Othello

CHF 6.40
Auf Lager
SKU
6R8H3CHSAMV
Stock 27 Verfügbar
Geliefert zwischen Do., 19.02.2026 und Fr., 20.02.2026

Details

»Othello« war schon bei seiner Uraufführung 1604 ein großer Erfolg und gehört bis heute zu den beliebtesten Stücken Shakespeares. Wie kein anderes ruft es beim Zuschauer spontane Reaktionen hervor. Jagos Auftritte sind in der Vergangenheit oft mit Zischen lauten Protesten und gar mit direkten, an Othello gerichteten Warnrufen begleitet worden. Immerhin ist das Publikum heute bereit, die schauspielerische Leistung des Jago-Darstellers am Schluss mit Beifall zu honorieren. Dieser gewandelten Einstellung der Zuschauer entsprechen auch veränderte Inszenierungen und literaturkritische Bewertungen. Wir sehen in »Othello« Bezüge, die Shakespeares Zeitgenossen aufgrund eines völlig anderen Weltbildes entgingen. »Othello« ist eine Familientragödie, in der es aber nicht nur um private Dinge wie Vertrauen oder Misstrauen geht, sondern auch um das Spannungsfeld von Individualität und gesellschaftlichen Erwartungen und Normen und nicht zuletzt um die prägende Kraft von Rollenbildern.

Die sogenannte Schlegel-Tieck-Übersetzung, zu der August Wilhelm Schlegel und unter Mitübersetzer- und Herausgeberschaft von Ludwig Tieck auch Dorothea Tieck und Wolf Heinrich Graf Baudissin beigetragen haben, ist im Laufe des 19. Jahrhunderts zu einem eigenständigen deutschen Klassiker geworden. Indem sich die Übersetzer der Literatursprache der deutschen Klassik im Gefolge Goethes und Schillers bedienten, schufen sie ein poetisches Übersetzungswerk von großer sprachlicher Geschlossenheit und weitreichender Wirkung. Text in neuer Rechtschreibung.

Der venezianische Feldherr Othello wird Opfer zweier Intrigen seines Fähnrichs Jago, der bei einer Beförderung übergangen wurde und sich rächen will. Zunächst stachelt er den Senator Brabantio gegen Othello auf, weil Brabantios Tochter Desdemona und Othello ein Liebespaar sind. Als eine Anklage gegen Othello niedergeschlagen wird, verwickelt Jago den Cassio, der statt seiner befördert wurde, in einen Streit, woraufhin Cassio degradiert wird. Jago rät Cassio, sich an Desdemona zu wenden, damit diese bei Othello ein Wort für ihn einlegt; zugleich weckt er bei Othello den Verdacht, dass Cassio Desdemonas Liebhaber sei. Othello verfällt einer rasenden Eifersucht und tötet Desdemona. Jago wiederum tötet seine Frau Emilia, weil sie Othello die Wahrheit gesagt hat. Schließlich bringt sich Othello aus Verzweiflung um. An seine Stelle rückt Cassio, der den geflohenen Jago vor Gericht zu bringen will.


Autorentext
William Shakespeare (23.4.1564 in Stratford 23.4.1616 in Stratford) gehört neben Christopher Marlowe und Ben Jonson zu den maßgeblichen Protagonisten des Elisabethanischen Theaters. Der Sohn eines Handschuhherstellers besucht eine Lateinschule und beginnt mit seiner Mitgliedschaft bei den Lord Chamberlain's Men (später King's Men) seine Karriere als Schriftsteller, Lyriker und Schauspieler. Ab 1599 ist Shakespeare Teilhaber des Globe Theaters in London. 1612 zieht er zurück in seine Heimatstadt Stratford, wo er seinen Lebensabend verbringt. Neben 154 Sonetten und Versdichtungen werden ihm 38 Dramen zugeschrieben, die er in einem Zeitraum von 21 Jahren zu Papier bringt. Bekannt sind Geschichtsdramen, wie etwa »Julius Cäsar« (»Julius Caesar«), »Heinrich V.« (»King Henry V.«) oder»Richard III«. Daneben stehen Komödien wie »Ein Sommernachtstraum« (»A Midsummer Night's Dream«) oder »Viel Lärm um nichts« (»Much ado about nothing«) oder Tragödien, wie »Macbeth«, »Othello«, »Hamlet« und »König Lear« (»King Lear«). In »Romeo und Julia« (»Romeo and Juliet«) schuf Shakespeare eines der populärsten Liebespaare der Theatergeschichte.

Leseprobe
ERSTE SZENE Venedig. Eine Straße.
(Es treten auf Rodrigo und Jago.) RODRIGO. Sag mir nur nichts, denn damit kränkst du mich -
Daß Jago, du, der meine Börse führte,
Als wär' sie dein - die Sache schon gewußt.
JAGO. Ihr hört ja nicht! -
Hab ich mir je davon was träumen lassen,
Verabscheut mich!
RODRIGO. Du hast mir stets gesagt, du hassest ihn!
JAGO. Verachte mich, wenn's nicht so ist.
Drei Mächtige aus dieser Stadt, persönlich
Bemüht, zu seinem Leutnant mich zu machen,
Hofierten ihm - und auf Soldatenwort,
Ich kenne meinen Preis - das kommt mir zu.
Doch er, verliebt in seinen Stolz und Dünkel,
Weicht ihnen aus, mit Schwulst, weit hergeholt,
Den er staffiert mit grausen Kriegssentenzen,
Und kurz und gut,
Schlägt's meinen Gönnern ab: denn traun - so spricht er -
Ernannt schon hab ich meinen Offizier.
Und wer ist dieser?
Seht mir! ein gar ausbünd'ger Rechenmeister,
Ein Michael Cassio, ein Florentiner,
Ein Wicht, zum schmucken Weibe fast versündigt,
Der niemals eine Schar ins Feld geführt,
Noch von den Heeresordnung mehr versteht
Als Jüngferchen; nur Büchertheorie. <

Weitere Informationen

  • Allgemeine Informationen
    • GTIN 09783150000212
    • Übersetzer Wolf Heinrich Baudissin
    • Editor Dietrich Klose
    • Sprache Deutsch
    • Größe H148mm x B96mm x T7mm
    • Jahr 1986
    • EAN 9783150000212
    • Format Kartonierter Einband
    • ISBN 978-3-15-000021-2
    • Veröffentlichung 11.05.2001
    • Titel Othello
    • Autor William Shakespeare
    • Untertitel Tragödie Shakespeare, William Literaturklassiker; deutsche Übersetzung 21
    • Gewicht 61g
    • Herausgeber Reclam Philipp Jun.
    • Anzahl Seiten 149
    • Lesemotiv Verstehen
    • Genre Dramatik

Bewertungen

Schreiben Sie eine Bewertung
Nur registrierte Benutzer können Bewertungen schreiben. Bitte loggen Sie sich ein oder erstellen Sie ein Konto.
Made with ♥ in Switzerland | ©2025 Avento by Gametime AG
Gametime AG | Hohlstrasse 216 | 8004 Zürich | Schweiz | UID: CHE-112.967.470
Kundenservice: customerservice@avento.shop | Tel: +41 44 248 38 38