Soooooooooooo viele!

CHF 61.40
Auf Lager
SKU
RINSNIK51HK
Stock 2 Verfügbar
Geliefert zwischen Di., 24.02.2026 und Mi., 25.02.2026

Details

SOOOOOOOOOOOO viele! zeigt Fotografie von Gruppen zwischen Standesreprasentation, Vereinsmeierei und Kunstdiskurs und spannt einen Bogen von der Fotogeschichte des 19. Jahrhunderts bis zur zeitgenossischen Fotokunst. Vom Kreis zur Kolonne, von der Menge zur Masse oder von der Familie zu facebook: Im Mittelpunkt des Geschehens steht immer der Mensch als Gruppe. Aufmarsch • Belegschaft • Chor • Defilee • Ensemble • Formation • Genossenschaft • Harem • Jury • Komitee • Legion • Mannschaft • Nachhut • Orchester • Partei • Rudel • Schule • Team • Union • Verein • Warteschlange • Zunft. Die deutsche Sprache kennt unzahlige Begriffe, mit denen Gruppen bezeichnet werden, und in der Fotografie ist seit 1845 eine Vielzahl solcher Formationen dokumentiert. Klassisch ist die Vereinsfotografie, die mit ihren vielfaltigen Anordnungen und schmuckenden Objekten nicht zuletzt zur Selbstdarstellung und Standesreprasentation hergestellt wurde. Bekannt sind auch all die familieninternen Feiern, bei denen man zusammenkommt und sich austauscht. Hierbei hat das Gruppenbild Erinnerungscharakter und dient als visueller Verstarker der Verwandtschaft. Auch im Sport hat sich das Gruppenbild weitgehend gehalten, auch wenn es sich in seiner Strenge, ahnlich wie in der uberaus traditionsreichen Schulklassenfotografie, etwas gelockert hat, aber immer noch der magischen Selbstvergewisserung und dem sozialen Zusammenhalt dient. Bis dato gab es keine eigenstandige Publikation zum Thema Gruppenfotografie, das Buch schließt diese Lucke auf unterhaltsame und informierende Weise. Was Wanderfotografen, Fotostudios, Landfotografen oder Fotokunstler im Laufe der Zeit an Massen von Vereinsportrats, Fabrikbelegschaften, Hochzeitsgesellschaften, Massenversammlungen, Menschenketten oder Demontrationsumzugen abgelichtet haben ist uppig und wird ebenso uppig prasentiert.

Autorentext
Fritz Franz Vogel (geb. 1957) Dr. phil., arbeitet seit 1992 produktiv, kooperativ und interdisziplinär in den Medien Text, Fotografie und Buch (Gestaltung, Druckvorstufe und Herausgeberschaft). Forschungen, Lehrtätigkeit, Publikationen und Ausstellungen in den Bereichen inszenierte und dokumentarische Fotografie, populäres und freies Theater, Alphabete und visuelle Kommunikation, Körperbilder und Erotica. Er lebt in Wädenswil in der Schweiz.

Klappentext

Soooooooooooo viele!Gruppenfotografien zwischen Standesrepräsentation, Vereinsmeierei und KunstdiskursAufreihung . Belegschaft . Chor . Dutzend . Ensemble . Fankurve . Geschwader . Harem . Innung . Jury . Kartell . Legion . Menschenkette . Nachhut . Orgie . Parade . Rudel . Seilschaft . Tross . Union . Vorstand . Warteschlange . Zunft... In der Fotografie ist seit 1845 eine Vielzahl solcher Formationen dokumentiert. Klassisch ist die Vereinsfotografie, die mit ihren vielfältigen Anordnungen und schmückenden Objekten nicht zuletzt zur Selbstdarstellung und Standesrepräsentation hergestellt wurde. Bekannt sind auch all die familieninternen Feiern, bei denen man zusammenkommt und sich austauscht. Hierbei hat das Gruppenbild Erinnerungscharakter und dient als visueller Verstärker der Verwandtschaft. Auch im Sport hat sich das Gruppenbild weitgehend gehalten, auch wenn es sich in seiner Strenge, ähnlich wie in der überaus traditionsreichen Schulklassenfotografie, etwas gelockert hat, aber immer noch der magischen Selbstvergewisserung und dem sozialen Zusammenhalt dient. Interessant sind die militärischen Formationen, die ganz unterschiedliche Größendimensionen aufzeigen und je nach Gleichschritt und Uniformierung eine Angsteinflößende Massierung und Macht darstellen. Dass heute der Mensch als beweglicher Pixel gebraucht wird, um damit Bilder herzustellen, wissen wir mindestens seit den Darbietungen olympischer Eröffnungszeremonien. Zum Thema gehören auch um einen Tisch aufgereihte Sitzungsmitglieder, um eine Zeigesituation versammelte Lerngruppen oder demonstrative Menschenketten. Eine wesentliche, oftmals verkannte Gruppe ist die der Zuschauer, die stetig wächst, vor allem wenn man bedenkt, dass Gemeinschaften ganz unterschiedlicher Art vermehrt ihren Nachwuchsmangel beklagen. Den historischen Positionen werden über 40 zeitgenössische Beschäftigungen mit dem Thema gegenübergestellt und fotohistorisch profund beleuchtet (Thomas Brenner, Matthias Koeppel, Martin Liebscher, James Mollison, Claudia Rogge, Tomoko Sawada, Pierre Schauwecker, Antal Thomas, Spencer Tunick, Qingsong Wang uam.).


Leseprobe
Vereinsfotografie: Die bekannteste Form der Gruppenfotografie dürfte die Vereinsfotografie sein. In einer Zeit, da der Fotoapparat noch nicht zur persönlichen Ausrüstung gehörte, war das Bild einer verbindlichen Gemeinsamkeit ein wichtiges Medium, ein Bindeglied zwischen Individuum und Gesellschaft. Die Vereinsfotografie visualisierte den sozialen Halt durch die dieselbe Gesinnung. Als Einzelanfertigung für das Vereinslokal war diesem Abbild inmitten von identitätsstiftenden Fahnen, Kränzen, Urkunden und Preisbechern auch ein guter Platz beschieden.Die optisch ornamentale Aufstellung der zumeist gleich gekleideten Vereinsmitglieder und ihren zugewandten Randzonen, die Eingliederung jedes einzelnen als physischer und sozialer, unabdingbarer Teil des Vereins zu einem bestimmten Zeitpunkt, die schmückenden Objekte, die ihrerseits den Verein kennzeichnen und dessen Geist über Jahre und Jahrzehnte tradieren, auch wenn Mitglieder wechseln und Vorstände mutieren, all das macht das Vereinsfoto zur kollektiven Willenskundgebung. Es ist die zeitaktuelle und tradierte Leistung, als Einheit zu bestehen, und zwar gemäss eines bürgerlichen Grundgedankens: alle für alle. Vereinsfotografie ist also Ausdruck der übergeordneten Gesellschaft. Sie ist die kleinste Struktur, die eine nationale Struktur begründet und aufrechterhält. In der Vereinsfotografie zeigt sich die Willensnation, wobei Partikularinteressen weitgehend ausgegrenzt sind. Die Fotografie ist damit auch ein sichtbares Zeichen gegen innen; als historisches Referenzbild vermag sie zu einigen, nur aufgrund der Tatsache, dass sie existiert. Die Fotografie als Dokument, Summe und Leistungsausweis des Vereinslebens wird vor allem dann sichtbar, wenn das Bild im Kontext eines festlichen Anlasses oder Wettbewerbs hergestellt wird (Musik, Sport, Theater). Die ideologische Perspektive des Bildes ist somit rückwärtsgewandt und wertkonservativ. Das im Bild manifeste Selbstwertgefühl ist nicht individuell-solitär konditioniert, sondern sozial-kooperativ. Das Bild ist nämlich eine Vergewisserung: Weil ich im Bild bin, bin ich in der Gruppe und von ihr getragen, wie ich die Gruppe mittrage. Die Zweckbestimmung der Gruppe transferiert deren Sinn auf mich und umgekehrt; es gibt ein gutes Gefühl, in der Gruppe zu sein. Die starke Bindung, formalisiert im Gruppenbild, konstituiert das Aufgehoben und Getragensein, trotz einer etwaigen Uniformierung.Der formale Aufbau von Vereinsfotografie folgt gewissen ästhetischen Gegebenheiten. Die Frontalität hat mir der Aufnahmesituation zu tun: Das Abgebildete hat logischerweise vor der Kamera zu stehen. Dann ist aber die Kamera selber, resp. der das Format des Bildträgers wesentlich stilbildend. Der Fotograf hat stets versucht, seine Platte optimal auszunützen und mit der abzulichtenden Gruppe zu füllen, weshalb es in der Frühzeit der professionellen Fotografie aufgrund der Kameratechnik vor allem stumpfe Querformate sind. Geeignete Orte für Aufnahmen waren somit Treppen und Aufgänge, ihrerseits architektonische Muster zur Steigerung von Repräsentation und Schaugepränge.

Weitere Informationen

  • Allgemeine Informationen
    • Sprache Deutsch
    • Gewicht 2979g
    • Untertitel Gruppenfotografie
    • Autor Fritz Franz Vogel
    • Titel Soooooooooooo viele!
    • Veröffentlichung 29.02.2012
    • ISBN 978-3-901753-48-0
    • Format Fester Einband
    • EAN 9783901753480
    • Jahr 2012
    • Größe H320mm x B308mm x T43mm
    • Herausgeber Edition Lammerhuber
    • Anzahl Seiten 396
    • Auflage 04.02.2012
    • Genre Fotografie, Film & TV
    • Lesemotiv Entdecken
    • GTIN 09783901753480

Bewertungen

Schreiben Sie eine Bewertung
Nur registrierte Benutzer können Bewertungen schreiben. Bitte loggen Sie sich ein oder erstellen Sie ein Konto.
Made with ♥ in Switzerland | ©2025 Avento by Gametime AG
Gametime AG | Hohlstrasse 216 | 8004 Zürich | Schweiz | UID: CHE-112.967.470
Kundenservice: customerservice@avento.shop | Tel: +41 44 248 38 38