive Zuwanderungspolitik III Heiratsmigration Der schwierige Umgang mit 'eigenen' und 'fremden' Frauen, 1950er Jahre bis heute 1 Hochzeit im Kleinstaat Statistische Angaben zum Heiratsverhalten im 20. Jahrhundert 2 Bürgerrechtsverlust als Mechanismus der Ausländerregulierung? Katholisches Verständnis und Überfremdungsängste im Einklang 3 'Eingeheiratete' Frauen als Gefahr für Liechtenstein? Die Diskussionen um das Frauenwahl- und -stimmrecht 4 Liechtenstein wird multikulturell Transnationale und transkulturelle Perspektiven der Integration 5 Fazit: Geschlechterspezifische Aspekte der Migration IV Italienische Arbeitsmigration seit der Nachkriegszeit 1 Statistische Angaben zur italienischen Arbeitsmigration 2 Vom Bedarf an ausländischen Arbeitskräften, von Überfremdungsängsten und Plafonierungsbestrebungen 3 Verweigerte Familienbewilligungen als Integrationsbarriere? 4 Fremdenpolizeiliche Ausweisungen als Gradmesser von Toleranz 5 'Die Unterbringung kann noch als ausreichend angesehen werden' Arbeits- und Wohnbedingungen von Saisonniers 6 Italienerinnen und die Benachteiligungen von ausländischen Arbeitnehmerinnen 7 Über die Notwendigkeit von Integrationsmassnahmen Religiöse und soziale Betreuung von italienischen Arbeitskräften 8 Fazit: Vom Wunsch nach Arbeitskräften, die Liechtenstein nicht 'überfremden' V Fluchtmigration nach Liechtenstein seit 1950 ausgewählte Beispiele 1 Zur Ausgangssituation nach 1945 2 Im ideologischen Kampf gegen den Kommunismus ungarische, tschechoslowakische und chilenische Flüchtlinge 3 Indochinesische 'boat people' Wege der internationalen Zusammenarbeit im Flüchtlingswesen 4 Exjugoslawien zerfällt Ein unerwarteter Zustrom von Flüchtlingen 5 Tibeter aus dem Nichts Unklarheiten und viele Fragen 6 Fazit: Die Flüchtlingsgruppen und deren Akzeptanz im Vergleich VI Zur Wahrnehmung von und zum Umgang mit Fremden in Liechtenstein 1 Die Rolle des Staates, der Verbände und der Bevölkerung in der Generierung von Wahrnehmungsmustern und Umgangsformen 2 Der Fremdheitsbegriff im liechtensteinischen Kontext 3 Wie viel Fremdheit ist zu viel? Die liechtensteinische Überfremdungsdebatte 4 Zum liechtensteinischen Integrationsverständnis 5 Ausblick
Weitere Informationen
- Allgemeine Informationen
- Sprache Deutsch
- Titel 'Man hat es doch hier mit Menschen zu tun!'
- Veröffentlichung 20.09.2012
- ISBN 978-3-0340-1142-6
- Format Kartonierter Einband
- EAN 9783034011426
- Jahr 2012
- Größe H225mm x B155mm x T30mm
- Autor Martina Sochin D'Elia
- Untertitel Liechtensteins Umgang mit Fremden seit 1945
- Auflage 20.09.2012
- Genre Zeitgeschichte (1946 bis 1989)
- Lesemotiv Verstehen
- Anzahl Seiten 374
- Herausgeber Chronos Verlag
- Gewicht 710g
- GTIN 09783034011426