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Reden ist Silber, Schweigen dein Tod
Details
Rae Burke hat als investigative Journalistin für eine gute Story schon viel aufs Spiel gesetzt aber diesmal geht es um mehr. Ihre Schwägerin Zoey wird vermisst, und als Rae sich auf Spurensuche in ihrer Vergangenheit begibt, kommen erschreckende Dinge ans Licht. Niemand könnte als Unterstützer in dieser Sache besser geeignet sein als Liam McKade. Doch wird der ehemalige Undercover-Ermittler sich darauf einlassen, wieder mit ihr zusammenzuarbeiten? Immerhin hat sie ihm beim letzten Mal nicht nur das Herz gebrochen er wäre ihretwegen auch beinahe gestorben. Und Rae hat sich längst wieder zur Zielscheibe gefährlicher Männer gemacht
Autorentext
Elizabeth Goddard hat Computertechnologie studiert und mehrere Jahre in dieser Branche gearbeitet, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Sie ist Mutter von vier inzwischen fast erwachsenen Kindern und lebt in Michigan.
Leseprobe
- Kapitel ZWEI TAGE VORHER DIENSTAG, 8:43 UHR DENVER, COLORADO Rae Burke stand in der Kälte vor der Tür auf der Veranda. In ihrem Inneren rangen Grauen und Hoffnung miteinander. Die Vorhänge des kleinen Hauses, in dem ihr Bruder Alan mit seiner Frau Zoey und seiner süßen vierjährigen Tochter Callie wohnte, waren zugezogen. Rae klopfte noch einmal. Einen Moment später ging die Tür gerade so weit auf, dass sie hindurchschlüpfen konnte. Ihr Bruder blieb im Schatten stehen. Ohne ihn um Erlaubnis zu fragen, schaltete sie das Licht an. Schon besser. Das Haus wirkte sofort wärmer und gemütlicher. Alles sah aus wie immer bis auf ihren Bruder. Normalerweise war er tadellos gekleidet; sie hatte ihn nur selten in Jogginghose gesehen. Rae stellte ihre Handtasche auf den Tisch bei der Garderobe und zog die Jacke aus, dann hielt sie inne und sah Alan forschend an. Seine Augen waren blutunterlaufen und er hatte sich nicht rasiert. »Du konntest nicht schlafen«, stellte sie fest. Er schürzte die Lippen und schüttelte den Kopf. »Natürlich nicht. Wie sollte ich auch?« »Oh, Alan.« Sie umarmte ihn, wie es nur eine Schwester konnte. Ohne seine Arme loszulassen, trat sie einen Schritt zurück. »Ich nehme an, du hast die Polizei benachrichtigt?« Er schüttelte ihre Hände ab und rieb sich den Nacken. »Ja, ich habe sie bei der Polizei als vermisst gemeldet. Sie wollten natürlich wissen, ob wir uns gestritten haben oder ob sie so etwas schon öfter gemacht hat.« Er schaute Rae vielsagend an. Vor Jahren war Zoey schon einmal für mehrere Tage verschwunden, aber damals war sie noch nicht mit Alan verheiratet gewesen. »Wie lang ist sie schon fort?« Vielleicht brauchte Zoey einfach eine kleine Auszeit. Sich um ein Kind mit besonderen Bedürfnissen zu kümmern, konnte kräftezehrend sein. Er warf einen Blick auf seine Armbanduhr. »Zu lange. Callie bedeutet Zoey alles. Uns beiden.« Rae nickte. »Zoey würde sie nie verlassen. Sie würde dich nie verlassen. Erzähl mir, was passiert ist.« »Also, Zoey hat Callie morgens um neun zur Verhaltenstherapie gebracht. Um eins hat mich die Therapeutin angerufen. Ich habe Callie abgeholt und dachte, Zoey hätte sich nur hingelegt und den Wecker nicht gehört. Ich habe sie auf ihrem Handy anzurufen versucht und ihr eine Nachricht geschrieben. Aber sie hat nicht geantwortet.« Sie waren in den offenen Ess- und Wohnbereich hinübergegangen, wo Alan nun nervös auf und ab lief. Regale mit Büchern für Leseanfänger und Ratgebern über Kinder mit Autismus säumten die Wände. »Ihr Auto war auch nicht da.« Tiefe Sorgenfalten gruben sich in seine Stirn. »Ihr Handy war zuletzt hier zu Hause eingeloggt, aber wie man sieht, ist sie nicht hier. Entweder ist ihr Akku leer oder sie hat das Handy ausgeschaltet, keine Ahnung. Ich habe gewartet, dass sie nach Hause kommt oder sich bei mir meldet. Erst habe ich natürlich noch geglaubt, sie würde zurückkommen und eine vernünftige Erklärung haben. Ich habe ihre Freundinnen angerufen. Ich habe dich angerufen. Schließlich habe ich die Polizei kontaktiert und ihnen klarzumachen versucht, dass Zoey ihre Tochter niemals zurücklassen würde.« Warum hatte Alan sich nicht früher bei ihr gemeldet? Sie bemühte sich, nicht verletzt zu reagieren. Sie kannte die Antwort: Alan hatte gehofft, Zoey würde doch noch zurückkommen, und Rae nicht alarmieren wollen. Sie hatte ihn gewarnt und er wollte auf keinen Fall ihr »Ich habe es dir ja gleich gesagt« hören. »Die einzige gute Nachricht ist, dass mich die Polizei jetzt endlich ernst nimmt, da Zoey über Nacht fortgeblieben ist. Ich wollte dich informieren, bevor du es aus den Nachrichten erfährst.« »Hast du die Nachbarn gefragt, ob sie etwas gesehen haben?« »Natürlich! Was denkst du denn?« Sie hatte ihn nicht verärgern wollen, aber sie verstand natürlich, dass er durch den Wind war. Rae ging in die Küche, um Kaffee zu kochen. Sie bezweifelte, dass Alan etwas gegessen hatte. Sie schaute in den Kühlschrank. Eier. Toastbrot. Marmelade. Kein Speck. »Was machst du da?« »Na, Frühstück. Du musst bei Kräften bleiben. Außerdem hat Callie bestimmt Hunger, wenn sie « Rae blickte sich um. »Ist sie in der Therapie oder in der Schule?« Sein Gesicht verdunkelte sich. »Sie ist hier zu Hause.« »Bringt das nicht ihren gewohnten Tagesablauf durcheinander?« »Den behalte ich so gut wie möglich bei. Deshalb kann ich ja nicht losziehen, um Zoey zu suchen!«, flüsterte Alan frustriert. »Meine Tochter braucht mich. Gestern Abend hat sie ständig nach Zoey gefragt. Die Gutenachtgeschichte habe ich dann übernommen, aber sie war darüber nicht gerade glücklich und hat sich die ganze Nacht unruhig im Bett gewälzt.« Rae verrührte die Eier, die sie aufgeschlagen und in eine Schüssel gegeben hatte. Zoey war Veganerin die Eier waren nur für Alan. Deshalb hatte Rae auch keine Milch zum Unterrühren gefunden. Nicht einmal Soja- oder Mandelmilch. Sie hatte Obst und Gemüse im Kühlschrank erwartet, aber er war ungewöhnlich leer. Zoey war offenbar vor ihrem Verschwinden zu abgelenkt gewesen, um einzukaufen. Alan tigerte weiter auf und ab und sah aus, als würde er jeden Augenblick zusammenbrechen. »Sie will ihre Mutter, aber ich kann sie ihr nicht geben.« Raes Herz wurde schwer. »Und du willst deine Frau.« Falls Zoey nicht zurückkam oder gefunden wurde, würde die Polizei irgendwann Alan ins Visier nehmen. Und falls doch, würde die Polizei Alan verdächtigen, für das, was seiner Frau zugestoßen war, verantwortlich zu sein. Solche Geschichten kamen fast täglich in den Nachrichten: »Mann tötet seine Frau und versucht die Wahrheit zu vertuschen.« Diese Gedanken behielt Rae allerdings lieber für sich. Alan hatte genug andere Sorgen. Sie beobachtete ihren Bruder beim Hin- und Herlaufen. Er war kein Mörder. Und Zoey war nicht tot. Sie musste am Leben sein. Etwas anderes würde Rae nicht akzeptieren. Um ihres Bruders willen. Um Callies willen. Bei der Suche nach einer vermissten Person waren die ersten zweiundsiebzig Stunden entscheidend, vor allem die ersten achtundvierzig, bevor dann die Aussichten auf Hinweise schwanden und Spuren verloren gingen. Rae steckte das Toastbrot in den Toaster und rührte dann die Eier um. »Ich weiß, dass ich nur nach Strohhalmen greife, aber vielleicht ist sie zu ihrer Mutter gefahren? Du hast der Polizei gesagt, dass es keine Auseinandersetzung gab. Aber ich bin deine Schwester. Sag mir bitte ehrlich: Hattet ihr Streit?« »Nein, hatten wir nicht!« Eine gewisse Nuance in seinem gereizten Tonfall ließ sie aufmerken. Als investigative Journalistin interviewte sie oft Menschen, die die Wahrheit zu verheimlichen versuchten. Deshalb war sie geübt darin, auf solche Feinheiten zu achten. Trotzdem war Alan kein Lügner. Er würde Zoey nicht verletzen, selbst wenn er verärgert war. Seine sanfte und einfühlsame Art hatte Zoey von Anfang an fasziniert. Falls er jetzt etwas vor Rae verheimlichte, dann nur deshalb, weil die Meinungsverschiedenheiten, die Zoey und er möglicherweise gehabt hatten, niemanden etwas angingen. »Okay. Hast du ihre Mutter denn schon gefragt?«, wollte sie wissen. »Nein.« Rae hatte nie herausgefunden, warum ihre Schwägerin kein…
Weitere Informationen
- Allgemeine Informationen
- GTIN 09783963622168
- Übersetzer Silvia Lutz
- Sprache Deutsch
- Auflage Auflage
- Größe H205mm x B135mm x T24mm
- Jahr 2021
- EAN 9783963622168
- Format Kartonierter Einband (Kt)
- ISBN 978-3-96362-216-8
- Veröffentlichung 21.06.2021
- Titel Reden ist Silber, Schweigen dein Tod
- Autor Elizabeth Goddard
- Gewicht 402g
- Herausgeber Francke-Buch GmbH
- Anzahl Seiten 352
- Lesemotiv Nervenkitzeln
- Genre Spannung & Mystery