Zeitgenossenschaft

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Details

Im Herbst 1963 begann in Frankfurt der Auschwitz-Prozess. Über einen Zeitraum von knapp zwei Monaten berichtete der junge Kunsthistoriker Martin Warnke aus der Phase der Beweisaufnahme für die Stuttgarter Zeitung. Seine Artikel werden hier erstmals zusammenhängend publiziert. Ein diese begleitendes Interview gibt nicht nur die Sicht eines Historikers auf ein politisch sowie sozial hoch bedeutendes Ereignis wieder, vielmehr situiert Warnke darin den Standpunkt des Wissenschaftlers strikt außerhalb des »Elfenbeinturms« und rückt kunst- und bildhistorische Fragestellungen in den Fokus, welche die etablierte Kunstgeschichtsschreibung der späten 1960er Jahre mit hoher Energie zu ignorieren versuchte. In ihnen dokumentiert sich eine konsequente Zeitgenossenschaft, ein sowohl humanistisches als auch methodisches In-der-eigenen-Zeit-Sein des Historikers. So liegen Warnkes Artikel über die Frankfurter Auschwitz-Prozesse mit am Anfang zu seinen Überlegungen zu einer »Politischen Ikonographie« der Kunst.

Neben Warnkes Artikeln zum Auschwitz-Prozess aus der Stuttgarter Zeitung enthält der Band ein Interview mit Martin Warnke sowie einen Kommentar zu den Zeitumständen der Prozesse von Norbert Frei.


Autorentext
Martin Warnke zählt zu den wichtigsten Kunsthistorikern der letzten Jahrzehnte in Deutschland. 1937 in Brasilien geboren, kam er 1953 nach Westdeutschland. Nach seinem Studium in München, Madrid und Berlin war er 1964 mehrere Monate Berichterstatter der Frankfurter Auschwitz-Prozesse für die Stuttgarter Zeitung, danach Volontär an den Berliner Museen. 1970 habilitierte er sich an der Universität Münster mit seiner Forschung über die Organisationsformen der frühneuzeitlichen Hofkunst. Von 1971 bis 1978 war er Professor an der Universität Marburg und lehrte im Anschluss bis zu seiner Emeritierung 2003 an der Universität Hamburg. Im Fokus seiner Forschung stehen die politischen und sozialen Bedingungen von Kunst sowie die politische Wirkung von Bildern. In diesem Kontext arbeitete er den methodischen Ansatz der Politischen Ikonographie aus. Als einer der ersten engagierte sich Warnke für die Wahrnehmung der Forschungen exilierter Kunsthistoriker. war vor seiner Emeritierung Professor für Kunstgeschichte an der Universität Hamburg.

Zusammenfassung

»Die Prozessberichte ... hinterlassen beim Lesen gerade durch ihre Zurückgenommenheit einen ershütternden Eindruck. Es sind die Nüchternheit und die klare Sprache, die erst recht aufwühlen und die besondere Qualität dieser Berichte ausmachen.« Julia Encke, FAS


Inhalt
7 - 14 Einführung (Pablo Schneider) 15 - 54 Berichte über den Frankfurter Auschwitz-Prozess (Martin Warnke) 55 - 64 Die Aufklärer und die Überlebenden (Norbert Frei) 65 - 126 Der Kunsthistoriker als Zeitgenosse (Martin Warnke) 127 - 132 Anmerkung (Pablo Schneider)

Weitere Informationen

  • Allgemeine Informationen
    • Sprache Deutsch
    • Editor Pablo Schneider, Barbara Welzel
    • Titel Zeitgenossenschaft
    • Veröffentlichung 30.09.2014
    • ISBN 978-3-03734-710-2
    • Format Geheftet (Geh)
    • EAN 9783037347102
    • Jahr 2014
    • Größe H206mm x B134mm x T15mm
    • Autor Martin Warnke
    • Untertitel Zum Auschwitz-Prozess 1964
    • Genre Zeitgeschichte (1946 bis 1989)
    • Lesemotiv Verstehen
    • Anzahl Seiten 128
    • Herausgeber Diaphanes Verlag
    • Gewicht 189g
    • GTIN 09783037347102

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