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Revolution und Heimarbeit
Details
Ein Journalist präsentiert Materialien zu einer Exklusivstory: ein junger Deutsch-Amerikaner will seine kambodschanische Freundin rächen, die ihren Job in einer Kleinkindsendung verloren hat, weil ein Fernsehprediger ihr fremdsprachiges Murmeln öffentlich als Fluchen denunziert hat. Der junge Mann schließt sich einem Gentleman-Gangster an, der im Auftrag spleeniger Sammler arbeitet. Das ist doch nicht zu glauben? Richtig. Bei Witzel ist mal wieder nichts so, wie es scheint, und keinem ist zu trauen - am allerwenigsten dem Erzähler.
Ein Journalist präsentiert Materialien zu einer Exklusivstory: eine junger Deutsch-Amerikaner will seine kambodschanische Freundin rächen, die ihren Job in einer Kleinkindsendung verloren hat, weil ein Fernsehprediger ihr fremdsprachiges Murmeln öffentlich als Fluchen denunziert hat. Der junge Mann schließt sich einem Gentleman-Gangster an, der im Auftrag spleeniger Sammler arbeitet. Das ist doch nicht zu glauben? Richtig. Bei Witzel ist mal wieder nichts so, wie es scheint, und keinem ist zu trauen am allerwenigsten dem Erzähler.
Autorentext
Frank Witzel, geboren 1955 in Wiesbaden. Lebt in Offenbach. Bei Nautilus erschien zuletzt der Roman Bluemoon Baby (2001)
Klappentext
Ein Journalist präsentiert Materialien zu einer Exklusivstory: eine junger Deutsch-Amerikaner will seine kambodschanische Freundin rächen, die ihren Job in einer Kleinkindsendung verloren hat, weil ein Fernsehprediger ihr fremdsprachiges Murmeln öffentlich als Fluchen denunziert hat. Der junge Mann schließt sich einem Gentleman-Gangster an, der im Auftrag spleeniger Sammler arbeitet. Das ist doch nicht zu glauben? Richtig. Bei Witzel ist mal wieder nichts so, wie es scheint, und keinem ist zu trauen - am allerwenigsten dem Erzähler.
Leseprobe
"Und natürlich hätte ein anderer aus dem dürftigen Material irgendetwas zusammengeschustert und damit der ganzen jetzt im nachhinein fast unnötig und beinahe peinlich wirkenden Aktion eine Art von Sinn abgerungen. Einen intellektuellen, sinnlichen, seinetwegen auch sittlichen Mehrwert, den dieser andere mit entsprechender Verve über einen der Sender gejagt hätte, bei denen er als fester Freier oder freier Fester oder was auch immer in Lohn und Brot stünde, falls man im Medienbereich überhaupt von Lohn sprechen könne. Ein anderer hätte dieses zusammengeschusterte Zeug mit Sicherheit irgendwo untergebracht, denn schlecht sei dieses Zeug im Prinzip nicht, eben nur unzusammenhängend und ohne roten Faden, was ihm übrigens auch schon während der Aufnahmen aufgefallen sei. Gleich von Anfang an sei ihm das aufgefallen und unangenehm ins Auge gestochen, aber man wisse schließlich nie, wohin sich ein Gespräch entwickele, weshalb er einfach weiter in dem Flachdachbungalow in Arlington ausgeharrt habe, um mit Hilfe winziger Kopfhörer, die sich in seinen Ohrmuscheln verloren, ein weiteres dieser infantilisierten Produkte, das man ihm beim Kauf des Recorders mitgegeben habe, die Tonqualität der Aufnahme zu kontrollieren.
Überhaupt dieses Arlington. Schon das sei so eine Geschichte. Wenn er wenigstens die vierzehn Tage in New York verbracht hätte oder in Los Angeles oder in einer der anderen großen Städte, von denen man irgendeine prägnante Erinnerung mit heim hätte bringen können, obwohl sich diese Erinnerungen meist ohnehin an dem bewiesen, was man zuvor als Bilder von einer solchen Stadt gesehen habe, weshalb es überhaupt ein Wahnsinn sei, immer wieder Reporter und Korrespondenten in die Welt zu schicken, wo sie nichts anderes zu tun hätten, als immer wieder möglichst genau die Bilder einzufangen, die jeder ohnehin schon kenne, aber allem Anschein nach immer wieder sehen wolle.
Es sei alles nur noch zu einem Abgleichen der Bilder verkommen, weshalb er anfänglich sogar froh gewesen sei, in eine Stadt zu fahren, deren Namen er selbst bis wenige Tage vor Antritt seiner Reise noch nicht gehört habe. Gerade weil er noch nie drüben gewesen sei, habe er es als eine Gelegenheit angesehen, einmal dem ewigen Abgleichen der Bilder auszuweichen und selbst und auf eigene Faust etwas zu erleben. Und wenn er anfangs auch zufrieden gewesen sei, einmal diesem allgemeinen Druck des Reisens zu entkommen, so habe sich genau das, über was er sich anfangs gefreut habe, schon bald als entscheidender Nachteil seiner ganzen Planung entpuppt."
Weitere Informationen
- Allgemeine Informationen
- Sprache Deutsch
- Gewicht 400g
- Untertitel Roman
- Autor Frank Witzel
- Titel Revolution und Heimarbeit
- Veröffentlichung 31.08.2003
- ISBN 978-3-89401-418-6
- Format Fester Einband
- EAN 9783894014186
- Jahr 2003
- Größe H215mm x B132mm x T27mm
- Herausgeber Edition Nautilus
- Anzahl Seiten 256
- Auflage 1., Aufl.
- Genre Gegenwartsliteratur (ab 1945)
- Lesemotiv Entspannen
- GTIN 09783894014186