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Tacita Dean. Antigone
Details
Der einstündige, anamorphotische 35mm Film Antigone (2018) ist das bislang komplexeste Werk der britisch-europäischen Künstlerin Tacita Dean. Im Namen dieses Werks verbindet sich die persönliche Geschichte der Künstlerin mit der mythologischen Weltordnung: Antigone ist die Heldin im gleichnamigen Drama des griechischen Dichters Sophokles. Antigone heisst aber auch die ältere Schwester von Tacita Dean. Der Name erzeugt eine doppelte Bindung voller Ambivalenzen und ist der Grund für Deans Auseinandersetzung mit der Figur. Leitmotiv des Werks ist die Blindheit. Antigone kreist um grundlegende Fragen nach Vorhersehung und Bestimmung, das Sehen und Nichtsehen und die metaphorische Blindheit als Notwendigkeit für künstlerische Arbeit. Den Verbündeten für ihr ambitioniertes Projekt fand Tacita Dean in ihrem Medium: Für den Film griff sie tief in die Trickkiste aus der Frühzeit des Kinofilms, als dieser noch als futuristisch galt und das Publikum mit Illusionen verzauberte. Dafür holte sie Techniken wie Maskierungen und Mehrfachbelichtungen aus dem Schlaf der Vergessenheit und passte diese ihren spezifischen Vorstellungen an. Den «sehenden Part» überliess Dean der Kamera, dieser magischen einäugigen Box, sich selbst schickte sie in das Unvorhersehbare. Antigone ist ein durch und durch analoges Werk: Die wie Collagen wirkenden Filmbilder montierte Dean mit und im Innern der Kamera mithilfe von raffinierten Schablonen und mehrfacher Belichtung. Das Ergebnis des experimentellen Projekts ist Pionierleistung und Meisterstück zugleich. Auch die Laurenz-Stiftung liess sich «blind» auf das Unterfangen ein und hat den Film von Anfang an begleitet. Die Erzählung von Entstehen und Wirken dieses Werks wird in dem Buch anhand von zahlreichen Bildern Produktionsaufnahmen, Standfotografien, Zeichnungen der Künstlerin, usw. und Texten abgebildet. In einem Essay erzählt Dean von ihrer Faszination für den Namen und die Figur. Das Transkript der im Film gesprochenen Worte ergänzt das Künstlerbuch. Antigone gehört zur Sammlung der Emanuel Hoffmann-Stiftung und wird im Kunstmuseum Basel | Gegenwart zum ersten Mal in der Schweiz präsentiert.
Klappentext
Das einstündige Epos "Antigone" bringt Tacita Deans Gespür für die subtile Verflechtung von mythologischen Figuren, persönlicher Geschichte und zufälligen Geschehnissen zum Ausdruck. Werkstoff der britisch-europäischen Künstlerin ist der analoge Film, den sie aufgrund seiner vielfältigen Bearbeitungsmöglichkeiten und der körnigen Brillanz wegen schätzt. Aber auch Fotografie, Druckgrafik, Zeichnung und das Schreiben sind Techniken, die sie meisterhaft beherrscht.
Die Idee zu Antigone verfolgte die Künstlerin schon seit Jahrzehnten: Antigone ist der Name ihrer älteren Schwester, aber auch der tragischen Heldin im gleichnamigen Stück des griechischen Tragödiendichters Sophokles. Seit Deans erster Begegnung mit dem literarischen Stoff liess sie die Frage nicht los, was in dem Zeitraum geschieht, in dem der blinde König Ödipus an der Seite seiner Tochter und Schwester Antigone durch die Wildnis irrt.
Weitere Informationen
- Allgemeine Informationen
- Sprache Deutsch
- Autor Tacita Dean , Anne Carson , Stephen Dillane
- Titel Tacita Dean. Antigone
- Veröffentlichung 31.08.2021
- ISBN 978-3-906315-13-3
- Format Fester Einband
- EAN 9783906315133
- Jahr 2021
- Größe H308mm x B215mm x T18mm
- Untertitel Artist's Book
- Gewicht 876g
- Herausgeber König, Walther
- Editor Laurenz-Stiftung - Schaulager basel
- Genre Bildende Kunst
- Lesemotiv Verstehen
- Anzahl Seiten 128
- GTIN 09783906315133