Vielleicht Patagonien

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Details

Witzige, satirische, nachdenkliche oder skurrile Miniaturen, welche auf kleinstem Raum grosse Steiger'sche Themen abhandeln und die Bandbreite seines Schaffens zeigen.

Autorentext
Am 4. August 2009 hätte der vor vier Jahren verstorbene Schweizer Schriftsteller Otto Steiger seinen 100. Geburtstag gefeiert. Zu diesem Jubiläum legen wir im Rahmen unserer Werkausgabe sechs vergriffene Titel in einer kleinen Auflage neu auf. Otto Steigers besondere Aufmerksamkeit gilt den Unscheinbaren und Zukurzgekommenen. Die damit verbundene leise Melancholie und ein treffender Humor angesichts aller möglichen Glaubenssätze und gängigen Lebensweisheiten machen die besondere Atmosphäre seiner Bücher aus. Otto Steiger, geboren 1909 in Uetendorf bei Thun und in Bern aufgewachsen, studierte im Paris der Vorkriegszeit Romanistik und verdiente sich das Leben als Giesser und Reiseführer. Von 1937 bis 1943 war er Nachrichtensprecher am Schweizer Radio und Redaktor der Schweizerischen Depeschenagentur, danach gründete er eine Privatschule in Zürich und leitete später ein Handelsunternehmen. Schliesslich freiberuflicher Schriftsteller. Gestorben am 10.5.2005. Nach einem viel versprechenden Start im Jahr 1942 wurde Otto Steiger in den Fünfzigerjahren wegen seines gesellschaftskritischen dritten Romans Porträt eines angesehenen Mannes und einer Reise in die Sowjetunion als Kommunist diffamiert. Er wich auf andere literarische Sparten aus und wurde auch ein bekannter Jugendbuchautor. Seine Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und immer wieder neu aufgelegt.

Klappentext

Der Autor erinnert sich an seine Jugend als Heimkind, zuerst unter der Fuchtel katholischer Nonnen, die Bettnässer mit Schlägen und Gebeten :heilten9, dann im evangelischen Kinderheim, geführt von einem :Jünger Pestalozzis9, der aber alles mit Füssen tritt, was der grosse Pestalozzi gelehrt und gelebt hat, und der seine tyrannisch geführte Anstalt als einträgliche Fabrik für Kinderarbeit betreibt. Rueb beschreibt eine Hölle selbstgerechter, schwarzer Pädagogik in beklemmender Bildhaftigkeit und ohne Selbstmitleid, aber auch mit Humor und Zärtlichkeit und Sinn für die poetischen Momente, die es dort auch gab. Der junge Rueb ist rebellisch, einer, der sich nicht fügen will, ein :fremdes Element9, wie der Heimleiter sagt, einer, der immer wieder Wege und Nischen zum Widerstand findet. Fussball zum Beispiel. Das proletarische Mannschafts- und Kampfspiel, das nicht mehr braucht als zwei Füsse und einen Ball. Der Obrigkeit ist es verhasst, ist es doch ein Freiraum, der sich ihrer Kontrolle entzieht. Der sagenhafte Rübezahl, der Berggeist, bewegt seine Fantasie, wird zu seinem geheimen Verbündeten, seinem zweiten Ego. Er erfindet eigene Rübezahl-Geschichten und unterhält damit die Heimzöglinge. Erzählen als eine Form von Widerstand. So schafft er sich seinen Ruf und einen neuen Namen - Rübezahl. Er wird ihm sein Leben lang bleiben. Rübezahl wird politisch, erkennt sein Redetalent, nimmt Teil an der Aufbruchstimmung und den politischen Unruhen der Sechzigerjahre. Er wird Mitglied der kommunistischen Partei der Arbeit, bald auch Redaktor der Parteizeitung :Vorwärts9, Funktionär und schliesslich Kantonsrat. Gleichzeitig wird er Gallionsfigur der Demonstranten auf der Strasse. Er selbst steht zwischen vielen Fronten, angefeindet von rechtschaffenen Spiessern, Sektierern der Ausserparlamentarischen Opposition und den bürokratischen Betonköpfen der eigenen Partei. Die ebenso allgegenwärtigen wie unbedarften Staatsschützer, führen pedantisch Buch über sein Leben. Die Fleissarbeit der Spitzel ist ihm heute zur willkommenen Erinnerungshilfe geworden. Seine Aufzeichnungen sind autobiografisch, aber keine Autobiografie. Erlebnisberichte wechseln sich chronologisch ungebunden ab mit Essays und Reflexionen über die Wahrheiten, die Kämpfe, aber auch die Schlagworte und Irrungen jener Zeit. Er erzählt sie leidenschaftlich, selbstkritisch der Wahrheit verpflichtet. Ein Stück Schweizergeschichte und zugleich die Geschichte eines glücklichen, fruchtbaren Scheiterns. Eines Scheiterns, das mithalf, die Gesellschaft zu wandeln - von Grund auf und unwiderruflich.

Weitere Informationen

  • Allgemeine Informationen
    • Sprache Deutsch
    • Gewicht 220g
    • Untertitel Kurzgeschichten
    • Autor Otto Steiger
    • Titel Vielleicht Patagonien
    • Veröffentlichung 30.09.2009
    • ISBN 978-3-85990-141-4
    • Format Fester Einband
    • EAN 9783859901414
    • Jahr 2009
    • Größe H210mm x B130mm x T17mm
    • Herausgeber Edition 8
    • Anzahl Seiten 144
    • Lesemotiv Entspannen
    • Auflage erste Auflage 2009
    • Altersempfehlung 12 bis 9 Jahre
    • Genre Erzählende Literatur & Romane
    • GTIN 09783859901414

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