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Mediologie der Anekdote
Details
Anekdotisches Erzählen nimmt gegenüber dem Roman als zentraler Gattung der Frühromantik in der politisch zugespitzten (nach-)napoleonischen Phase eine fundamentale Rolle ein. Gemeint ist dabei nicht (nur) die Gattung der Anekdote, sondern das Anekdotische als Schreib- und Erzählweise, die vielfältig und vor allem auch in nicht genuin literarischen Kontexten zum Einsatz kommt: im Zeitungskontext als Nachrichtenerzählung und Gerücht; im geselligen Kontext als Witz, Schwank oder Klatsch und im literarischen Zusammenhang eingebettet in längere Erzählungen. Politische Relevanz erhält das Erzählen in der Herstellung von gefühlten statt Tatsachenwahrheiten, in der (behaupteten) Gemeinschaftskonsolidierung bei paralleler Ausschließungspraxis sowie in der medialen Bindung der Zuhörer- bzw. Leserschaft. Das Anekdotische fungiert dabei nicht nur als besonderes Medium politischer Inhalte, sondern zugleich als Beschreibungsdispositiv einer sich narrativ konstituierenden Gemeinschaft. Vor diesem Hintergrund widmet sich die Arbeit der politischen Übergangszeit zwischen Revolution und Restauration, in der Fragen nach der politischen Gemeinschaftsbildung und nach dem, was daraus ausgeschlossen werden soll besonders virulent werden.
Autorentext
Lea Liese , Universität Basel, Schweiz.
Weitere Informationen
- Allgemeine Informationen
- Sprache Deutsch
- Titel Mediologie der Anekdote
- ISBN 978-3-11-221562-3
- Format Kartonierter Einband
- EAN 9783112215623
- Jahr 2025
- Größe H230mm x B155mm x T20mm
- Autor Lea Liese
- Untertitel Politisches Erzählen zwischen Romantik und Restauration (Kleist, Arnim, Brentano, Müller)
- Gewicht 543g
- Auflage 25001 A. 1. Auflage
- Genre Sprach- & Literaturwissenschaften
- Lesemotiv Verstehen
- Anzahl Seiten 356
- Herausgeber De Gruyter
- GTIN 09783112215623