Strafjustiz im Spätmittelalter im Südwesten des Reichs

CHF 164.70
Auf Lager
SKU
H7BE6TG6TPT
Stock 30 Verfügbar
Geliefert zwischen Fr., 30.01.2026 und Mo., 02.02.2026

Details

Der Autor beleuchtet die eigentümliche Urteilspraxis der Strafjustiz in spätmittelalterlichen Städten. Das finstere Blutgericht mit seiner martialischen Härte und Grausamkeit steht, wie die Forschung in den letzten Jahrzehnten gezeigt hat, nur für einen Teil der Strafpraxis. Der Rechtsalltag war weit mehr bestimmt durch die Aburteilung der zahlreichen kleineren Delikte, die für gewöhnlich mit tragbaren Strafen geahndet wurden. Schauplätze sind zum einen die Strafgerichte in Schaffhausen. Zum andern blickt der Autor über die Stadtmauern, vor allem nach Konstanz, um das Profil der Strafpraxis zu schärfen. Erstmals konnte damit ein umfassender Städtevergleich im Bereich der spätmittelalterlichen Strafjustiz erstellt werden. Dies dank der ungewöhnlich dichten Gerichtsquellen beider Städte, welche die Forschung für Konstanz schon früher ausgewertet hatte. In beiden Städten standen blutige Hinrichtungen nicht auf der Tagesordnung. Der Rechtsalltag war weniger spektakulär. Die Richter fuhren nur ausnahmsweise grobes Geschütz auf und liessen nicht selten Gnade vor Recht ergehen. Sie praktizierten eine abgestufte Um- und Durchsetzung verkraftbarer Urteile, oft waren es Geldbussen. Dies ist allerdings nur vordergründig ein Zeichen richterlicher Milde. Im Hintergrund spielten ausgeklügelte Mechanismen von Macht und wirksamer gesellschaftlicher Disziplinierung. Entsprechend effektiv war der Strafvollzug und die Durchsetzungskraft der Strafjustiz war hoch ein starker Kontrast zur bisherigen Forschung.

Klappentext

Der Autor beleuchtet die eigentümliche Urteilspraxis der Strafjustiz in spätmittelalterlichen Städten. Das finstere Blutgericht mit seiner martialischen Härte und Grausamkeit steht, wie die Forschung in den letzten Jahrzehnten gezeigt hat, nur für einen Teil der Strafpraxis. Der Rechtsalltag war weit mehr bestimmt durch die Aburteilung der zahlreichen kleineren Delikte, die für gewöhnlich mit tragbaren Strafen geahndet wurden. Schauplätze sind zum einen die Strafgerichte in Schaffhausen. Zum andern blickt der Autor über die Stadtmauern, vor allem nach Konstanz, um das Profil der Strafpraxis zu schärfen. Erstmals konnte damit ein umfassender Städtevergleich im Bereich der spätmittelalterlichen Strafjustiz erstellt werden. Dies dank der ungewöhnlich dichten Gerichtsquellen beider Städte, welche die Forschung für Konstanz schon früher ausgewertet hatte. In beiden Städten standen blutige Hinrichtungen nicht auf der Tagesordnung. Der Rechtsalltag war weniger spektakulär. Die Richter fuhren nur ausnahmsweise grobes Geschütz auf und liessen nicht selten Gnade vor Recht ergehen. Sie praktizierten eine abgestufte Um- und Durchsetzung verkraftbarer Urteile, oft waren es Geldbussen. Dies ist allerdings nur vordergründig ein Zeichen richterlicher Milde. Im Hintergrund spielten ausgeklügelte Mechanismen von Macht und wirksamer gesellschaftlicher Disziplinierung. Entsprechend effektiv war der Strafvollzug und die Durchsetzungskraft der Strafjustiz war hoch - ein starker Kontrast zur bisherigen Forschung.


Inhalt

  1. Das eigentümliche Profil der Strafjustiz: Grausamkeit und Gnade 1.1. Forschungsstand: Strafjustiz zwischen Grausamkeit, Repression, Gnade und Schlichtung 1.2. Fragestellungen: Um- und Durchsetzung der Normen und Urteile, Profil der Strafjustiz 1.3. Vorgehen und Aufbau: Schaffhausen und der Blick über die Stadtmauer 1.4. Quellenlage: Schaffhausen und Konstanz als Glücksfall 2. Rahmenbedingungen 2.1. Verfassung: Zunftstadt und Stadt des Adels 2.2. Stadtbevölkerung: kleiner und ärmer, grösser und reicher 2.3. Wirtschaft: darbend und blühend 2.4. Verwaltung: zentral und dezentral 2.5. Gerichtsorganisation: dezentral und zentral 2.6. Zwischenbilanz: kontrastreiche Ausgangslage 3. Straf- und bussrechtliche Satzungen 3.1. Massgebende Satzungen: Schaffhauser Recht präziser 3.2. Richtebrief als Vorlage der Satzungen: nicht nur in Konstanz 3.3. Stellenwert der Satzungen im Rechtsalltag: unterschiedliche Praxis 3.4. Zwischenbilanz: ähnliche Rechtstraditionen, Unterschiede in Aufzeichnung und Handhabung des Rechts 4. Friedenssicherung im Innern 4.1. Organisation und Akteure 4.2. Verhaftungen, Untersuchungen, Gefängniswesen 4.3. Zwischenbilanz: wehrhafte und wohlgeordnete Städte, Sicherheitskräfte in neuem Licht 5. Delikte und Delinquenten nach Gerichtsinstanzen 5.1. Deliktverteilung, Geschlecht und Herkunft der Delinquenten 5.2. Delinquenz und Schichtzugehörigkeit 5.3. Zwischenbilanz: mehr Delikte in der kleineren Stadt? 6. Delikte und Sanktionen nach Gerichtsinstanzen 6.1. Gewaltdelikte: ritualisierte Gewaltanwendung, wenig Brachialgewalt 6.2. Wortdelikte: Angriff auf Ehre, Körper und religiöser Ebene 6.3. Eigentumsdelikte: Angriff auf Gut und Ehre 6.4. Wirtschaftsdelikte: Lebensmittelproduzenten und Warenverkehr im Fokus 6.5. Sittlichkeitsdelikte: Eheleben und Geldspiel im Fokus, wenige Sexualdelikte 6.6. Öffentliche Ruhe und Ordnung: empfindliche Räte 6.7. Zwischenbilanz: vergleichbare Delikte, ungleiche Sanktionshärte 7. Hintergrund der Rechtsprechung: Gottesgericht und weltliche Ehre 8. Strafzumessung nach Gerichtsinstanzen 8.1. Mechanismen: Gnadenpraxis, Ehrenteile und Ehrenhandel, Berechenbarkeit der Delinquenten 8.2. Verfahren und Merkmale: Herrschaftsdarstellung, Ehre, Geschlecht, Alter 8.3. Schaffhausen: Urteilspraxis zwischen Milde und Ausgrenzung 8.4. Konstanz: härtere niedergerichtliche Urteilspraxis 8.5. Basel, St. Gallen, Zürich: unterschiedliche Sanktionshärte 8.6. Zwischenbilanz: Gottesgericht, ehrbares Leben, weltliche Richter, ausgeklügelte Urteilspraxis 9. Straf- und Bussenvollzug nach Gerichtsinstanzen 9.1. Mechanismen: Gnadenpraxis, Ehrenteile, Ehrverbindungen, Ehrverpfändungen Absichern gegenüber Delinquenten 9.2. Schaffhausen: effektiver Sanktionsvollzug aller Instanzen 9.3. Konstanz: effektiver Sanktionsvollzug der Niedergerichtsbarkeit 9.4. Basel, St. Gallen, Zürich: wenig effektiver Sanktionsvollzug? 9.5. Bedeutung der städtischen Busseneinnahmen: keine Geldquelle 9.6. Zwischenbilanz: effektiver Strafvollzug und starke Ratsherrschaft 10. Schaffhausen und Konstanz: hohe Durchsetzungskraft der Strafjustiz, geordnete Verhältnisse im Innern Anhang 11. Währungseinheiten 12. Richtlinien für die Transkription 13. Verzeichnis der Grafiken und Tabellen 14. Bibliografie 15. Ausführliches Inhaltsverzeichnis

Weitere Informationen

  • Allgemeine Informationen
    • GTIN 09783034012485
    • Sprache Deutsch
    • Größe H225mm x B155mm x T43mm
    • Jahr 2015
    • EAN 9783034012485
    • Format Kartonierter Einband
    • ISBN 978-3-0340-1248-5
    • Veröffentlichung 12.10.2015
    • Titel Strafjustiz im Spätmittelalter im Südwesten des Reichs
    • Autor Gubler Kaspar
    • Untertitel Schaffhausen und Konstanz im Vergleich
    • Gewicht 1030g
    • Herausgeber Chronos Verlag
    • Anzahl Seiten 584
    • Lesemotiv Verstehen
    • Genre Mittelalter

Bewertungen

Schreiben Sie eine Bewertung
Nur registrierte Benutzer können Bewertungen schreiben. Bitte loggen Sie sich ein oder erstellen Sie ein Konto.
Made with ♥ in Switzerland | ©2025 Avento by Gametime AG
Gametime AG | Hohlstrasse 216 | 8004 Zürich | Schweiz | UID: CHE-112.967.470
Kundenservice: customerservice@avento.shop | Tel: +41 44 248 38 38