Mendelssohn auf dem Dach

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Details

Der große vergessene Roman über die albtraumhafte Besatzung Prags durch die Deutschen geschrieben von einem der wichtigsten tschechischen Autoren des 20. Jahrhunderts.

Heydrich tobt. Gerade erst hat der »Reichsprotektor von Böhmen und Mähren« das ehrwürdige Konzerthaus Rudolfinum zum »Haus der deutschen Kunst« umwidmen lassen, da entdeckt er unter den Komponistenstatuen auf dem Dach einen Juden: Mendelssohn-Bartholdy. Der SS-Anwärter Julius Schlesinger erhält den Befehl, sich um dessen Beseitigung zu kümmern. Aber das ist schwieriger als gedacht. Denn erstens ist er nicht schwindelfrei und will nicht aufs Dach. Und zweitens finden die beiden mitgebrachten Tschechen, Bevá und Stankovský, nicht heraus, wer der Fragliche ist denn die Statuen tragen keine Namen. Da hat Schlesinger eine Idee: Eben erst hat er gelernt, dass Juden die größten Nasen hätten. Zufrieden glaubt er seine Aufgabe erfüllt zu haben, als er die beiden wieder losschickt zu Richard Wagner. Was so komisch beginnt, wird im Laufe des Buchs ein großes, immer dunkleres und beklemmenderes Bild Prags und seiner Bewohner unter der deutschen Besatzung. Jií Weil erzählt von der Verfolgung und Deportation der Juden, dem Wüten von SS, Gestapo und Wehrmacht, von Kollaboration und Bereicherung, aber auch von Widerstand und dem Attentat auf Heydrich. Je größer die Hoffnung auf ein Ende wird, desto mehr verengt sie sich zur Aussichtslosigkeit.

Autorentext
Jií Weil, geboren als Sohn eines jüdischen Rahmenmachers im böhmischen Praskolesy, studierte und promovierte an der Karls-Universität in Prag. Vom Kommunismus begeistert, ging er 1933 nach Moskau, um dort als Journalist und Übersetzer marxistischer Literatur zu arbeiten. Nach dem Ausschluss aus der Partei und der Deportation nach Mittelasien im Zuge der ersten stalinistischen Säuberungen kehrte Weil 1935 nach Prag zurück. Als 1939 die sogenannte Resttschechei von den Nationalsozialisten besetzt wurde, konnte er der Verfolgung nur durch einen vorgetäuschten Selbstmord entgehen. In der Nachkriegszeit war Weil Mitarbeiter am Jüdischen Museum in Prag. Er arbeitete zudem als Redakteur und Autor, war in seiner schriftstellerischen Tätigkeit durch ein siebenjähriges Publikationsverbot jedoch stark eingeschränkt. Jií Weil wurde 1956 rehabilitiert, starb aber bereits drei Jahre später an Leukämie. Heute gilt er als Klassiker der neueren tschechischen Literatur. Die stalinistischen Säuberungen und den nationalsozialistischen Terror hat Weil in Romanen wie »Moskau Die Grenze« (1937) oder »Leben mit dem Stern« (1949) eindrucksvoll verarbeitet. Der Übersetzer Eckhard Thiele (19442018) lernte nach einer Polioerkrankung während einer Kur im Riesengebirge Tschechisch. Er studierte im Fernstudium an der Universität Leipzig Slawistik und promovierte nach dem Mauerfall an der TU Berlin über »Literatur nach Stalins Tod«. Der Mitherausgeber einer 33-bändigen tschechischen Bibliothek war ein wichtiger Förderer tschechischer Literatur in Deutschland.

Weitere Informationen

  • Allgemeine Informationen
    • Nachwort von Philip Roth
    • Sprache Deutsch
    • Schöpfer Philip Roth
    • Autor Jií Weil
    • Titel Mendelssohn auf dem Dach
    • Veröffentlichung 30.01.2019
    • ISBN 978-3-8031-3309-0
    • Format Kartonierter Einband
    • EAN 9783803133090
    • Jahr 2019
    • Größe H210mm x B120mm x T24mm
    • Untertitel Roman
    • Gewicht 362g
    • Herausgeber Wagenbach Klaus GmbH
    • Übersetzer Eckhard Thiele
    • Auflage 1. A.
    • Genre Literatur vor 1945
    • Lesemotiv Auseinandersetzen
    • Anzahl Seiten 288
    • GTIN 09783803133090

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