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Verarztet! Verpflegt! Verloren?
Details
Eigentlich kaum vorstellbar! Sicher, das deutsche Gesundheitssystem ist eines der besten der Welt. Also besteht doch eigentlich gar kein Anlass zur Besorgnis. Werden Sie ruhig alt und kränklich, man wird sich schon um Sie kümmern, wenn Sie Hilfe brauchen. Zumindest ist es so geplant, häufig kommt es jedoch anders. Was man im Gesundheits- und Pflegesystem für Überraschungen und Merkwürdigkeiten erleben kann, schildert dieses Buch anschaulich. Und immer mit einem kräftigen Schuss Humor, denn sonst lässt es sich wohl auch kaum ertragen. Verfolgen Sie den Protagonisten und seine Angehörigen bei ihrer Irrfahrt durch die Institutionen des Gesundheitswesens und der Altenpflege. Zu Ihrem Vergnügen, aber auch zur Vorbereitung. Denn irgendwann werden Sie selbst zwangsläufig mit dem System und seinen Problemen konfrontiert werden. Sei es als Patient oder als Begleiter von Angehörigen oder Freunden. Das Buch kann Ihnen weder Krankheit noch Alter ersparen, aber es kann Sie unterhalten und Sie vorbereiten. Auf die Systeme und die in ihnen lauernden Tücken. Vieles werden Sie wahrscheinlich kaum glauben, vielleicht sogar hoffen, dass die Geschichten nur erfunden sind. Leider nein, denn das ist eigentlich kaum vorstellbar.
Autorentext
Veit Beck wurde in Bochum geboren. Nach dem Abitur und Wehrdienst machte er eine Ausbildung zum Industriekaufmann. Anschließend arbeitete er als Programmierer und Systemanalytiker im IT-Bereich eines großen Industriebetriebs. Begleitend zum 1991 abgeschlossenen Studium der Informatik war er als geschäftsführender Gesellschafter eines Beratungsunternehmens als Entwickler und Trainer für diverse Software- und Fortbildungsunternehmen tätig. Ab 1992 arbeitete er in internationalen Beratungsunternehmen mit Aufgabenschwerpunkten im Projektmanagement, Vertrieb und Marketing. Seit 2015 ist er schriftstellerisch tätig. Seine Kriminalromane, Thriller und Gesellschaftssatiren bieten nicht nur spannende Unterhaltung, sondern skizzieren auch die Auswirkungen aktueller technologischer und sozialer Entwicklungen auf die Gesellschaft.
Leseprobe
2 Parkinson Wie das denn funktionieren soll, können Sie mir sicher auch nicht erklären. Ruhig zu bleiben, wenn um 5:30 Uhr in der Früh das Telefon klingelt, sie schlaftrunken abheben, sich melden und die Stimme der Nachbarin ihrer kränkelnden Mutter hören. Auch wenn der erste Satz lautet: Sie müssen sich keine Sorgen machen. Das klappt nicht, Sie erschrecken und machen sich Sorgen. Meine Mutter Marianne war, so der Bericht der Nachbarin, im oder auf dem Weg in das Krankenhaus. Offenbar war sie in der Nacht gestürzt, konnte aus eigener Kraft nicht mehr aufstehen, hatte sich aber irgendwie bemerkbar machen können, ob durch Betätigung ihres Hausnotrufes, durch Klopfen oder Rufen habe ich bis heute nicht in Erfahrung bringen können. Jedenfalls war die Nachbarin, die auch sonst häufiger nach meiner Mutter sieht, durch Lärm im Treppenhaus geweckt worden, hatte sich zur Wohnung meiner Mutter, gleiche Etage, nur rechts begeben und dort Polizei, Feuerwehr, Sanitäter, zwei Angestellte des Pflegedienstes und den Nachbarn, der unter der Wohnung meiner Mutter wohnt, vorgefunden. Meine Mutter lag schon auf der Trage der Sanitäter, war aber ansprechbar und klagte über Schmerzen am rechten Arm. Das waren die Informationen, derentwegen ich mir keine Sorgen machen sollte. Ich bin so gut wie unterwegs und vielen Dank für die Benachrichtigung, entgegnete ich und beendete das Telefonat. Wenig später befand ich mich im Auto, unterwegs zur Wohnung meiner Mutter. Ca. 30 km hatte ich zu fahren. So früh morgens, es war kurz nach 6:00 Uhr, dauerte das nur eine knappe halbe Stunde. Schon auf der Fahrt grübelte ich, wie das hatte passieren können. Meine Mutter war an Parkinson erkrankt. Vor ungefähr zwei Monaten war es gelungen, für sie eine kontinuierliche neurologische Behandlung zu beginnen. In den sechs Monaten vorher, seit wir von der Diagnose Parkinson wussten, mussten wir improvisieren. Mangels notwendiger Kenntnisse und verfügbarer medizinischer Ressourcen. Diagnostiziert wurde Parkinson während eines früheren Krankenhausaufenthaltes von Marianne. Dort wurde auch die Medikation bestimmt, die nach der Entlassung durch den Hausarzt verordnet werden sollte. Das lief nicht ganz so unproblematisch, doch dazu später mehr. Nur durch den Tipp eines Praxiskollegen ihres Hausarztes, der einen Neurologen kannte und einem unerwartet engagiertem Einsatz meinerseits, bekam meine Mutter überhaupt einen kurzfristigen Vorstellungstermin in der neurologischen Ambulanz des Krankenhauses an ihrem Wohnort. Und das auch noch beim Chefarzt Dr. Kloos, einem anerkannten Neurologen. Eigentlich war das unmöglich. Denn der Chefarzt nahm nahezu keine neuen Patienten an. Neue Patienten wurden auf die anderen Ärzte der neurologischen Ambulanz verteilt. Und schon bei denen war eine Wartezeit von mehreren Monaten die Regel. Und wir hatten wirklich einen kurzfristigen Termin bekommen. Mit nur einer guten Woche Wartezeit. Das Ergebnis des Vorstellungstermins war neben einer Bestätigung der Parkinson-Diagnose die Aussicht auf eine trotzdem mögliche Erhöhung der Mobilität meiner Mutter. Laut Aussage des Arztes läge ihre aktuelle Medikation bei ca. 30% der maximal möglichen Medikation, sodass er versuchen würde, über eine langsame Steigerung der Medikation das für meine Mutter sinnvolle Optimum zu finden. Er machte keinen Hehl daraus, dass wir ein Stück weit experimentell vorgehen müssten, da die Einstellung von Parkinson-Patienten ein langwieriger, jeweils individuell zu gestaltender Prozess wäre. Try and error also, nicht schön, aber offenbar alternativlos. Er erhöhte folglich die Levodopa-Dosis und reduzierte im Gegenzug ein anderes neurologisches Medikament namens Amatadin, sowie ein weiteres Medikament. Wie später noch zu berichten sein wird, musste meine Mutter wegen anderer Beschwerden noch viele weitere Medikamente dauerhaft einnehmen. Aber auch dazu später mehr, derzeit ist das nur insofern von Relevanz, als die umfangreiche existierende Medikation die Einstellung der Medikation zur Minimierung der Parkinson-Symptome noch zusätzlich erschwerte. Neben den Rezepten für die Anpassung der Medikation meiner Mutter erhielten wir einen Folgetermin in gut vier Wochen. Erste Effekte der veränderten Medikation zeigten sich bereits nach drei bis vier Tagen, leider jedoch in die falsche Richtung. Meine Mutter wurde zunehmend immobil. Konnte sie anfangs noch selbstständig aus dem Sessel aufstehen, sie hatte dazu eine interessante Technik entwickelt, indem sie sich an dem schweren, mit einer Glas- und einer Marmorplatte versehenen Couchtisch festhielt und hochzog, war ihr das schon wenige Tage später nicht mehr möglich. Zusammen mit den schon in den Tagen vorher zu beobachtenden Problemen beim Laufen, und hier insbesondere beim Losgehen und bei Richtungswechseln, war sie ungefähr zehn Tage nach dem Termin beim Neurologen völlig immobil. Gemäß Murphys Law passierte dies natürlich an einem Freitag, sodass keine kurzfristige Konsultation des oder eines anderen Neurologen möglich schien. Ich hatte zwar die E-Mail-Adresse von Dr. Kloos, sowie seine Erlaubnis, selbige bei Bedarf zu nutzen, jedoch war es eine Dienstadresse. Mit einer schnellen Reaktion war also nicht zu rechnen. Blieb mir nur die Möglichkeit selbst zu handeln, indem ich die Medikation eigenmächtig veränderte und zudem zu meiner Mutter zog, um sie über das Wochenende zu betreuen und dabei die Wirkung der modifizierten Medikation zu beobachten. Essen machen, meine Mutter auf Schritt und Tritt begleiten, auf die Toilette, in das und aus dem Bett helfen, den Haushalt schmeißen, einkaufen und nachts auf der Couch übernachten. Das lief so das ganze Wochenende, aber es ging von Stunde zu Stunde etwas besser. Sonntagabends schrieb ich Dr. Kloos eine E-Mail, in der ich Ausgangssituation und aktuelle Medikation, meine eigenmächtig verordneten Änderungen und die zwischenzeitlich eingetretenen Verbesser…
Weitere Informationen
- Allgemeine Informationen
- Sprache Deutsch
- Herausgeber ratio books Verlag
- Gewicht 416g
- Untertitel Eine satirische Odyssee durch das deutsche Gesundheits- und Pflegewesen
- Autor Veit Beck
- Titel Verarztet! Verpflegt! Verloren?
- Veröffentlichung 15.03.2021
- ISBN 978-3-96136-100-7
- Format Kartonierter Einband (Kt)
- EAN 9783961361007
- Jahr 2021
- Größe H199mm x B141mm x T19mm
- Anzahl Seiten 311
- Lesemotiv Entspannen
- Genre Cartoon & Humor
- GTIN 09783961361007