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Zwischen Augenblicksnotat und Lebensbilanz
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Der Übergang zum 20. Jahrhundert forderte ein Überdenken der Rolle und Funktionsweise von Literatur, das auch zu einer Neudefinierung der Gattung des Tagebuchs führt. Einen Beitrag dazu zu leisten, die Schreibweisen der Schriftstellertagebücher vor dem Hintergrund der Probleme des Schreibens um 1900 zu untersuchen, ist das Ziel dieser Arbeit.
Als Wende- und Umbruchszeit forderte der Übergang zum zwanzigsten Jahrhundert ein Überdenken der Rolle und Funktionsweise von Literatur, in das sich auch das Tagebuch einschreibt, das ihm neue Dimensionen erschließt und zu einer Neudefinierung der Gattung des Tagebuchs führt. Eine Analyse der Textpraxis der Tagebuchaufzeichnungen darf nicht davor Halt machen, traditionelle Ordnungsmuster literarischen Schreibens mit einem Fragezeichen zu versehen. Einen Beitrag dazu zu leisten, die Schreibweisen der Schriftstellertagebücher vor dem Hintergrund der Probleme des Schreibens um 1900 zu untersuchen, ist das Ziel dieser Arbeit. Es wurden Autoren gewählt, die mit der Gattung des Tagebuchs experimentieren, sie im Schreiben thematisieren und die Grenzen des Mediums austesten. Ausgangspunkt ist der Erfahrungsschwund und die Krise der Identität um die «Jahrhundertwende». Wirklichkeitsaneignung und Selbsterschaffung laufen im Tagebuch prozessual zusammen. Die Aufzeichnungen werden zum einen in ihrer Rolle bei der ästhetischen Umsetzung von Wirklichkeit untersucht, die sich in der Auseinandersetzung mit der Medienkultur der Zeit vollzieht. Zum anderen wird nachvollzogen, wie die Schreibenden der Dispersion des Ich durch eine narrative Handhabung von Identität begegnen. Die Tagebuchaufzeichnungen werden zum Medium eines Experimentierens mit der Identität, in dem sich Existenz als ein nicht arretierbarer Prozess der Selbsterkundung darstellt.
Autorentext
Beate Sommerfeld studierte deutsche und französische Literatur in Marburg und Montpellier. Sie promovierte 2005 mit einer Studie über die Kafka-Nachwirkungen in der polnischen Literatur und ist seitdem Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Germanische Philologie der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznä. Forschungsgebiete: Vergleichende Literaturwissenschaft, Intertextualitätsforschung, Literatur und Philosophie der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, Intermedialität, literarische Übersetzung.
Inhalt
Inhalt: Zur Poetik der Tagebuchaufzeichnungen der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert Aufspannung zwischen Augenblicksnotat und Lebensbilanz Auseinandersetzung mit der Medienkultur um 1900 Narrative Identität Kunst des Nicht-Schreibens Hugo von Hofmannsthals Tagebuchaufzeichnungen Erfindung des «inneren Menschen» Robert Musils Tagebuchhefte Schreiben als «einfache Bühne» Franz Kafkas Quarthefte.
Weitere Informationen
- Allgemeine Informationen
- Sprache Deutsch
- Editor Stefan H. Kaszynski
- Titel Zwischen Augenblicksnotat und Lebensbilanz
- Veröffentlichung 10.12.2012
- ISBN 978-3-631-63932-0
- Format Fester Einband
- EAN 9783631639320
- Jahr 2012
- Größe H216mm x B153mm x T23mm
- Autor Beate Sommerfeld
- Untertitel Die Tagebuchaufzeichnungen Hugo von Hofmannsthals, Robert Musils und Franz Kafkas
- Gewicht 575g
- Auflage 12001 A. 1. Auflage
- Genre Allgemeine & vergleichende Sprachwissenschaft
- Lesemotiv Verstehen
- Anzahl Seiten 358
- Herausgeber Peter Lang
- GTIN 09783631639320