Wir verwenden Cookies und Analyse-Tools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internet-Seite zu verbessern und für Marketingzwecke. Wenn Sie fortfahren, diese Seite zu verwenden, nehmen wir an, dass Sie damit einverstanden sind. Zur Datenschutzerklärung.
Versorgt
Details
Durch fürsorgerische Zwangsmassnahmen der Behörden wurden in der Schweiz bis 1981 zehntausende Menschen ohne Gerichtsurteil aus ihren Familien gerissen und fremdplatziert. Auch im Kanton Schaffhausen wurden Kinder und Jugendliche versorgt: Sie wurden auf Bauernhöfe verdingt, in Pflegefamilien gegeben, in Heimen und Anstalten untergebracht oder in die psychiatrische Klinik eingewiesen. Ein Aktenbestand im Staatsarchiv Schaffhausen gibt Einblick in die Schicksale von 59 Betroffenen. Die Dossiers enthalten einerseits behördliche Akten, die den Prozess dokumentierten, andererseits Erinnerungen der Betroffenen selbst. So ergibt sich ein differenziertes Bild, Strukturen zeichnen sich ab und mancher Abgrund tut sich auf. Die vorliegende Auswertung enthüllt ein Zwangssystem, das erst im Zuge der 68er-Bewegung hinterfragt und abgeschafft wurde, und gibt Einblick in das Leben in den wichtigsten Schaffhauser Institutionen wie dem Waisenhaus der Stadt Schaffhausen, dem Kinderheim Löhningen oder der Anstalt Friedeck in Buch. Marlon Rusch (*1987) ist Historiker und Journalist. Er leitet die Redaktion der «Schaffhauser AZ» und arbeitet als freier Reporter. Seine Fallstudie entstand im Auftrag des Kantons Schaffhausen, der dem Beispiel anderer Kantone folgt und sich einem dunklen Kapitel seiner jüngeren Geschichte stellt.
Autorentext
Marlon Rusch geboren 1987, ist Historiker und Journalist. Er leitet die Redaktion der «Schaffhauser AZ» und arbeitet als freier Reporter.
Klappentext
Fürsorgerische Zwangsmassnahmen in der Schweiz werden seit einigen Jahren intensiv erforscht. Doch es gibt blinde Flecken: Schaffhausen blieb bis anhin von der Forschung unberührt. Dabei lässt sich die Thematik im kleinen Kanton wie in einem Brennglas bündeln. Auch in Schaffhausen wurden Menschen auf unterschiedliche Arten versorgt: Sie wurden in den Landgemeinden auf Bauernhöfen verdingt, in Familien in der Stadt oder in Heimen und Anstalten platziert. Vereinzelt kam es zu Einweisungen in die psychiatrische Klinik. Nun geben die Schicksale von 59 Betroffenen erstmals Einblick in ein Zwangssystem, das sich über ganz Schaffhausen spannte. Ein Laufmeter Akten im Staatsarchiv Schaffhausen birgt einen wertvollen Bestand: 59 Personendossiers von Menschen, die als Kinder oder Jugendliche bis 1981 Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen wurden. Die vor wenigen Jahren zusammengestellten Dossiers sollten es den Betroffenen ermöglichen, beim Bund Anspruch auf Entschädigungszahlungen zu erheben. Zum einen beinhalten sie behördliche Akten aus der Zeit der Zwangsmassnahmen. Zum anderen enthalten sie Gesprächsprotokolle, in denen die Betroffenen ihre Geschichte aus heutiger Perspektive erzählen. Die Dossiers erlauben es, verschiedene Sichtweisen zu konfrontieren. Dabei zeichnen sich Strukturen ab, und mancher Abgrund tut sich auf. Die Fallstudie entstand im Auftrag des Kantons Schaffhausen, der sich damit einem dunkeln Kapitel seiner jüngsten Geschichte stellt.
Weitere Informationen
- Allgemeine Informationen
- GTIN 09783034016971
- Auflage 1. A.
- Sprache Deutsch
- Genre Sachbücher Geschichte
- Größe H240mm x B160mm x T15mm
- Jahr 2022
- EAN 9783034016971
- Format Fester Einband
- ISBN 978-3-0340-1697-1
- Veröffentlichung 31.10.2022
- Titel Versorgt
- Autor Marlon Rusch
- Untertitel 59 Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen im Kanton Schaffhausen
- Gewicht 460g
- Herausgeber Chronos Verlag
- Anzahl Seiten 159
- Lesemotiv Auseinandersetzen