Von den Möglichkeiten einer inneren Geschichte des Lesens

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"Ist Lesen historisch?" Keine harmlose Frage. An die Antwort knüpfen sich Leitvorstellungen vom Wandel der Kommunikationsmedien. Wie ist eine Mediengeschichte, die literarische Medien einbezieht, künftig zu denken? Positive wie negative Versionen von Fortschrittsgeschichten überzeugen kaum noch. Eine exemplarische Alternative ist der Versuch, Lesen als Operation historisch zu beobachten. Entgegen der Tendenz, Lektüre zu universalisieren oder den Wandel im Lesen auf äußere Bedingungen zurückzuführen, begreift die 'innere' Geschichte Lektüre als Medium mit eigenen Widerständen. Das Lesen ist in sich selbst zu unterscheiden. Die 'innere' Geschichte zeigt, wie Lektüretechniken im kulturellen Wandel der Kommunikationsmedien Allianzen eingehen und aufgrund welcher Funktionen sie Vorzug vor anderen Möglichkeiten erhalten. Anhand eingehender Lektüre unauffälliger wie einschlägiger Thematisierungen des Lesens von der Antike bis ins 19. Jahrhundert von Quintilian, Cicero und Augustinus über Erasmus, Herder und Nietzsche werden Bausteine zu einer Geschichte des Lesens vorgelegt, die differenzierter beobachten kann als das alte Modell von der lauten Lektüre und ihrem Verstummen in der Neuzeit. Eine besondere Rolle spielt J.M. Gesners "Kunst des Lesens" als Koppelung von Lektüregeschwindigkeiten aus dem 18. Jahrhundert, die ihre Herkunft von der Romanlektüre nimmt und in der Lesepoetologie C.M. Wielands eine ausgeklügelte literarische Umsetzung unter Buchmarktbedingungen erfährt.

Autorentext
Matthias Bickenbach, geboren 1963, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kulturwissenschaftlichen Forschungskolleg 'Medien und kulturelle Kommunikation' der Universität zu Köln. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Text-Bild-Verhältnisse fotografischer Porträts, Rhetorik und Poetologie der Literatur, Medientheorie.

Weitere Informationen

  • Allgemeine Informationen
    • Sprache Deutsch
    • Titel Von den Möglichkeiten einer inneren Geschichte des Lesens
    • Veröffentlichung 21.04.1999
    • ISBN 978-3-484-63020-8
    • Format Fester Einband
    • EAN 9783484630208
    • Jahr 1999
    • Größe H236mm x B160mm x T22mm
    • Autor Matthias Bickenbach
    • Untertitel Communicatio 20
    • Gewicht 610g
    • Auflage Reprint 2017
    • Genre Allgemeine & vergleichende Sprachwissenschaft
    • Lesemotiv Verstehen
    • Anzahl Seiten 288
    • Herausgeber De Gruyter
    • GTIN 09783484630208

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