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Schreibpraktiken und Schriftwissen in südgermanischen Runeninschriften
Details
Südgermanische Runeninschriften befinden sich auf mobilen Gegenständen wie Fibeln oder Waffen und datieren vorwiegend aus dem 6. Jahrhundert. Unter den Inschriften gibt es auffällig viele ohne sprachliche Botschaft: die Runenschrift wurde lediglich imitiert. Welche Botschaft sollte mit ihnen vermittelt werden? Wie sind sie im damaligen Schriftverständnis zu verorten? Die vorliegende Studie beleuchtet die Funktionalität runenepigraphischer Schrift im Kontext sozialen Handelns, insbesondere im Zusammenhang mit den Trägerobjekten, unter Berücksichtigung der Techniken der Schriftanbringung, der visuellen Ausprägung von Schrift und interaktiv-kommunikativer Bedingungen. Es zeigt sich, dass das sprachliche wie auch das visuelle Potential von 'Schrift' in der südgermanischen Runenkultur selten isoliert vom Trägerobjekt funktioniert, weshalb Inschriften ohne sprachliche Botschaft in Teilen genauso aussagekräftig sein konnten wie solche mit. Diese mit umfassendem Bildteil versehene Arbeit bietet zusätzlich eine Systematisierung der runologischen Methodik zur schreibtechnischen, graphematischen und kontextuellen Untersuchung der Inschriften.
Autorentext
Michelle Waldispühl ist Mitarbeiterin am Nationalen Forschungsschwerpunkt (NFS) 'Medienwandel Medienwechsel Medienwissen. Historische Perspektiven', Dozentin an der Pädagogischen Hochschule Zug, Lehrbeauftragte an der Universität Zürich und der Südosteuropa Universität Tetovo, Mazedonien.
Inhalt
A. Einleitung I. Problemstellung und Aufbau II. Untersuchungsgegenstand B. Methoden I. Methodik in der Runologie bisherige Ansätze II. Archäologische Grundlagen III. Untersuchungsverfahren C. Grundlagen: Schrift und Schreiben I. Schrift, Nicht-Schrift und Sprache II. Epigraphische Parameter III. Linguistische Schriftanalyse - 1. Graphematikmodell - 2. Runographische (graphotypologische) Terminologie - 3. Graphemidentifizierung - 4. Graphotypologische Notation und Transliteration - 5. Inventar der südgermanischen Runeninschriften IV. Schreiben und Schrift im Kontext sozialen Handelns - 1. Kompetenzen bei der Schriftproduktion - 2. Kompetenzen bei der Schriftrezeption - 3. Rolle der Mündlichkeit - 4. Schriftwissen und Schriftverwendung - 5. Deutung im Kontext sozialen Handelns D. Einzelanalysen I. Schmalsax von Steindorf II. (Grössere) S-Fibel von Weingarten (Weingarten I) III. Scheibenfibel von Bülach IV. Scheibenfibel von Schwangau V. Scheibenfibel von Soest VI. Bügelfibel von Mertingen VII. (Grössere) Bügelfibel von Nordendorf (Nordendorf I) VIII. (Kleinere) Bügelfibel von Nordendorf (Nordendorf II) IX. Weitere Inschriften E. Schreibpraktiken in südgermanischen Runeninschriften I. Technische Anbringung - 1. Fibelinschriften - 2. Inschriften auf Gürtelbestandteilen - 3. Waffeninschriften II. Visuelle Gestaltung - 1. Layout - 2. Kompositorische Mittel III. Textkomposition - 1. Schriftimitation (nicht-lexikalische Eintragungen) - 2. Lexikalische Inschriften IV. Zusammenfassung F. Schriftverwendung bei den südgermanischen Runeninschriften I. Schriftwissen: Anwendung des Schriftsystems II. Funktionalität von Schrift im Kontext sozialen Handelns G. Zusammenfassung und Ausblick
Weitere Informationen
- Allgemeine Informationen
- Sprache Deutsch
- Titel Schreibpraktiken und Schriftwissen in südgermanischen Runeninschriften
- Veröffentlichung 14.10.2013
- ISBN 978-3-0340-1026-9
- Format Kartonierter Einband
- EAN 9783034010269
- Jahr 2013
- Größe H225mm x B155mm x T30mm
- Autor Michelle Waldispühl
- Untertitel Zur Funktionalität epigraphischer Schriftverwendung
- Gewicht 690g
- Auflage 28.08.2013
- Genre Sprach- & Literaturwissenschaften
- Lesemotiv Verstehen
- Anzahl Seiten 408
- Herausgeber Chronos Verlag
- GTIN 09783034010269