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Vom Untergang
Details
Bayern, 1922. Der rechtskonservative Erfolgsautor Oswald Spengler schmiedet geheime Pläne für eine Lenkung der Presse. Gemeinsam mit Forstrat Escherich, dem Gründer einer militanten Bürgerwehr, und Gumbrecht, einem mächtigen Fürther Spiegelfabrikanten, will er die öffentliche Meinung in der jungen Republik beeinflussen. Emma, Gumbrechts Sekretärin und Geliebte, ist die Tochter des Anarchosyndikalisten Fritz Oerter. Eigentlich hat sie genug von Politik und auch von ihrem Freund, dem Sozialdemokraten Max Schmidtill. Doch dann liest sie einen Brief, der nicht für ihre Augen bestimmt war Hundert Jahre nach den Mordanschlägen auf Walther Rathenau und Philipp Scheidemann zeichnet Leonhard F. Seidl ein packendes Sittenbild der Weimarer Republik. Spenglers Komplott, der Mord an Schmidttill und diverse Figuren wie Fritz Oerter sind historisch belegt; der Roman basiert auf intensiven Recherchen und enthält zahlreiche Originalzitate aus Zeitungen, Sitzungsprotokollen und Briefen.
Autorentext
Leonhard F. Seidl, geboren 1976 in München, ist Schriftsteller, Journalist und Dozent für Kreatives Schreiben. Er hat zahlreiche Preise und Stipendien erhalten, u.a. von der Romanwerkstatt Literaturforum im Brecht-Haus sowie der Bayerischen Akademie des Schreibens im Literaturhaus München. 2017 erschien sein Kriminalroman »Fronten«.
Zusammenfassung
Oswald Spengler, nach seinem Erfolgsbuch »Der Untergang des Abendlandes« in rechtskonservativen Kreisen hochgeschätzt, ist 1922 auf dem Weg nach Oberbayern zu Forstrat Escherich, dem Grunder einer republikfeindlichen Einwohnerwehr, um ihm einen geheimen Plan zur Lenkung der nationalen Presse zu unterbreiten. Auch der Further Spiegelfabrikant Gumbrecht lässt sich leicht gewinnen. Dabei kommt es ihm gar nicht in den Sinn, seine Sekretärin Fräulein Hierer, die sich zu einer Affäre mit ihm hat hinreißen lassen, könnte kompromittierende Briefe nicht nur schnell und zuverlässig abtippen, sondern auch Kopien beiseiteschaffen und dem Plan so gefährlich werden. Doch Emma Hierer ist die Tochter des gestandenen Anarchosyndikalisten Fritz Oerter, die der alten Geschichten ihres Vaters zwar etwas uberdrussig ist, aber trotzdem einen wachen politischen Blick hat. Ihr langjähriger Freund, der Sozialdemokrat Max Schmidttill, Eintänzer und Gigolo in Cafés der gehobenen Gesellschaft, sturzt in zweifelhafte Milieus ab. Eines Nachts wird er von Rechtsnationalen getötet doch die lenken den Verdacht auf die Anarchisten Spenglers Komplott, der Mord an Schmidttill und diverse Figuren wie Fritz Oerter sind historisch belegt; der Roman basiert auf intensiven Recherchen und enthält zahlreiche Originalzitate aus Zeitungen, Sitzungsprotokollen und Briefen.
Leseprobe
Ein Mann aus der Gruppe gegenuber, der seinen Stumpf auf eine Krucke hochgelehnt hatte, fragte, ob Spengler auch im Krieg gewesen sei. Der kultivierte Mensch hat seine Energie nach innen, der zivilisierte nach außen, dachte Spengler. Er reagierte erst nicht, dann krächzte er, als hätte er seine Stimme jahrzehntelang nicht benutzt. Ja, er sei auch im Krieg gewesen und habe dem Franzmann gehörig die Leviten gelesen. Glucklicherweise sei er ohne Verletzung, er nickte in Richtung des Stumpfes des Burschen, heimgekehrt. Da kehrte Ruhe ein im Abteil, die vom Rattern der Dampflok in die Länge gezogen wurde. Verschämt sahen alle zu Boden oder aus dem Fenster, auf die voruberziehende Landschaft. Wie rasch man in einer einfältigen Gesellschaft einfältig wird.
Weitere Informationen
- Allgemeine Informationen
- Sprache Deutsch
- Autor Leonhard F. Seidl
- Titel Vom Untergang
- Veröffentlichung 08.03.2022
- ISBN 978-3-96054-284-1
- Format Kartonierter Einband
- EAN 9783960542841
- Jahr 2022
- Größe H210mm x B125mm x T22mm
- Untertitel Kriminalroman
- Gewicht 314g
- Auflage Originalveröffentlichung
- Genre Krimis, Thriller & Spionage
- Lesemotiv Nervenkitzeln
- Anzahl Seiten 248
- Herausgeber Edition Nautilus
- GTIN 09783960542841