Plastik und politische Kultur in Westdeutschland

CHF 110.45
Auf Lager
SKU
OUTAGG0GSEB
Stock 26 Verfügbar
Geliefert zwischen Mo., 02.02.2026 und Di., 03.02.2026

Details

Fussbodenbeläge, Abflussrohre, Kabelisolierungen, Fensterrahmen, Duschvorhänge, Gummistiefel - viele Dinge des Alltags sind aus Polyvinylchlorid (PVC) gemacht. Die Studie zeichnet die Karriere des ersten vollsynthetischen thermoplastischen Werkstoffs nach, der in den 1930er Jahren von der IG Farbenindustrie AG entwickelt wurde, in den 1950er Jahren das Plastikzeitalter einläutete und seit Mitte der 1960er Jahre als Gesundheits- und Umweltproblem immer wieder in der Kritik stand.
Die wechselvolle Geschichte von PVC wird exemplarisch genutzt, um nach dem Zusammenhang zwischen der technisch-ökono mischen und gesellschaftlich-politischen Modernisierung Westdeutschlands zu fragen. Das Buch greift damit ein Problem der Bundesrepublikforschung aus technikgeschichtlicher Sicht auf und identifiziert eine systematische Verschränkung: Die Nachkriegsgesellschaft verließ sich in hohem Maß auf Technik, um soziale Ordnung zu etablieren und auf Dauer zu stellen. Umgekehrt waren die mit PVC verbundenen technischen Innovations prozesse auf politische und kulturelle Anschlussstellen angewiesen, um die massenhafte Verwendung des Kunststoffs zu ermöglichen.
Die Untersuchung geht bis ins späte 19. Jahrhundert zurück, um die Professionsmentalität der frühen Kunststoffforscher sowie die traditionellen gesellschaftlichen Zuschreibungen an Kunststoffe und Surrogate zu rekonstruieren. Die Anstrengungen der Fachleute nach 1945, sich und ihre Produkte von den Verstrickungen in die nationalsozialistische Kriegswirtschaft zu distanzieren, werden ebenso einer Analyse unterzogen wie die organisatorischen Anpassungen an einen Massenmarkt, die die Kunststoffverarbeiter erbrachten. Eine detaillierte sozialhistorisch ausgerichtete Fallstudie über Berufskrankheiten in der PVC-Herstellung schlägt schließlich den Bogen in die 1970er Jahre. Die damalige Kritik an PVC spiegelt einen Wandel im politischen Selbstverständnis wider: Die verbraucherdemokratischen Werte standen erneut zur Debatte.

Autorentext
Andrea Westermann Dr. phil., ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geschichte der ETH Zürich. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Wissenschaftsgeschichte und Technikgeschichte.

Weitere Informationen

  • Allgemeine Informationen
    • Sprache Deutsch
    • Titel Plastik und politische Kultur in Westdeutschland
    • Veröffentlichung 30.04.2007
    • ISBN 978-3-0340-0849-5
    • Format Paperback
    • EAN 9783034008495
    • Jahr 2007
    • Größe H225mm x B155mm x T29mm
    • Autor Andrea Westermann
    • Auflage 04.2007
    • Genre Zeitgeschichte (1946 bis 1989)
    • Lesemotiv Verstehen
    • Anzahl Seiten 392
    • Herausgeber Chronos Verlag
    • Gewicht 630g
    • GTIN 09783034008495

Bewertungen

Schreiben Sie eine Bewertung
Nur registrierte Benutzer können Bewertungen schreiben. Bitte loggen Sie sich ein oder erstellen Sie ein Konto.
Made with ♥ in Switzerland | ©2025 Avento by Gametime AG
Gametime AG | Hohlstrasse 216 | 8004 Zürich | Schweiz | UID: CHE-112.967.470
Kundenservice: customerservice@avento.shop | Tel: +41 44 248 38 38