Musik und Medizin

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'Keine Kunst wirkt auf den Menschen so unmittelbar, so tief wie die Musik' meinte Schopenhauer - und der Philosoph hatte vermutlich recht. Nur, wie wirkt Musik denn eigentlich? Macht sie uns gesund, macht sie uns glücklich? Stärkt sie unsere Moral oder macht sie uns intelligent? Diesen Fragen, die immer wieder voreilig und einseitig beantwortet worden sind, gehen Neurologen und Musiktherapeuten, Philosophen und Ärzte, Geisteswissenschaftler und Körpertherapeuten nach. Die Artikel gruppieren sich um vier interdisziplinäre Themenbereiche: Die Musikermedizin, die Neuromusikwissenschaft, die Musiktherapie und die Frage nach Leiden und Tod in der Musik. In Geschichte und Gegenwart ist Musik immer wieder funktionalisiert worden. Der Slogan, dass Musik die Intelligenz erhöhe, wird inzwischen schon kräftig vermarktet. Tatsache ist, dass bestimmte Gehirnregionen bei Musikern grösser sind als bei Vergleichspersonen. Daraus schliessen zu wollen, dass sich Musik im Unterricht oder im Leben direkt als 'Potenzmittel' einsetzen liesse - ganz im Sinne des 'Mozarteffektes' - ist jedoch zu kurz gegriffen, da ein lang anhaltender Effekt nicht nachweisbar ist. Die Hälfte der angehenden Musiker(innen) berichtet von Überlastungsschmerzen und ca. 80% aller amerikanischen Orchestermusiker weisen schmerzhafte Symptome auf, die mit ihrem Beruf zusammenhängen. Bei solchen Zahlen ist es nicht verwunderlich, dass die Musikermedizin in den letzten 20 Jahren ein zunehmend grösseres Interesse erfahren hat. Dass Musikhören und Musikmachen aber auch stressmindernd und somit gesundheitsfördernd wirken kann, wird heute von niemandem mehr in Frage gestellt. Die Musiktherapie macht sich diese Erkenntnis schon seit Jahrtausenden zunutze. Und dass die Folge von Musizieren neurologisch dem Bild entspricht, das bei Kokainkonsum auftritt, spricht keineswegs gegen erstere Tätigkeit.

Inhalt
Eckart Altenmüller: Musiker-Medizin und Musikphysiologie notwendige Disziplinen? Ein Essay zum Verhältnis zwischen Wissenschaft und Musizierkunst Johanna Gutzwiller: Von der Schwierigkeit der Musikerinnen und Musiker, einen Körper zu haben Jochen Blum: Überlastungen des Bewegungsappartes bei Musikern Beat W. Hohmann, Sarah Dupasquier, Tina Billeter: Fortissimo mit Folgen. Gehörgefährdung bei Orchestermusikern und Berufssängern Wilfried Gruhn: Gibt es kognitive Transfereffekte der Musik? Der Mozart-Effekt Wunsch und Wirklichkeit Stefan Koelsch: Auch Nichtmusiker sind musikalisch. Untersuchungen zum Gehirn von Musikern und Nichtmusikern Mario Wiesendanger, Andreas Baader, Oleg Kazennikov: Vom Steinwerkzeug zum Geigenspiel Joseph Escher: Die Bedeutung der Musik in der modernen Medizin Fritz Hegi: Wie wirkt Musiktherapie? Zur Praxis und Erforschung der musiktherapeutischen Wirkungskomponenten Hans Saner: Medizin und Musik zwei Künste angesichts des Todes Urs Frauchiger: Musik als Sprache der Seele Alois Koch: Das Requiem: Musik zwischen Ritual und Bekenntnis Frank Nager: Sterben und Tod bei Musikern

Weitere Informationen

  • Allgemeine Informationen
    • GTIN 09783034005678
    • Auflage 09.2003
    • Editor Peter Stulz, Annette Landau
    • Sprache Deutsch
    • Größe H155mm x B225mm x T17mm
    • Jahr 2003
    • EAN 9783034005678
    • Format Paperback
    • ISBN 978-3-0340-0567-8
    • Veröffentlichung 30.09.2003
    • Titel Musik und Medizin
    • Untertitel Zwei Künste im Dialog. Eine Publikation der Musikhochschule Luzern
    • Gewicht 350g
    • Herausgeber Chronos Verlag
    • Anzahl Seiten 240
    • Lesemotiv Verstehen
    • Genre Musikliteratur

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