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Tagebuch eines Obdachlosen
Details
Marc Augé beschreibt in diesem fiktiven Tagebuch fünf Monate im Leben eines modernen Obdachlosen. Aufgrund der Zwänge moderner Arbeitsverhältnisse und steigender Mietpreise wächst in Großstädten eine Masse von neuen Heimatlosen heran, die sich, obwohl sie durchaus Geld haben, keine festen Wohnsitze mehr leisten können (oder wollen). Sie müssen mobil und flexibel sein, nehmen befristete Jobs für zu wenig Geld an und übernachten bei Freunden auf der Couch oder in ihrem Auto. Der Tagebuchschreiber bildet sich zwar ein, seine bisherige mentale Verfassung aufrechterhalten zu können, der Leser merkt aber schnell, dass mit dem Verlust der festen Behausung auch eine schleichende Erosion von Orientierung, Identität und sozialen Kompetenzen einhergeht.
Augé nennt die Form des Tagebuchs Ethnofiktion. Candide oder Montesquieus Perser waren ethnofiktive Figuren, aber sie beobachteten die Welt, um sich darüber zu wundern. Die ethnofiktive Person, die sich heute selbst beobachtet, enthüllt dagegen den Wahnsinn der Welt.
Autorentext
Marc Augé, geb. 1935, ist Hauptvertreter einer "Ethnologie des Nahen". Er lehrte Anthropologie an der Pariser École des Hautes Ètudes en Sciences Sociales, deren Präsident er viele Jahre war.
Weitere Informationen
- Allgemeine Informationen
- Sprache Deutsch
- Übersetzer Michael Bischoff
- Titel Tagebuch eines Obdachlosen
- Veröffentlichung 09.02.2012
- ISBN 978-3-406-63080-4
- Format Kartonierter Einband
- EAN 9783406630804
- Jahr 2012
- Größe H190mm x B124mm x T9mm
- Autor Marc Augé
- Untertitel Ethnofiktion
- Gewicht 124g
- Auflage 1. A.
- Genre Sachbücher Gesellschaft
- Lesemotiv Auseinandersetzen
- Anzahl Seiten 103
- Herausgeber Beck C. H.
- GTIN 09783406630804